Kreis Pinneberg

Polizei kontrolliert Gurtmuffel und Handy-Sünder

Mehr als 8000 Fahrzeuge kontrollierte die Polizei während des landesweiten Schwerpunkteinsatzes.

Mehr als 8000 Fahrzeuge kontrollierte die Polizei während des landesweiten Schwerpunkteinsatzes.

Foto: Bernd Wüstneck / dpa

Bei einem landesweiten Schwerpunkteinsatz waren auch 16 Kinder nicht ausreichend gesichert. Mehr als 10.000 Fahrer zu schnell unterwegs.

Kreis Pinneberg.  Bei einer europaweiten Kontrollwoche der Polizei wurden insgesamt weit mehr als 10.000 Verstöße festgestellt. Mit dabei war auch die Landespolizei Schleswig-Holstein im Kreis Pinneberg. Im Fokus des Schwerpunkteinsatzes der vergangenen Woche standen Geschwindigkeitsverstöße, Verstöße gegen die Gurtpflicht und Verstöße gegen das Handyverbot am Steuer.

Wie die Landespolizei zur sogenannten ROADPOL-Kontrollwoche mitteilt, wurden insgesamt etwa 8000 Fahrzeuge kontrolliert. Allein bei Geschwindigkeitsmessungen fuhren den Fahndern 10.988 Autos mit überhöhtem Tempo durch die Radaranlagen. Zudem wurden 805 Gurtverstöße geahndet, in 16 Fällen wurden dabei Kinder nicht ordnungsgemäß im Auto gesichert.

Auch das Handy am Steuer ist eines der größten zeitgenössischen Probleme im Verkehr. In 835 Fällen fielen den Beamten Verkehrsteilnehmer auf, weil sie verbotenerweise Mobiltelefone während der Fahrt benutzt haben. Alle müssen wegen dieser gefährlichen Selbstablenkung mit einem Bußgeld rechnen.

Zudem gingen der Polizei 43 Fahrer unter Drogen- oder Alkoholeinfluss ins Netz. In jedem einzelnen Fall war die Fahrt für die Ertappten zu Ende. Je nach Intensität des Alkohol- oder Drogeneinflusses müssen sie nun mit einem Bußgeld- oder sogar Strafverfahren rechnen. In vielen Fällen kommt eine längere Zwangspause am Steuer hinzu.

In 29 Fällen sei den Angaben zufolge eine Weiterfahrt untersagt worden, weil die Fahrzeuglenker keiner Fahrerlaubnis vorweisen konnten, geschweige denn, im Besitz eines Führerscheins waren. Auch sie müssen mit entsprechenden Strafanzeigen rechnen.

Wie die Landespolizei weiter mitteilt, wurden allein im Vorjahr (ohne konzertierte Kontrollwoche) mehr als 14.000 Verstöße gegen die Gurtpflicht festgestellt. In diesem Zusammenhang weist die Polizei darauf hin, dass die passiven Sicherheitssysteme moderner Autos (Airbag, Gurt, Gurtstraffer) nur dann optimal funktionieren, wenn man sie auch benutzt. Kurzum: Sicherheitsgurte retten Leben. Denn die Schwere der Unfallfolgen hänge oftmals davon ab, ob ein Sicherheitsgurt angelegt war oder nicht. Besonderes Augenmerk legen die Beamten deshalb auf die Sicherung von Kindern in Autos.

Hintergrund ist, dass unter den verletzten Opfern von Autounfällen die Anzahl von Kindern seit Jahren anhaltend hoch ist. 2019 etwa zählte die Polizei 563 verunglückte Kinder als Mitfahrer. Verstöße gegen die Gurtpflicht kosten 30 Euro Verwarnungsgeld, wer Kinder nicht sichert, muss mit bis zu 70 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen.

Zum zweiten Schwerpunkt der Kontrollaktion – die verbotswidrige Nutzung von Handys am Steuer – sind die Zahlen ebenso alarmierend. 2018 telefonierten oder tippten 16.509 Fahrzeugführer während der Fahrt, 2019 waren es schon 17.438. Auch 2020 seien Kontrollen nötig. Im ersten Halbjahr wurden bereits 7.343 Verstöße aufgedeckt.