Tierrettung

Holländischer Schwan bekommt Vollpension im Kreis Pinneberg

Der Schwan wird in der  Wildtierstation aufgepäppelt.

Der Schwan wird in der Wildtierstation aufgepäppelt.

Foto: Wildtierstation Sparrieshoop / HA

Eine Passantin entdeckte das hilflose Tier am Fähranleger in Glückstadt. Die Rettung kam in allerletzter Minute

Elmshorn.  Als er von seiner späteren Retterin entdeckt wurde, steckte er im Schlamm fest, war offenkundig völlig erschöpft und lag schon auf dem Rücken. Diese missliche Lage eines Schwanes ist einer Passantin am Fähranleger in Glückstadt nicht entgangen. Sie alarmierte sofort die Wildtierauffangstation in Klein Offenseth-Sparrieshoop. Dem Tier musste dringend geholfen werden.

Die Anruferin stand in der Warteschlange der Fähre, als sie den hilflosen Höckerschwan sah. Kurz nach ihrem Anruf machten sich zwei Mitarbeiterinnen des Wildtier- und Artenschutzzentrums auf den Weg. Tatsächlich war das Tier am Ende seiner Kräfte, gefangen im Schlamm. Die Retterinnen befreiten den schweren Vogel, brachten ihn in die Station und untersuchten ihn gründlich. Ergebnis: völlig erschöpft, völlig abgemagert, völlig reif für menschliche Hilfe.

Schwan hat jetzt eine Magensonde

Wie Christian Erdmann, Leiter der Station, nun mitteilt, wird der stolze Vogel zunächst mit einer Magensonde „zwangsernährt“. Das höre sich schlimmer an als es sei und bereite dem Tier keine Schmerzen. Jetzt könne sich der große Wasservogel bei Vollpension in der Station erholen.

Zudem stellte sich bei der Untersuchung heraus, dass es sich um einen holländischen Gast handelt. Der Schwan ist sowohl mit einem Halsring als auch mit einem Fußring markiert, was eindeutige Rückschlüsse auf seinen Herkunftsort zulasse. Demnach wurde der Vogel in Arnheim in der niederländischen Provinz Gelderland am Rhein beringt.

Höckerschwäne sind mit einem Gewicht von fast 14 Kilogramm die größten Wasservögel Mitteleuropas. Ihr ungefährdeter Bestand auf dem Festland wird auf 250.000 Tiere geschätzt.