Wedel/Itzehoe

Drogen, Waffen und Geld im Keller gehortet

Der Gebäudekomplex des Landgerichts in Itzehoe (Symbolbild).

Der Gebäudekomplex des Landgerichts in Itzehoe (Symbolbild).

Foto: Bodo Marks / dpa

Prozess gegen Wedeler Dealer: Polizisten berichten von chaotischen Zuständen in den Räumlichkeiten des 27-jährigen Angeklagten.

Wedel/Itzehoe. Am zweiten Prozesstag vor dem Landgericht Itzehoe gegen den Wedeler Marcel S., der große Mengen Drogen, unverzollte Zigaretten und mehrere Waffen im Haus seines Großvaters gehortet hatte, haben drei Kripo-Beamte ausgesagt. Dabei wurde deutlich: In den Kellerräumen, die der 27-jährige Angeklagte in dem Gebäude nutzte, herrschte ein ziemliches Chaos.

Nachdem Spezialkräfte der Polizei das Haus am 1. April gestürmt hatten, übernahmen Drogenfahnder der Kripo Pinneberg die Durchsuchung. Schnell mussten sie angesichts der vollgestellten Kellerräume Unterstützung anfordern. Kurzfristig stieß so Raimund B. (58) zu dem Einsatz – und wurde in dem Chaos fündig. „Auf dem Boden stand angelehnt an ein Regal ein Gitarrenkoffer, in dem sich zwei Langwaffen befanden.“

Im gleichen Raum stieß der Kripo-Beamte auch auf eine Kiste. Der Inhalt: eine Parabellum-Pistole, Kaliber neun Millimeter, mit Munition. „In einem Regal lagen mehrere Plastiktüten, in denen sich Cannabisblüten befanden.“ Auf dem Boden entdeckte Raimund B. dann weitere Munition – eingewickelt in ein Tuch. „Auf dem Boden lag auch eine größere Menge Geld.“

Wedeler hortete Drogen und Waffen im Keller

Kripo-Mann Eric J. (25) durchforstete einen Vorratsraum in dem Keller. „In der untersten Schublade des rechten Gefrierschranks habe ich in einer Penny-Tüte eine weißliche Substanz sichergestellt.“ Im Kellerzimmer des Angeklagten stieß der 25-Jährige in einem großen roten Koffer auf Cannabis, mehrere Tüten einer weißlichen Substanz – mutmaßlich Kokain – sowie eine Feinwaage. „In einer Sporttasche befanden sich mehrere Tüten mit Cannabis, auf dem Bett und auf dem Fußboden lag eine größere Menge Geld.“ In einer Kommode lag laut dem Zeugen ein Schlagring („Der wies deutliche Gebrauchsspuren auf“), hinter der Heizung befand sich in einer Hülle eine Machete.

Das Chaos in den Kellerräumen haben die Beamten auf diversen Fotos festgehalten, die vom Vorsitzenden Richter Johann Lohmann auf einer Leinwand im Gerichtssaal eingeblendet wurden. Daraufhin meldete sich auch der 27 Jahre alte Angeklagte zu Wort. „Die Machete hinter der Heizung lag da schon drei bis vier Jahre, die muss schon völlig verstaubt gewesen sein. Die hatte ich gar nicht mehr auf der Rechnung.“

Marcel S. hatte zu Prozessbeginn eingeräumt, im Haus des Opas knapp vier Kilogramm Cannabisblüten, etwa 380 Gramm Kokain sowie 1,3 Kilogramm Amphetamine sowie in der Wohnung eines Freundes ein weiteres Kilogramm Cannabisblüten sowie 80,5 Gramm Kokain gelagert zu haben. Er habe mit dem Drogenverkauf die Schulden seiner Großeltern begleichen wollen. Angeklagt ist bewaffnetes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Seine Verteidiger erklärten nach der Befragung der ersten Zeugen, dass die aufgefundenen Waffen nicht geladen gewesen waren. Zudem zeige das Chaos, dass Marcel S. seine Kunden nicht im Keller empfangen habe und daher dieser Anklagepunkt nicht zutreffen könne. Der Prozess wird heute fortgesetzt, ein Urteil am 28. September erwartet.