Kreis Pinneberg

Feuer im 13. Stock – 78 Hochhaus-Bewohner fliehen auf Straße

Das Feuer war im 13. Stock des Mehrfamilienhauses in Uetersen ausgebrochen.

Das Feuer war im 13. Stock des Mehrfamilienhauses in Uetersen ausgebrochen.

Foto: TV Newskontor

Das Feuer brach in 30 Meter Höhe aus. Vier Menschen wurden verletzt, 14 Wohnungen sind nicht mehr bewohnbar.

Uetersen. Als die Retter eintrafen, schlugen die Flammen schon aus dem Fenster. Ein Wohnungsbrand im 13. Stock eines Hochhauses in Uetersen (Kreis Pinneberg) hat in der Nacht zum Mittwoch einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Vier Personen mussten verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden, insgesamt 78 Menschen ihre Wohnungen verlassen. 14 Wohnungen sind nach dem dramatischen Einsatz in 30 Meter Höhe nicht mehr bewohnbar. Die Löscharbeiten an der Klosterkoppel dauerten bis weit nach Mitternacht.

Es war 21.18 Uhr, als die Uetersener Feuerwehr alarmiert wurde. Die Meldung: Ein Wohnungsbrand im 13. Stock, laut Zeugen waren „etliche Knallgeräusche“ zu hören. Tatsächlich, so Feuerwehrsprecher Dennis Renk, hatte sich ein Zimmerbrand zu einem Wohnungsbrand ausgeweitet, die enormen Temperaturen ließen Fensterglas bersten.

Feuerwehr muss von innen und außen löschen

„Wir mussten von außen und innen angreifen“, sagte Feuerwehrsprecher Renk. Das heißt: Die Drehleiter musste auf das Maximum von 30 Meter ausgefahren werden, im 12. Stock, ein Stockwerk unter der brennenden Wohnung, wurde ein „Depot“ für den Innenangriff angelegt.

Wegen der brenzligen Lage wurde das Hochhaus mit 126 Wohnungen evakuiert. Drei Menschen, darunter auch der Bewohner der brennenden Wohnung, kamen mit Rauchgasvergiftungen in ein Krankenhaus, eine Person erlitt einen Schock. Insgesamt 78 Menschen mussten während der Rettung ihre Bleibe verlassen und sich vor dem Haus sammeln. Sie wurden von einem DRK-Krisenteam versorgt.

In der Zwischenzeit kämpften 75 Einsatzkräfte gegen die Flammen. Von der Drehleiter und dem Flur des Hauses rückten die Retter gegen das Feuer vor. Erst nach fünf Stunden konnte der Brand endgültig gelöscht werden. Einsatzende war nach 2 Uhr. Die Brandursache: noch unklar.

14 Wohnungen nach Brand unbewohnbar

Nach einer ersten Bestandsaufnahme können 14 Wohnungen des Haushauses vorerst nicht mehr bezogen werden. Noch in der Nacht prüften Feuerwehrleute, ob die Stromversorgung in jeder einzelnen Wohnung wieder aufgenommen werden konnte.

Am Morgen danach sind nicht nur deutliche Rußspuren und kaputte Fenster an dem 30 Meter hohen Haus zu erkennen. Auch Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD) dankte den beteiligten Rettern von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, der SH Netz AG und der Stadtverwaltung, die sich um die Evakuierten kümmerte. „Ihrem schnellen und hochprofessionellen Eingreifen ist es zu verdanken, dass der Schaden nicht noch größer geworden ist. Dieser Einsatz zeigt, wie wichtig es ist, immer wieder in technisches Gerät und Fortbildung zu investieren.“

Die Polizei hat nun die Ermittlungen der Brandursache übernommen. Ob es ein technischer Defekt, Fehlverhalten oder ein Unfall war, sei Gegenstand der Ermittlungen.