Kreis Pinneberg

Wedeler Groß-Dealer muss für vier Jahre ins Gefängnis

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Diese Drogen, Waffen und unverzollten Zigaretten wurden bei dem Wedeler sichergestellt.

Diese Drogen, Waffen und unverzollten Zigaretten wurden bei dem Wedeler sichergestellt.

Foto: Polizeidirektion Bad Segeberg

Strafmaß für 28-Jährigen, der angeblich Opas Häuschen retten wollte, bleibt weit unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Wedel/Itzehoe.  Die Anspannung vor der Urteilsverkündung – sie war Marcel S. am Dienstag anzumerken. Letztlich kam der 28 Jahre alte Wedeler, der mit Betäubungsmitteln in größerer Menge Handel trieb, mit einem blauen Auge davon: Die Große Strafkammer am Landgericht Itzehoe verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von vier Jahren – und fand damit in etwa die goldene Mitte.

Denn die Verteidigung hatte eine Strafe von drei Jahren für ausreichend gehalten, die Staatsanwaltschaft wollte den 28-Jährigen für sechs Jahre und acht Monate hinter Gittern sehen. Die Richter sahen es zwar wie die Staatsanwältin als erwiesen an, dass Marcel S. nicht nur mit Betäubungsmitteln in erheblicher Menge Handel trieb, sondern auch für den Fall des Falles eine Bewaffnung vorhielt. Jedoch nahm das Gericht einen minderschweren Fall an und ging außerdem davon aus, dass lediglich ein Schlagring den Straftatbestand erfüllte.

Gericht wertet die Machete als „Deko-Gegenstand“

Zwei Gewehre, eine Pistole sowie eine Machete, die ebenfalls bei dem Angeklagten sichergestellt wurden, hatten nach Ansicht der Richter nichts mit den Drogengeschäften zu tun. In diesen Punkten erfolgte nur eine Verurteilung wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Die Richter glaubten Marcel S., dass die Machete für ihn lediglich ein Deko-Gegenstand darstellte. Bei den Schusswaffen könne das Gericht nicht belegen, dass der Angeklagte im Umgang mit ihnen erfahren war und sie schnell schussbereit machen konnte.

Bei Marcel S. waren Anfang April mehrere Kilo Cannabisblüten, etwa 380 Gramm Kokain sowie 1,3 Kilogramm Amphetamine sichergestellt worden, die er in den von ihm bewohnten Räumen im Keller des großväterlichen Hauses sowie einer Wohnung in Wedel aufbewahrte. Der 28-Jährige hatte im Verfahren eingeräumt, seit 2018 mit Drogen zu handeln – angeblich, um dem Opa aus einer finanziellen Notlage zu helfen und die Zwangsversteigerung seines Hauses abzuwenden. „Das ist nicht plausibel“, so die Richter. Die Kammer gehe davon aus, dass sich der Angeklagte „etwas Geld dazuverdienen“ wollte.

( kol )

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