Kreis Pinneberg

Feuerwehr rückt dichter an Quickborn-Heide heran

Bürgermeister Thomas Köppl (l.) und Vize-Wehrführer Daniel Dähn auf dem Baugrundstück.

Bürgermeister Thomas Köppl (l.) und Vize-Wehrführer Daniel Dähn auf dem Baugrundstück.

Foto: Burkhard Fuchs

Stadt erwirbt ein 2400 Quadratmeter großes Gelände, das bisher zur Straßenmeisterei gehört. Dort entsteht Wache mit Platz für zwei Fahrzeuge.

Quickborn/Kiel.  Jetzt steht der Standort der neuen, zweiten Feuerwache in Quickborn fest. Bereits Ende nächsten Jahres sollen die Feuerwehrleute und zwei Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr von der Friedrichsgaber Straße/Ecke Ulzburger Landstraße aus ausrücken, wenn sie zu Bränden, Unfällen oder Hilfseinsätzen im Stadtteil Quickborn-Heide alarmiert werden. Die Stadt hat sich jetzt mit dem Grundstückseigentümer, dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, über den Kaufpreis verständigt. Dieser wird der Stadt Quickborn dafür ein 2400 Quadratmeter großes Gelände der Straßenmeisterei in unmittelbarer Nähe zur A-7-Anschlussstelle Quickborn verkaufen.

Ortstermin an der Straßenmeisterei Quickborn mit Bürgermeister Thomas Köppl und Daniel Dähn, dem stellvertretenden Wehrführer der FF Quickborn. Dort, wo sich jetzt noch eine ungenutzte Rasenfläche mit einem kleinen Birkenwäldchen darauf befindet, soll demnächst eine 15 mal 18 Meter große zweite Feuerwache entstehen. Sie wird Platz für zwei Fahrzeuge – ein Löschfahrzeug und einen Mannschaftstransportwagen – haben und Umkleideräume für die Feuerwehrleute bieten, erklärt Vize-Wehrführer Dähn. „Die Bauvoranfrage beim Kreis Pinneberg ist gestellt“, sagt Bürgermeister Köppl. Der Bebauungsplan werde noch entsprechend geändert. Die Wache selbst werde in kostengünstiger Modulbauweise erstellt. Insgesamt werde die Stadt rund zwei Millionen Euro in die neue Feuerwache investieren.

Kooperation mit Elleraus Feuerwehr endet

Hintergrund dieses Baus ist die schlechte Erreichbarkeit des Stadtteils Heide für die Quickborner Wehr, die ihren Hauptsitz an der Pinneberger Straße hat und dort auch behalten wird. In Notfällen verstreiche unnötig Zeit, bis die Einsatzkräfte aus der Innenstadt im Osten an der Autobahn seien, erklärt Dähn. Eine jahrelange Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr Ellerau, die dichter dran an Quickborn-Heide liegt und so schneller am Einsatzort sein konnte, hat die Nachbargemeinde Ellerau aus Sicherheitsgründen gekündigt. Somit wurde ein zweiter Standort ihrer Feuerwehr für die Stadt Quickborn notwendig.

Das Gelände der Straßenmeisterei an der A 7, das insgesamt 26.666 Quadratmeter groß ist, sei ideal für die Wehrkräfte, betonen Köppl und Dähn. Die Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge von der neuen Wache muss noch gebaut werden, sie wird an der Ulzburger Landstraße sein. Die Ampelanlage an der Kreuzung Ulzburger Landstraße/Friedrichsgaber Straße werde so geschaltet, dass die Feuerwehrfahrzeuge im Einsatzfall Vorfahrt bekämen und die Ampeln an der Kreuzung auf Rot gestellt werden, erklärt Köppl. Die Feuerwehrleute wieder­um könnten ihre Privatfahrzeuge auf dem jetzigen Mitarbeiterparkplatz des Landesbetriebs an der Straßenmeisterei abstellen und zum Umkleiden in die neue Wache eilen, ohne dass sie sich mit den Einsatzfahrzeugen in die Quere kämen. Hier werden für sie 20 zusätzliche Pkw-Stellplätze geschaffen.

Für die Feuerwehr mache die neue Wache noch aus einem anderen Grund Sinn, erklärt Vize-Wehrführer Dähn. So würden etwa 20 der 108 zurzeit aktiven Feuerwehr-Kameraden im nahen Gewerbegebiet Halenberg arbeiten, die dann bei Tageseinsätzen erheblich schneller in voller Montur zum Brandeinsatz eilen könnten. Das gelte auch für Einsätze in der Quickborner Innenstadt, betont Dähn. Denn die Kollegen müssten nicht mehr wie bisher erst zur Feuerwache an der Pinneberger Straße fahren und sich dort umziehen, bevor sie weiter zum Einsatzort eilen könnten. Künftig könnten sie direkt von der neuen Wache zu allen möglichen Einsatzorten fahren und so die Kollegen, die von der Hauptwache kommen, ideal ergänzen. Dähn: „Diese Wache wird auch für Quickborn-Ort wichtig sein.“

Gespräche zwischen der Stadt Quickborn und dem Landesbetrieb bezüglich des Grundstückserwerbs liefen seit zwei Jahren, die jetzt „zu einer gemeinsamen Lösung geführt haben“, wie ein LBV-Sprecher dazu auf Abendblatt-Nachfrage mitteilt. „Die Fläche, welche an die Stadt Quickborn zur Errichtung einer Feuerwehr abgegeben wird, wird nicht benötigt.“ Gleichwohl habe der Landesbetrieb noch ausreichend Möglichkeiten, sich zu erweitern, falls dies notwendig sein sollte. Denn das Aufgabengebiet der Straßenmeisterei wird sich zum Jahreswechsel 2020/21 verändern und die Zahl der in Quickborn beschäftigten Straßenwärter wird sich dann von derzeit 19 auf künftig 24 zum 1. Januar 2021 erhöhen.

Seit dem 13. August 1972 befindet sich die Straßenmeisterei an dieser Stelle in Quickborn. Inzwischen ist sie nicht mehr für die Autobahn 7 zuständig, sondern ausschließlich für die Bundes- und Landesstraßen im Kreis Pinneberg bis in den Kreis Steinburg hinein. 293 Kilometer lang ist nach Angaben des LBV das Einsatzgebiet für Strecken- und Baumkontrollen, Brückenunterhaltung, Reinigen und Instandhalten der Straßen und Verkehrsschilder, Mäharbeiten im Sommer sowie Schneeräumen und Streuen im Winter.

Bürgermeister Köppl lobt ausdrücklich „das konstruktive Verhalten“ des Landesbetriebs bei den Grundstücksverhandlungen.