Bilanz

Corona-Pandemie: Hohe Sterblichkeit im Kreis Pinneberg

Eine Ärztin entnimmt an einer Drive-in-Teststation einen Abstrich von einem möglicherweise Infizierten (Symbolbild).

Eine Ärztin entnimmt an einer Drive-in-Teststation einen Abstrich von einem möglicherweise Infizierten (Symbolbild).

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Laut Halbjahresbericht des Landes war der Kreis Pinneberg besonders stark und besonders früh von der Pandemie betroffen.

Kreis Pinneberg.  Besonders stark betroffen, besonders früh betroffen und mit einer hohen Sterblichkeitsrate geschlagen: Das sind die drei wichtigsten Erkenntnisse für den Kreis Pinneberg im schleswig-holsteinischen Corona-Halbjahresbericht. Aus dem am Montag veröffentlichten Papier geht hervor, dass der Kreis zum Stichtag 18. Juli mit Abstand die meisten Fälle im Land hatte (601) – inzwischen sind es 708.

Ein Grund ist naturgemäß die hohe Bevölkerungszahl. Doch auch die Nähe zu Hamburg und den „epidemiologisch ungünstigen“ Skiferien im März habe sich negativ auf das Infektionsgeschehen im Kreis ausgewirkt. Denn diese Kombination habe dazu geführt, dass früh ein „Eintrag an Infektionsfällen“ in den Kreis stattgefunden habe. Deshalb sei Pinneberg „besonders stark betroffen“.

Auch einer der landesweit verheerendsten Einzelausbrüche des Corona-Virus wurde mit 81 Fällen im Kreis Pinneberg registriert. In der 14. Kalenderwoche gehe dieser Ausbruch auf nur ein Altersheim zurück, infolge dessen 30 Menschen ins Krankenhaus mussten und 18 verstorben sind. Insgesamt haben vier Altersheime im Kreis unter einem starken Ausbruchsgeschehen gelitten. Ein Grund dafür, dass die Sterblichkeitsrate im Kreis mit 7,7 Prozent aller Covid-19-Fälle die zweithöchste im Land ist. Nur in Stormarn liegt sie höher (7,8 Prozent). Insgesamt gab es 82 „Herde“ mit jeweils mehr als drei Infizierten im Kreis.

Im ganzen Land war der jüngste Patient ein sehr junger Säugling, der älteste 106 Jahre alt. Von landesweit 3161 Patienten mit Virus mussten 507 ins Krankenhaus, 153 verstarben (4,8 Prozent).