Kreis Pinneberg

Holm lädt zum ersten Treckerkino des Kreises

Diese Drohnenaufnahme vom letztjährigen Erntedankfest an der Kreuzung Hauptstraße /Im Sande ist Teil des Films, der beim Treckerkino gezeigt wird.

Diese Drohnenaufnahme vom letztjährigen Erntedankfest an der Kreuzung Hauptstraße /Im Sande ist Teil des Films, der beim Treckerkino gezeigt wird.

Foto: Förderkreis Holm / HA

Das Erntedankfest ist abgesagt. Aber: Es lebe das Erntedankfest! Als Ersatz organisiert die Gemeinde einen Filmabend auf tuckernden Gefährten.

Holm.  Es wird wohl eine Premiere, und zwar mit ganz besonderem Gefährt. Das Erntedankfest, das wichtigste Fest der Gemeinde Holm, soll in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie durch ein Treckerkino ersetzt werden. Gezeigt wird ein Film mit Aufnahmen des vergangenen Erntedankfestes. Die Weltpremiere und Uraufführung soll am Freitag, 18. September, von 19:30 Uhr an auf der Wiese hinter dem Bunker gefeiert werden. Die Zufahrt über den Bredhornweg wird ausgeschildert. Der Einlass – mit echtem oder Spielzeugtrecker – beginnt um 18 Uhr.

Für die Holmer ist das Treckerkino ein ganz besonderes Ereignis, denn das Erntedankfest hat in der Gemeinde eine lange Tradition. Schon seit 100 Jahren feiert man mit großem Gottesdienst, geschmückten Straßen und einem Ball das Beenden der harten Erntearbeit. Zum Erntedankfest ist Jahr für Jahr die gesamte Gemeinde auf den Beinen. 2020 allerdings drohte dem großen Fest – wie so vielen anderen Großveranstaltungen – die Absage. Doch die Veranstalter fanden mit dem Treckerkino eine, nun ja, mutmaßlich spektakuläre, aber ganz bestimmt originelle Alternative.

Die Idee zu dem außergewöhnlichem Ereignis sei beim ersten Ansehen des Filmes entstanden, so Martina Ringel, Mitglied des Förderkreis Kultur und Brauchtum in Holm. Monatelang wurden im vergangenen Jahr, zum 25. Jubiläum des Holmer Erntedankfestes, die Vorbereitungen auf das große Ereignis von Filmbegeisterten aus Holm und den Holmern selbst per Video festgehalten. Der Film zeigt das Schneiden der ersten Ähren mit der Sense für die Erntekrone, das Flechten sowie das Schmücken der prunkvollen Umzugswagen. Verantwortlich für die Filmarbeit war August Kröger. Auch die Proben für die Bühnendarbietungen auf dem Festplatz und die ausladende Feier auf dem Ernteball werden in dem Film gezeigt.

Ein Glanzpunkt bieten die beeindruckenden Drohnenaufnahmen des Erntedankumzugs. Kröger zeigt sich stolz über das Ergebnis: „Die viele Arbeit hat sich gelohnt. Entstanden ist ein liebevolles Porträt einer Gemeinde, die von den Danzdeerns bis zu den Cheerleadern ein riesiges Spektrum in seinem Vereins- und Dorfleben zu bieten hat.“

Die Idee des Treckerkinos ist nicht neu, bereits 2019 versammelten sich etwa 60 Trecker in Leezen (Kreis Segeberg) unter freiem Himmel, die Fahrer schauten dort seinerzeit einen James Bond Film. Auch in Lindau bei Kiel konnte man im Januar dieses Jahres mit dem Trecker vor die Leinwand fahren.

Doch das Holmer Treckerkino soll viel mehr als nur eine Auswahl verschiedenster Trecker und einen beliebigen Spielfilm zeigen. Es soll ein trotziges Zeichen in Zeiten einer verunsichernden Pandemie setzen. Dieter Hermann, Vorsitzender des Förderkreises Kultur und Brauchtum in Holm, ist sich sicher: „Mit dem Film kann man das Gemeinschaftsgefühl der Holmer in Zeiten großer Unsicherheit stärken, auf die Holmer Traditionen aufmerksam machen und die Schönheit der Gemeinde als Wohnort erkennen.“ Das Ziel der Veranstalter lautet, das Erntedankfest weiter am Leben erhalten und Zuversicht auf ein Nächstes verbreiten, selbst wenn dies momentan noch in weiter Ferne erscheint.

Bis zu 500 Menschen können unter Einhaltung der Coronaregeln am Ersatz-Erntedankfest teilnehmen. Wer bei der Weltpremiere dabei sein möchte, muss keinen Eintritt zahlen, dafür aber einen Trecker mitbringen. Erlaubt sind neben echten Treckern und Anhängern auch Rasenmähertrecker, Kindertrecker und sogar Spielzeugtrecker. Kabinentrecker sind nicht zugelassen. Wessen Gefährt keine Sitzmöglichkeit bietet, muss diese ebenfalls mitbringen. Eine Bewirtung wird es nicht geben, ebenso keine sanitären Anlagen. Picknick ist ausdrücklich erlaubt. Der Heimatfilm kann für zehn Euro statt wie geplant beim Umzug nun am Premierenabend erworben werden. Überschüsse sollen dem Förderkreis zugute kommen, Spenden zum Unterhalt des Heimatmuseums sind erwünscht.