Nahverkehr

Ellerau feiert seinen neuen Bahnsteigzugang

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Eröffneten den neuen Bahnsteigzugang: Bernd Weiher (v.l.), Matthias Köster, Elleraus Bürgermeister Ralf Martens, Britt Lüth vom LBV und AKN-Chef Ulrich Bergmann.

Eröffneten den neuen Bahnsteigzugang: Bernd Weiher (v.l.), Matthias Köster, Elleraus Bürgermeister Ralf Martens, Britt Lüth vom LBV und AKN-Chef Ulrich Bergmann.

Foto: Burkhard Fuchs

Nach zehn Jahren geht es für Fahrgäste wieder direkt zu den AKN-Zügen. Anwohner hatten Unterschriften gesammelt und für Öffnung gekämpft

Ellerau.  Nach fast zehn Jahren ist der AKN-Bahnhof in Ellerau wieder direkt von der Bahnstraße (Landesstraße 76) aus zu erreichen. Wie berichtet war der alte Zugang aus Sicherheitsgründen geschlossen worden, weil Fahrgäste über die Gleise liefen. Anwohner protestierten sofort dagegen, weil sie nun einen fast einen Kilometer langen Umweg durch einen dunklen Fußgängertunnel machen mussten. Geschäftsleute klagten über erhebliche Umsatzeinbußen.

„Mit der Sperrung des Bahnsteigzugangs ist die Laufkundschaft hier zum Erliegen gekommen“, sagte Christian Siebke, der an der Bahnstraße ein Autoteile-Geschäft betreibt. Anwohner Ernst Klöpner sammelte 1600 Unterschriften von Bürgern, die forderten, den Zugang zum Bahnsteig auch wieder von der Bahnstraße zu ermöglichen.

Politik und Verwaltung unterstützten das. Warum es dann trotzdem so lange gedauert hat, versuchte Quickborns Erster Stadtrat Bernd Weiher bei der offiziellen Wiedereröffnung am Freitag zu erklären. So hätten sich die Stadt Quickborn und ihr Nachbarort Ellerau lange nicht auf die Verteilung der Kosten einigen können, die nun insgesamt 286.000 Euro betrügen. Ellerau bezahlt 60.000 Euro und der Kreis Pinneberg 14.000 Euro. „Das alles hat lange Zeit in Anspruch genommen“, sagte Weiher. „Ich bin froh, dass wir diesen Zugang endlich geschaffen haben, den die Bürger so sehnlichst erwartet haben.“

Für Britt Lüth, zuständige Bereichsleiterin des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, ging es dagegen schnell. „Wir haben Baurecht erhalten und nun innerhalb von drei Wochen die Arbeit fertiggestellt.“ So wurde die Bahnstraße in Höhe des Ohlmöhlenweges in Quickborn um einige Meter nach Süden verlegt, um vor dem Gleiskörper Platz für die Fußgänger zu schaffen, die nun zunächst über eine eingezäunte Umlaufsperre parallel zur Straße laufen, bevor sie über die Schienen gelangen können. Sie habe auch „noch nie erlebt, dass Anwohner eine Baumaßnahme so sehr gewollt haben wie hier in Quickborn“, wunderte sich die Straßenbau-Leiterin.

Elleraus Bürgermeister Ralf Martens freute sich ebenfalls. Auch Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer könnten den neuen Zugang „bequem“ benutzen. Dies sei nun „der krönende Abschluss“ eines lange geplanten Projektes. Am liebsten wäre seiner Gemeinde aber gewesen, den Bahnübergang so umzubauen, dass sich überhaupt keine Staus mehr bilden könnten. Für die Ellerauer habe die Baustelle auch Nachteile gehabt, weil sich viele ortskundige Autofahrer nicht an die offizielle Umleitung über Alveslohe und Norderstedt zur A7 gehalten, sondern „Schleichwege durch die Wohngebiete“ genommen hätten, sagte Martens. Dies sei somit eine „Generalprobe“ für Ellerau gewesen, wenn im nächsten Jahr die Landesstraße 75 vom Berliner Damm bis zum Ortsausgang Richtung Alveslohe erneuert wird.

Maike Böhme, die an der Bahnstraße ein Kinderkleidungsgeschäft betreibt, ist „heilfroh“, dass sie nun endlich wieder Kundschaft von Müttern aus Ellerau sowie Fahrgäste der AKN in ihrem Laden begrüßen kann. Jahrelang mussten sie einen Bogen um ihr Geschäft machen. „Man merkt deutlich, dass der Publikumsverkehr jetzt wieder zunimmt“, sagt Nachbar-Geschäftsmann Siebke.

Kleiner Wermutstropfen: Anwohner Ernst Klöpner konnte trotz Einladung nicht daran teilnehmen konnte. Er liege im Krankenhaus, sagte seine Ehefrau Astrid. „Das macht meinen Mann traurig, schließlich war er es, der sich neun Jahre lang für die Wiederherstellung des Bahnsteigzuganges eingesetzt hat.“ Sogar eine Petition hatte er eingereicht.

( bf )

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