Kreis Pinneberg

Helgoland eröffnet Flaniermeile vor Hummerbuden

Bei der Eröffnung der neuen Promenade auf Helgoland herrschte, nun ja, typisches Nordseewetter.

Bei der Eröffnung der neuen Promenade auf Helgoland herrschte, nun ja, typisches Nordseewetter.

Foto: Ralf Steinbock / HA

Der generalüberholte Holzbohlensteg im Binnenhafen ist nach nur acht Monaten Bauzeit fertig. Was sich mit dem Eichenholz noch verändert hat.

Helgoland. Das ging schnell: Nicht mal ein Jahr nach Vorstellung der Pläne ist ein Teil der Großbaustelle am Helgoländer Binnenhafen fertig. Ein neuer, breiter Holzbohlensteg vor den Hummerbuden am Südwestufer ist nun eingeweiht worden. Es ist der erste Teil einer völlig überarbeiteten Promenade für Deutschlands einzige Hochseeinsel, gleichzeitig Außenposten des Kreises Pinneberg in der Nordsee. In nur acht Monaten Bauzeit wurde das 1,8 Millionen Euro Projekt trotz sechswöchiger Corona-Unterbrechung fertiggestellt.

Während die aufwendige Sanierung des Südostufers noch bis zum Frühsommer 2021 andauern wird, konnte der neue Holzbohlensteg am Südwestufer nun im Beisein der beteiligten Firmen, der Hafenprojektgesellschaft und Vertretern der Gemeindepolitik eröffnet werden. „Die neue Flaniermeile am Binnenhafen ist ein Meilenstein in der Entwicklung der Helgoländer Häfen“, sagte Bürgermeister Jörg Singer. Mit dem ersten Abschnitt soll wieder touristisches Leben einkehren, die Hafenstraße entlastet werden.

Nach der erstmaligen Wiederherstellung nach dem Zweiten Weltkrieg 1958 und einer Komplettsanierung 1994 hatte der Holzbohlensteg nach 25 Jahren zahlreiche Schäden. Die alten, löchrigen Planken wurden gegen neue, insgesamt breitere Eichenbohlen und Sitzmöglichkeiten getauscht. Auch die Unterkonstruktion wurde ersetzt.

Zum Konzept Holzbohlensteg gehöre aber mehr als nur bloßes Eichenholz, sagte Peter Singer, Geschäftsführer der Hafenprojektgesellschaft Helgoland: „Es ging uns nicht nur darum, einen deutlichen Mehrwert für den Binnenhafen, dem Herzstück der Insel, zu bieten. Der neue Holzbohlensteg fügt sich in das Gesamtkonzept des Hafens mit seinen hölzernen Hummerbuden ein und lädt zum Verweilen ein.“

Die Modernisierung des Binnenhafens ist in die 64 Millionen Euro teure Gesamtsanierung der vier Insel-Häfen eingebettet. Seit die Versorgung über den 2016 fertiggestellten, sogenannten Helgolandkai im Vorhafen abgewickelt wird, ist Raum für die Fremdenverkehrsentwicklung des Binnenhafens. Dabei soll die Funktion als Anleger erhalten bleiben. Liegeplätze für Börteboote, Seebäderschiffe oder die Schiffe des Alfred-Wegener-Instituts sind fest eingeplant. Auch die Versorgung der benachbarten Düne mit der „Hein Blöd“ wird über den Binnenhafen organisiert.

Der neue Holzbohlensteg sei nun offener, insgesamt großzügiger, da die Geländer entfernt und vormals offene Bereiche geschlossen wurden. Stattdessen grenzt er nun an Pflanzbeete mit Rosen und Rasen. Zudem nähert sich der Steg schon jetzt dem geplanten Südostufer an. „Wir sind mit dem Ergebnis sehr glücklich. Die Aufenthaltsqualität wurde stark verbessert“, so Singer. „Auch die Besucherlenkung ist jetzt offener.“

Im Winter sollen nun noch die Holz-Poller installiert werden. Die Sanierungsarbeiten hatten im Oktober 2018 mit der Kampfmittelsondierung begonnen. Insgesamt wurden seitdem 59 Sprengkörper, Zünder oder Munitionsreste aus dem Gebiet entfernt.