Kreis Pinneberg

Ärzte in Schleswig-Holstein empfehlen Grippeimpfung

Dr. Monika Schliffke ist Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, kurz KVSH, in Bad Segeberg.

Dr. Monika Schliffke ist Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein, kurz KVSH, in Bad Segeberg.

Foto: KVSH

Zu Beginn des Jahres war der Kreis Pinneberg Influenza-Hochburg im Norden. Kassenärztliche Vereinigung des Landes rät zur Vorsorge.

Kreis Pinneberg.  Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) ruft die Bürger im Land dazu auf, sich zum Schutz vor der Influenza gegen Grippe impfen zu lassen. „Der Impfstoff wird in diesen Tagen von den Apotheken an die Praxen ausgeliefert, sodass ab Mitte September eine Impfung möglich ist“, sagt die Vorstandsvorsitzende der KVSH, Dr. Monika Schliffke.

Die Impfung biete einen wirksamen Schutz gegen die „echte“ Grippe, die Influenza, die oftmals mit dem grippalen Infekt verwechselt werde. Eine Influenza gehe einher mit einem schlagartig auftretenden hohen Fieber sowie heftigen Kopf-, Glieder-, und Muskelschmerzen. Auch lebensbedrohliche Komplikationen wie eine Lungenentzündung und langzeitliche Auswirkungen auf das Herz seien möglich.

Angesichts der bestehenden Corona-Pandemie sei vor allem für Risikogruppen die Grippeschutzimpfung dringend zu empfehlen, so Schliffke. Die Bundesregierung hat eine Erhöhung der Impfstoffproduktion veranlasst, damit die Impfquote des vergangenen Jahres gesteigert werden kann und auch Kinder vermehrt geimpft werden können. In der vergangenen Saison 2019/2020 registrierte die KVSH in Schleswig-Holstein insgesamt 423.323 Impfungen, davon 384.333 bei Hausärzten, 13.709 bei Kinderärzten und 25.281 bei sonstigen Ärzten. Die Impfquote bei den über 65-jährigen Personen lag bei knapp 60 Prozent.

Zu Beginn dieses Jahres, kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie, waren in Schleswig-Holstein deutlich mehr Grippeerkrankungen gemeldet worden als üblich. Das Institut für Infektionsmedizin der Kieler Christian-Albrechts-Universität sprach angesichts von 700 Fällen binnen nicht mal eines Monats sogar von einem Rekordhoch. Zum Vergleich: 2019 waren es zum gleichen Zeitpunkt nur 141 Fälle gewesen. Am stärksten betroffen war dabei der Kreis Pinneberg. Hier wurden im Januar mit Abstand die meisten Erkrankungen registriert – 205 Fälle (wir berichteten).

Zu den Risikogruppen, für die die KVSH wegen des erhöhten Risikos auf einen schweren Krankheitsverlauf eine Impfung empfiehlt, gehören grundsätzlich Personen über 60 Jahre, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Diabetes, Menschen mit schweren neurologischen Grundkrankheiten, etwa Multiple Sklerose sowie Patienten mit einem geschwächten Immunsystem.

Schwangeren sowie Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen legt die KVSH ebenfalls eine Impfung nahe. Außerdem sollten sich Menschen impfen lassen, die aus beruflichen Gründen viel Kontakt zu anderen Personen haben und sich dadurch schneller anstecken können.

Die KVSH weist darauf hin, dass bei all diesen Risikogruppen die Krankenkasse die Kosten übernehme. Einige gesetzliche Krankenkassen bezahlten die Impfung selbst dann ihren Versicherten, wenn sie nicht zur Risikogruppe gehören.