Kreis Pinneberg

Mehr Raum zum Lernen: Rellingen plant neuen Schulcampus

Auch Rita Mikus und Tanja Koch – die Leiterinnen des Schulvereins Rellingen-Krupunder – sind überglücklich, dass die Erich Kästner Schule neu gebaut werden soll.

Auch Rita Mikus und Tanja Koch – die Leiterinnen des Schulvereins Rellingen-Krupunder – sind überglücklich, dass die Erich Kästner Schule neu gebaut werden soll.

Foto: KITTY HAUG / Kitty Haug

Die Erich Kästner Schule ist zu klein. Deshalb wird nun ein Neubau angestrebt. Was es kostet, wie lange es dauert.

Rellingen.  Mehr Raum zum Lernen muss her. Das ist in Rellingen allen klar. Deshalb hat die CDU nun den Plan für einen Neubau der Erich Kästner Grundschule in Rellingen-Krupunder vorgelegt. Am Donnerstag ist der Vorschlag dem Bürgermeister und der Schulleitung an der Heidestraße vorgestellt worden. Geplant ist ein großer Gebäudekomplex mit neuer Sporthalle. Die öffentliche Bücherei in Krupunder soll ein fester Bestandteil des pädagogischen Angebots der Schule werden und mit einer modernen und zeitgemäßen Ausrichtung auch als Treffpunkt für die Rellinger Bürger da sein.

„Das wird ein schönes Quartier für Bildung und Sport im Ortsteil Krupunder. Es ist ein sehr begrüßenswerter Antrag“, erklärt Rellingens Bürgermeister Marc Trampe. Denn „der Schule fehlen Räume“. Ein Grund für den gestiegenen Bedarf ist die deutlich höhere Nachfrage nach Betreuungsplätzen und die höheren Erstklässlerzahlen.

Altbau stammt aus dem Jahr 1953

„Wir platzen aus allen Nähten“, bekräftigt auch Rita Mikus vom Betreuungs- und Schulverein. 187 Kinder besuchen zurzeit die Grundschule. 75 Prozent der Schüler müssen nach dem Unterreich betreut werden, überwiegend bis 16 Uhr, sagt Mikus. „Die ehemalige Hausmeisterwohnung wurde zu einem Schulraum umgestaltet. Einen Gruppenraum mussten wir zu einer Küche umfunktionieren. Und die Bücherhalle ist vor ein paar Monaten aus dem Keller des Gebäudes in Container am Schulparkplatz umgezogen – das ist Flickschusterei“, so Mikus.

Der Altbau der Schule stammt aus dem Jahr 1953. Erweitert wurde die Schule 1963 und 1973, die Sporthalle ist 1975 gebaut worden. „Im Grunde ist alles nicht mehr zeitgemäß und sanierungsbedürftig“, so die CDU-Fraktion. Seit 2014 hat die Schule auch keine Aula, denn der alte Versammlungssaal im Dachgeschoss des ersten Erweiterungsbaus ist aus Brandschutzgründen nicht mehr nutzbar. Die vorhandene Küche ist für 30 Kinder angelegt, aktuell essen 141 Kinder in der Schule, eine Mensa ist nicht vorhanden. Zudem sind die Gebäude nicht barrierefrei zugänglich.

CDU: Grundschule eignet sich nicht für weitere Anbauten

Das in die Jahre gekommene Ensemble der Grundschule eignet sich aus Sicht der CDU-Fraktion nicht für weitere Anbauten oder geeignete Verbesserungen, die den notwendigen Standards einer Schule genügen. Denn „nur mit einem sehr hohen Sanierungsaufwand und dem damit verbundenen hohen finanziellen Aufwand kann die Schule zukunftsfähig an dem jetzigen Standort erhalten werden“, führt die CDU-Fraktion aus. Deshalb eröffne ein Schulneubau auf einer alternativen Fläche die Chance, die Verkehrsanbindung zu optimieren, eine sogenannten Kiss & Go-Zone einzurichten oder Schüler- und Lehrerwege zu verkürzen. Insgesamt sollen moderne Standards eingeführt und eine zukunftsorientierte Schule geplant werden. Wichtig sei, dass zusätzlich zur Verkehrsanbindung frühzeitig ein Schulwegsicherungskonzept beauftragt werde, heißt es weiter im Antrag.

Am Donnerstag, 10. September, wird der Antrag in der Sitzung des Schulausschusses beraten und „sicherlich auch beschlossen“, meint der CDU-Fraktionsvorsitzende Dieter Beyrle. Er plant, dass die Schule „im optimalen Fall“ in drei Jahren fertig ist. Zehn Millionen Euro dürfte sie inklusive Sporthalle kosten. „Das ist viel Geld. Wir haben bei den Banken die höchstmögliche Bonitätseinstufung Triple-A, erhalten Kredite zu einem günstigen Zinssatz und werden den Bau so finanzieren. Denn das Geld, was die Gemeinde hat, fließt in den Bau der Casper-Voght-Schule“ erläutert Beyrle.

Fläche muss erst gesucht werden

Eine geeignete Fläche für den Neubau ist noch nicht gefunden. Das obliegt jetzt dem Bürgermeister, während ein Arbeitskreis aus Mitgliedern der Elternvertretung, der Schulleitung und des Schulvereins sowie der Schulausschussvorsitzenden der Gemeinde, Martina Roy, ein Raumprogramm erstellen müssen. Dieses wird dann wesentlicher Bestandteil des Planungs- und Architekturwettbewerbs.

Drei Jahre dauerte auch die Erweiterung der Caspar-Voght-Schule, ein Projekt, dass 20 Millionen Euro kostete. „Das größte Projekt Rellingens in den vergangenen Jahrzehnten“, nannte es Bürgermeister Trampe im Juni. Es besteht aus einem dreigliedrigen Neubauriegel entlang der Straße Schulweg. Darin befindet sich die Mensa, vor der die Schüler bei gutem Wetter auch draußen sitzen können. Hinzu kommt das als Aula nutzbare Foyer. In dem dreistöckigen Bau werden zudem die Verwaltung und Lehrerzimmer sowie zahlreiche Klassen- und Differenzierungsräume untergebracht. Der Altbestand wurde umgebaut und renoviert.

Erweiterung der Brüder-Grimm-Schule wird fortgesetzt

Dort entstehen etwa neue naturwissenschaftliche Räume und Fachräume für Musik und Technik. Im kommenden Schuljahr soll der alte Schulhof umgestaltet werden. Die Schulhöfe bekommen zudem Grünanlagen. Der Bolzplatz wurde bereits im vergangenen Jahr fertiggestellt.

2017 wurde die begonnene Erweiterung der Brüder-Grimm-Schule an der Schmiedestraße fortgesetzt. 6,8 Millionen Euro investierte die Gemeinde. Der Neubau, der das Acht-Klassen-Haus mit dem Altbau verbindet, konnte planmäßig nach den Sommerferien 2018 bezogen werden, ist barrierefrei und mit einem Fahrstuhl ausgestattet.

Die Gemeinde investiere gern und kräftig in Bildung, „keine selbstverständliche Entscheidung, aber eine wichtige“, sagt CDU-Mann Beyrle.