Kreis Pinneberg

Ist das Tower-Restaurant in Heist ein Ladenhüter?

| Lesedauer: 4 Minuten
Joana Ekrutt
Der Flugplatz Uetersen/Heist aus der Vogelperspektive. Das angeschlossene Restaurant gilt eigentlich als beliebtes Ausflugsziel im Kreis Pinneberg.

Der Flugplatz Uetersen/Heist aus der Vogelperspektive. Das angeschlossene Restaurant gilt eigentlich als beliebtes Ausflugsziel im Kreis Pinneberg.

Foto: Katy Krause / krk

Suche nach neuem Betreiber der Gastronomie auf dem Flugplatz Uetersen-Heist dauert fast ein Jahr. Drei Bewerber sind abgesprungen.

Uetersen/Heist.  Es ist kein leichtes Unterfangen, die Suche nach einem Pächter für das Tower-Restaurant des Flugplatzes Uetersen-Heist. Dabei sah es zwischenzeitlich vielversprechend aus. Schon am 1. September war die Wiedereröffnung des im Oktober 2019 geschlossenen Flugplatz-Restaurants mit neuem Konzept geplant. Doch der bereits unterzeichnete Vertrag mit der Flugplatz Uetersen-Heist GmbH ist in letzter Sekunde geplatzt. Es war schon der dritte Versuch, der scheiterte.

„Der Flugplatz sucht einen Pächter, der das Tower-Restaurant als klassisches Ausflugs- und Eventlokal betreibt“, sagt Volker Carstensen, Geschäftsführer der Flugplatz Uetersen-Heist GmbH. „Auch private Feiern und Festivitäten sollen dort stattfinden können.“ In diesem Jahr seien bereits drei Interessenten abgesprungen, oder, wie im aktuellen Fall, eigentlich längst geschlossene Verträge wieder aufgelöst worden.

Corona-Krise erschwert die Suche nach neuem Pächter

Carstensen führt die schwierige Suche auch auf die Corona-Krise zurück: „Durch die Krise ist es für die möglichen Pächter schwer, die Zukunft abzuschätzen.“ Das größte Hindernis seien die vorgeschriebenen Sicherheitskonzepte. „Im Moment schließen ja auch andernorts viele Restaurants“, gibt der Flugplatz-Chef zu bedenken. Er vermutet jedoch, dass es im Zuge der Krise wieder besser wird. Was bleibt ihm auch übrig?

Doch schon vor Corona gestaltete sich die Suche nach einem neuen Betreiber nicht leicht. So wurde in dem Restaurant am Rand des Flugfelds schon vor knapp einem Jahr der Betrieb eingestellt, nachdem der damalige Pächter aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben hatte. Seitdem bemüht sich die Flugplatz Uetersen-Heist GmbH als Eigentümerin des Lokals um einen Neustart.

Das letzte Konzept sah vor, keinen Alkohol auszuschenken

Ziel der Bestrebungen ist, dass sich die gläserne Doppeltür, die in den geräumigen Gastsaal führt, bald wieder öffnet, statt mit Eisenketten und Vorhängeschloss gesichert werden zu müssen. Der vorige Pächter Sven Szaguhn hatte das Tower-Restaurant zuvor zehn Jahre lang geführt und gezeigt: Man kann den Standort langfristig halten.

Seit Jahrzehnten zählt die Start- und Landepiste des Flugplatzes zu einem der beliebtesten Naherholungsziele im Kreis Pinneberg. Neben dem Flugbetrieb gab es zumindest vor der Corona-Krise viele Thementage mit Attraktionen wie Festen, Flohmärkten und Open-Air-Konzerten. Gastronomischer Mittelpunkt war dabei immer das Tower-Restaurant mit Platz für Ausflügler, Familienfeiern und einer geräumigem Terrasse, von der aus die Besucher bei gutem Wetter den Motor- und Segelflugbetrieb verfolgen konnten.

Die Flugplatz GmbH ist Eigentümer des gesamten Gebäudekomplexes, zu dem neben dem Lokal mitsamt Mobiliar und fest verbauter Kücheneinrichtung auch die Büros der ansässigen Luftfahrtunternehmen sowie der Tower der Luftaufsicht gehören.

Betreiber sind offen für Vorschläge

Ein Plus für Pächter des Restaurant sei: Auch die große Wiese im Außenbereich kann für Veranstaltungen mit einbezogen werden. Der vorige Pächter sagte allerdings auch: „An Wochenenden lief das Geschäft in den Frühjahrs- und Sommermonaten meist gut, doch von montags bis freitags blieben die Gäste weitgehend aus.“

Flugplatz-Chef Carstensen blickt dennoch positiv in die Zukunft: „Ich glaube, dass das Interesse wieder größer sein wird, da es durch die Krise viele Gastronomen gibt, die nach einem geeigneten Ort suchen, um sich selbstständig zu machen.“ Die Betreiber sind offen für Vorschläge. Wichtig sei ihnen, dass Interessenten bereits Gastronomie-Erfahrung mitbringen.

Das traf auf den letzten im Rennen verbliebenen Bewerber zu, das fast öffnungsreife Konzept sah einen alkoholfreien Betrieb vor. Wegen der aktiven Flieger und der vielen Familien habe es zuvor schon wenig Alkoholausschank gegeben. Ob sich dieses Konzept langfristig gerechnet hätte, ist nun nur noch eine theoretische Frage. Eine neue Idee eines neuen Interessenten ist gefragt, nach Wünschen der GmbH schon bald.

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