Kreis Pinneberg

Fahrdienst zur Schenefelder Tafel wird eingestellt

Eine Helferin der Schenefelder Tafel übergibt einer Kundin Produkte.

Eine Helferin der Schenefelder Tafel übergibt einer Kundin Produkte.

Foto: Arne Kolarczyk

Ideenwerkstatt stellt nach sieben Jahren den Fahrdienst aus Altersgründen ein. Halstenbeker Kunden müssen nun den Bus nutzen.

Halstenbek/Schenefeld. Am Anfang fuhren sie mit dem eigenen Pkw, zuletzt nutzten sie Kleinbusse vom Jugendzentrum, der Arbeiterwohlfahrt oder der Kirchengemeinde. Mehr als sieben Jahre lang haben Mitglieder der Ideenwerkstatt Bedürftige aus Halstenbek zur Schenefelder Tafel und zurück chauffiert. Doch jetzt ist Schluss. „Wir geben aus Altersgründen auf“, sagt Wiebke Themann von der Ideenwerkstatt.

Die Hilfe für die Bedürftigen stand im Vordergrund, als das ehrenamtliche Angebot entstand. „Wir hatten geprüft, ob die Tafel auch in Halstenbek eine Ausgabestelle anbieten kann“, erinnert sich Themann. Doch es habe an geeigneten Räumlichkeiten dafür gefehlt. Themann: „Wir haben dann gesagt: Wenn die Tafel nicht zu uns kommen kann, müssen wir eben einen Fahrdienst dorthin anbieten.“

Die Idee wurde im März 2013 in die Tat umgesetzt. Mit zwei bis drei Privatwagen wurden hilfsbedürftige Personen nach Schenefeld gebracht, wo sie sich bei der Tafel mit Lebensmittel eindecken konnten. Dann wartete schon der ehrenamtliche Chauffeur für die Rückfahrt.

2015, als viele Flüchtlinge nach Halstenbek kamen und in der Folge die Dienste der Tafel nutzten, nahm auch die Zahl der Fahrten schlagartig zu. Nun reichten die privaten Pkw nicht mehr aus. Dank der Unterstützung der Gemeinde konnte die Ideenwerkstatt den Minibus des Jugendzentrums JubA 23 nutzen, auch die größeren Fahrzeuge der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde sowie des Awo-Ortsvereins standen bei Bedarf zur Verfügung.

Die Tafel richtete einen separaten Termin für die Halstenbeker Nutzer am Donnerstag ein, um dem Ansturm Herr zu werden. Im Mai 2017, als nach jahrelangem Kampf endlich eine Busverbindung der Linie 186 zwischen Halstenbek und Schenefeld geschaffen werden konnte, nahm die Zahl der Fahrdienstnutzer ab. „Es blieben aber noch viele bei uns, weil wir unsere Schützlinge nahe am Wohnort abgeholt und abgesetzt haben“, erinnerte sich Themann.

Mit Beginn der Corona-Pandemie wurde der Fahrdienst eingestellt. Jetzt haben sich Themann und Co entschlossen, das Angebot ganz einzustellen. „Vernunftbedingt“, wie sie selber sagt. „Wir haben noch acht Fahrer, alle sind älter als 70 Jahre.“ Damit würden alle zur Corona-Risikogruppe gehören und seien zudem auch langsam zu alt für das Steuern der Minibusse. „Wir haben aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich Jüngere für diese Aufgabe finden“, sagt Themann. Interessenten, die donnerstags ab 15 Uhr Zeit und Lust für die ehrenamtliche Tätigkeit haben, könnten sich im Internet unter www.ideenwerkstatt-halstenbek.de melden.

25 bis 30 Teilnehmer nutzten laut Themann zuletzt diesen Service. Ältere und nicht mobile Halstenbeker, die auf die Dienste der Tafel angewiesen sind, können künftig einen Fahrdienst der Evangelischen Kirche nutzen, der über den Bundesfreiwilligendienst organisiert werden soll. „Dies gilt aber nur für die schwerwiegendsten Fälle“, so Themann. Alle anderen müssten den Bus nutzen.

Mathias Schmitz, Vorsitzender der Tafel, ist „unendlich dankbar, dass die Ideenwerkstatt das angeboten hat“. Die Tafel habe in der Corona-Zeit viel Zuspruch erfahren und neue Helfer sowie Mitglieder gewonnen. „Es könnten sich dadurch neue Möglichkeiten auftun.“ So sei eine Belieferung von nicht mehr mobilen Hilfsbedürftigen im Gespräch.

Aktuell laufe der Betrieb trotz Corona wieder fast so wie früher. „Wir haben die Zahl der Kunden in den Räumen reduziert, alle Kunden und unsere Helfer tragen Mund- und Nasenschutz.“ Geöffnet sei inzwischen wieder wie gewohnt dienstags und donnerstags von 14 bis 17 Uhr.