Kreis Pinneberg

Corona-Fall in Kita – mehr als 40 Personen in Quarantäne

Eine Ärztin macht einen Corona-Test an der Corona-Drive-in-Station in Elmshorn. Die gibt es inzwischen nicht mehr.

Eine Ärztin macht einen Corona-Test an der Corona-Drive-in-Station in Elmshorn. Die gibt es inzwischen nicht mehr.

Foto: Arne Kolarczyk

Die Kita-Leiterin hatte die Familie aus Uetersen zum Test geschickt. Woher die Reiserückkehrer gerade kamen.

Uetersen.  Ein Kindergartenkind aus Uetersen ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, Angelika Roschning, hat daraufhin am Donnerstagnachmittag für alle direkten Kontaktpersonen – knapp 40 Kinder und vier Erzieherinnen – eine 14-tägige häusliche Quarantäne angeordnet.

Das Kind war kurz zuvor mit seiner Familie vom Balkan nach Deutschland zurückgekehrt. Nach Angaben der Kreisverwaltung hatte sich die Familie in einer Region aufgehalten, die vom Robert-Koch-Institut nicht als Risikogebiet genannt wird. Somit habe auch keine Test- oder gar Quarantänepflicht bestanden. Am Dienstag kam das Kind erstmals wieder in die Kita, es hatte keine Symptome. Dennoch schickte die Kita-Leitung die gesamte Familie zum Corona-Test; alle anderen Familienmitglieder haben ein negatives Ergebnis, dennoch ist die Familie in Quarantäne.

Für Eltern und Geschwister der Kontakte gilt die Quarantäne nicht

Zu Hause bleiben müssen außer den Erzieherinnen auch alle Kinder aus derselben Elementargruppe wie das infizierte Kind, ferner jene aus anderen Gruppen, die am Dienstagvormittag auf dem Außengelände mit ihm gespielt haben. Für deren Eltern und Geschwister gelten die Einschränkungen aber nicht. Das Gesundheitsamt hat alle direkten Kontakte für diesen Sonnabend zu einem Corona-Test gebeten.

Der Betrieb in den restlichen Gruppen geht – teilweise mit erhöhten Hygieneauflagen – weiter, auch die Krippe bleibt geöffnet. Um welche Einrichtung in Uetersen es sich handele, möchte Kreissprecherin Silke Linne nicht preisgeben. Die Betroffenen seien vom Gesundheitsamt informiert worden. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wie alle Kontaktpersonen erreichen konnten“, sagt Ulrike Evermann, Leiterin des Infektionsschutzes beim Kreis Pinneberg. Das bedeutet: Wer bis jetzt nichts von der Behörde gehört hat, muss sich in diesem Fall nicht sorgen.

Landrat Oliver Stolz nimmt das Ereignis aber zum Anlass, abermals zur Vorsicht aufzurufen: „Wir müssen weiterhin äußerst achtsam zu sein. Wichtig ist es, dass diejenigen, die aus einem Reiseland zurückkehren – egal ob Risikogebiet oder nicht, ein Gespür dafür haben, wie sie sich und andere bestmöglich vor einer Infektion schützen.“