Kreis Pinneberg

Halstenbek startet nach Corona-Pause kulturell durch

Tamara Böhning, Vorsitzende des Kulturkreises Halstenbek, und ihr Stellvertreter Klaus Hohenstein.

Tamara Böhning, Vorsitzende des Kulturkreises Halstenbek, und ihr Stellvertreter Klaus Hohenstein.

Foto: Arne Kolarczyk

Kulturkreis Halstenbek stellt Programm für zweites Halbjahr vor und hofft, dass alle Veranstaltungen stattfinden können.

Halstenbek.  Die Lesung mit der Schauspielerin Nina Petri – abgesagt. Der Jazzfrühschoppen im Baumschulmuseum – ausgefallen. Insgesamt drei Veranstaltungen des Kulturkreises Halstenbek sind bisher der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. „Wir haben alles abgesagt, aber wir haben weiter geplant“, sagt Tamara Böhning, die Vorsitzende des Kulturkreises. Sie stellt jetzt das Programm für das zweite Halbjahr 2020 vor. Ob die fünf Veranstaltungen und die für den 2. Januar 2021 vorgesehene Neujahrsgala wie geplant stattfinden können, muss die Zukunft zeigen.

„Wir hoffen sehr, dass wir unser Programm auch wie geplant in die Tat umsetzen können“, sagt Böhning. Selbstverständlich werde man die dann geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen umsetzen, kündigt die Vorsitzende an. Aktuell gilt, dass Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit bis zu 100 Personen erlaubt sind, wenn der notwendige Abstand eingehalten werden kann. „Das kriegen wir hin“, so der Vereinschefin, die sich für die Zukunft aber weitere Lockerungen erhofft.

Im April, Mai und Juni musste der Kulturkreis die geplanten Veranstaltungen absagen. Zum Re-Start ist am Freitag, 4. September, ein gemeinsames Event mit der Halstenbeker Gemeindebücherei geplant, die in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag begeht. Autorin Sofie Berg, die aus Halstenbek stammt und früher selbst Stammkundin der Bücherei war, wird von 19.30 Uhr an in der „Arche Noah“ am Haselweg vor kleinem Publikum aus ihrem Buch „Schicksalstage am Fjord“ vorlesen. Karten kosten acht Euro, sie sind in den beiden Büchereien in Halstenbek-Ort und Krupunder sowie an der Abendkasse erhältlich.

Für Freitag, 25. September, hat der Kulturkreis dann die Aula des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums gebucht. Dort tritt von 19 Uhr an das Elbtonal Percussion Duo auf. Jan-Frederick Behrend und Sönke Schreiber sind Marimba- und Vibraphon-Spezialisten. Der Eintritt kostet zwölf Euro, Schüler und Studenten zahlen fünf Euro.

„Ihr mich auch“ heißt das aktuelle Programm der Kabarettistin Simone Solga, die am Freitag, 16. Oktober, von 20 Uhr in der Mensa der Grund- und Gemeinschaftsschule an der Bek auftreten wird. Die ehemalige Kanzlersouffleuse macht sich darin Gedanken um unser Land und sagt: „Wenn uns das Wasser bis zum Hals steht, wird es höchste Zeit, zu neuen Ufern aufzubrechen.“ Kabarettfans können für 18 Euro dabei sein (ermäßigt fünf Euro).

Sunke Schmidtko ist Ozeanograph am Kieler Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung und erläutert am Freitag, 6. November, in der Arche Noah, inwieweit die Zukunft des Menschen mit der Entwicklung der Ozeane verknüpft ist. Beginn ist um 19.30 Uhr, der Eintrittspreis beträgt zehn, ermäßigt fünf Euro.

In der Weihnachtszeit erklingen am Sonnabend, 5. Dezember, von 18 Uhr an weltliche und geistliche Weihnachtslieder in der Katholischen Kirche Herz-Jesu am Friedrichshulder Weg. Dazwischen bringt der ehemalige NDR-Kulturredakteur Frank Fingerhuth den Besuchern weihnachtliche Geschichten näher. Der Eintritt für „Musik und Lesung im Advent“ kostet zehn Euro, Schüler und Studenten zahlen nur die Hälfte. Das Programm beschließt die 17. Neujahrsgala mit den Hamburger Kammersolisten in der Aula des Borchert-Gymnasiums, die für den 2. Januar 2021 um 19 Uhr geplant ist. Wenn die Highlights aus der unterhaltenden Wiener Klassik zum neuen Jahr erklingen, ist ein volles Haus garantiert. Das kann angesichts der Corona-Pandemie allerdings zum Problem werden.

„Die Neujahrsgala kostet sehr viel Geld, wenn wir nur 100 Personen reinlassen dürfen, können wir das nicht realisieren“, sagt Böhning. Im Falle der übrigen Veranstaltungen führe eine reduzierte Besucherzahl nicht automatisch zu einer Absage. „Das wäre dann für uns ein Minus, aber wir können uns das leisten.“ Der Kulturkreis verfüge über knapp 700 Mitglieder, deren Beiträge für regelmäßige Einnahmen sorgen. „Das gibt uns Sicherheit. Und außerdem haben wir uns ein kleines Polster angelegt“, so die Vereinschefin weiter.

Sie habe das Gefühl, dass die Leute nach der Corona-Zwangspause wieder Kultur vor Ort erleben möchten. „Ich werde im Ort ganz oft angesprochen, wann es bei uns wieder weitergeht.“ Wenn alles klappt, wird es ab September wieder soweit sein. Karten gibt es dann in der Buchhandlung Cremer an der Hauptstraße sowie in der See-Apotheke in Krupunder (Seestraße) – und zwar jeweils einen Monat vor den Veranstaltungen. Tickets auch auf www.kulturkreis-halstenbek.de im Internet.

Was nicht stattfinden wird, ist die ebenfalls für September geplante, großangelegte Geburtstagsfeier des Kulturkreises. „Wir werden unseren 30. Geburtstag jetzt im nächsten Jahr feiern“, sagt Böhning. Und auch die Ende März abgesagte Mitgliederversammlung solle erst im ersten Quartal 2021 nachgeholt werden – ebenso wie die Lesung mit der Schauspielerin Nina Petri.