Kreis Pinneberg

„Elmshorn liest“ Roman über die Suche nach dem Ich

Jackie Thomae ist eine deutsche Schriftstellerin, deren aktueller Roman „Brüder“ die Fragen nach Hautfarbe, Identität und Rassismus gekonnt verarbeitet.

Jackie Thomae ist eine deutsche Schriftstellerin, deren aktueller Roman „Brüder“ die Fragen nach Hautfarbe, Identität und Rassismus gekonnt verarbeitet.

Foto: URBAN_ZINTEL / Urban Zintel

Jackie Thomaes Roman „Brüder“ steht im Mittelpunkt des Festivals „Elmshorn liest“. Die Autorin selbst kommt auch für eine Lesung in die Stadt.

Elmshorn.  Ein Buch, eine Autorin, eine Woche. Das beliebte Konzept von „Elmshorn liest“ wird vom Montag, 2., bis Sonnabend, 7. November, gefeiert. Im Mittelpunkt des Literaturfestivals, das nun in die elfte Auflage geht, steht der Roman „Brüder“ von Jackie Thomae. Acht Veranstaltungen drehen sich sieben Tage lang um den im August 2019 veröffentlichen Roman. Höhepunkt der Veranstaltungstage ist die Lesung der Autorin am Sonnabend, 7. November, von 13 Uhr an im Stadttheater Elmshorn (Klostersande 30).

Jackie Thomae, 1972 in Halle an der Saale geboren, in Leipzig und Berlin aufgewachsen, arbeitet als Journalistin und Fernsehautorin. 2015 erschien ihr Debütroman „Momente der Klarheit“. Mit ihrem zweiten Roman „Brüder“, im August 2019 im Berliner Hanser Verlag erschienen, schaffte sie es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2019.

„Brüder“ erzählt von zwei Männern, Mick und Gabriel, geboren im selben Jahr, Kinder desselben afrikanischen Vaters, der ihnen nur ihre dunkle Hautfarbe hinterlassen hat. Die Fragen, die sich ihnen stellen, sind auch die gleichen. Doch ihre Leben könnten unterschiedlicher nicht sein.

Mit einem Vorleseworkshop für alle, die an ihrer Vorlesekompetenz arbeiten möchten, beginnt die Veranstaltungsreihe am Donnerstag, 22. Oktober, um 18 Uhr in der Volkshochschule in der Bismarckstraße. Der dreitägige Workshop zur Einstimmung auf die Lesewoche kostet 56 Euro, eine Anmeldung unter Telefon 04121/23 13 05 ist erforderlich. Am Sonntag, 25. Oktober, präsentieren dann um 11 Uhr die Teilnehmer ihre Arbeitsergebnisse in der Bismarckstraße bei freiem Eintritt.

Bürgervorsteher Andreas Hahn eröffnet die Veranstaltungsreihe am Montag, 2. November, um 20 Uhr offiziell in der Buchhandlung Heymann (Damm 4). Die Elmshorner Poetry-Slammer Jonas Stiefel und Lucas Kraus lesen dann aus dem Werk der Autorin. Musikalisch begleitet werden sie vom Gitarristen Matthias Wichmann. Der Eintritt kostet fünf Euro. Auf ein anregendes Gespräch können sich Leseratten am Dienstag, 3. November, im Elmshorner Ruder-Club freuen. Der Historiker Peter Gabrielsson und der Mediziner Ernst Thies beleuchten die Suche nach dem eigenen Ich. Es lesen Renate Janzen und Jürgen Weimann. Durch das Programm führt Christa Inselmann. Die Diskussion beginnt um 19 Uhr im Wisch 30, Eintritt: fünf Euro. Einen Tag später widmen Bildungsreferent Joszi Sorokowski und seine Ehefrau sich dem Buch. Die Lesung am Mittwoch, 4. November, in der Stadtbücherei in der Königstraße 56 startet um 19 Uhr, der Eintritt beträgt fünf Euro.

Zu einem kulinarischen Abend, gespickt mit Anekdoten, lädt Michael Pinetzki dann für Donnerstag, 5. November, in die Theatergaststätte (Klostersande 30). Um 19 Uhr geht es los, die Teilnahme kostet 25 Euro. Außerdem gibt es Lesungen am Freitag, 6. November, im Roten Pavillon im Klinikum Elmshorn (Agnes-Karll-Allee 2) mit Silke Cords, Holger Niemann und Matthias Wichmann um 15 Uhr und vier Stunden später, um 19 Uhr, mit Helmut Heyen in der Stiftskirche an der Friedensallee/ Ecke Ost-West-Brücke. Hier kostet der Eintritt jeweils fünf Euro.

Ab Donnerstag, 1. Oktober, können sich Elmshorn-liest-Interessierte Karten für die teils stark nachgefragten Veranstaltungen sichern. Bedingt durch die Corona-Zeit steht leider nur ein begrenztes Angebot von Karten zur Verfügung. Die Tickets für die Autorenlesung sind ausschließlich über die Theaterkasse an der Königstraße erhältlich. Die Karten für die übrigen Lesungen sind in der Buchhandlung Heymann (Damm 4) erhältlich.

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren mit „Elmshorn liest“ ein lokales Leseforum geschaffen, das mittlerweile über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung gefunden hat. So standen „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink, „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf, „Einfach genial“ von Benedict Wells, „Taxi“ von Karen Duve oder „Altes Land“ von Dörte Hansen im Blickpunkt.