Schenefeld

Grüne fordern mehr Personal für die Zukunft von Schenefeld

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Arne Kolarczyk
Die Grünen Aenne von Wurmb (v.l.), Mathias Schmitz und Michael Behrens fordern mehr Personal für Stadtplanung, damit die Verwaltung die anstehenden Aufgaben erfüllen kann.

Die Grünen Aenne von Wurmb (v.l.), Mathias Schmitz und Michael Behrens fordern mehr Personal für Stadtplanung, damit die Verwaltung die anstehenden Aufgaben erfüllen kann.

Foto: Arne Kolarczyk

Im Stadtentwicklungskonzept sollen Neubauten in die Höhe wachsen und die Stadt nicht mehr nur autogerecht sein.

Schenefeld.  Quo vadis, Schenefeld? In welche Richtung sich die Stadt in den nächsten zehn bis 15 Jahren entwickeln soll, legt das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, kurz ISEK, fest. Das ISEK Schenefeld stammt aus dem Jahr 2005. „Damals waren die Bedingungen völlig anders als heute“, sagt Mathis Schmitz, Fraktionschef der Grünen und Chef des Stadtentwicklungsausschusses. Er fordert nun eine zügige ISEK-Neuaufstellung – und kritisiert gemeinsam mit Fraktionskollegen, dass in der Verwaltung zu wenig Kapazitäten für die Stadtplanung existieren.

Im September soll der formale Beschluss für ein neues ISEK im Stadtentwicklungsausschuss gefällt werden, die eigentliche inhaltliche Arbeit inklusive einer breit angelegten Bürgerbeteiligung 2021 beginnen. Für Schmitz und seine Fraktionskollegen hätte dieser Prozess schon viel eher beginnen müssen. „Wir führen die Verzögerung auf Defizite bei den verwaltungsinternen Strukturen zurück“, so Schmitz weiter.

Nur ein Planer für die ganze Stadt

Die Planungsaufgaben innerhalb der Verwaltung hätten in den vergangenen Jahren zugenommen, seit einiger Zeit sei auch die fachliche Begleitung der Stadtkern-Sanierung hinzugekommen. Alles liege jedoch nach wie vor in der Hand eines einzigen Stadtplaners. „Wir Grünen drängen schon lange auf eine Verstärkung der Stadtplanung“, erläutert der Ausschusschef. Der Anstoß dazu müsse jedoch von Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) kommen, die allein für die Personalplanung zuständig sei.

„Wenn wir die Stadt besser machen wollen, brauchen wir eine vernünftige Planung, und dafür brauchen wir qualifiziertes Personal“, sagt der grüne Fraktionskollege Michael Behrens, der dem Bauausschuss vorsteht. Im ISEK müssten für die Stadt essenzielle Fragen beantwortet werden, fügt Schmitz hinzu. „Wir müssen uns überlegen, welche Stadt Schenefeld in zehn bis 15 Jahren sein will, welche Einwohnerzahl wir dann erreichen wollen und wie wir mit dem zur Verfügung stehenden Siedlungsraum umgehen.“

Neue Siedlungsflächen soll es nicht mehr geben. „Wir müssen Stadtplanung ganz neu denken“, so der Fraktionschef. Keine Einfamilienhausgebiete mehr, stattdessen Geschosswohnungsbau dorthin, wo er passt. „Noch in den 90er-Jahren wurden die Städte für Autos, nicht für Menschen geplant. Das muss jetzt anders werden“, fordert Schmitz.

Mitarbeiter seien unzufrieden

Eine neue Mobilität müsse entwickelt, der Stellplatzschlüssel für Autos pro Wohneinheit weiter abgesenkt werden. Die Megatrends entwickeln sich schon längst in diese Richtung. Schmitz: „In Hamburg stehen schon ganze Tiefgaragen leer, so weit sollte es bei uns nicht kommen.“

Laut den Grünen sind neue Ideen gefragt, die hoffentlich mit den anderen Fraktionen gemeinsam entwickelt und im Konsens verabschiedet werden können. Schmitz ist in diesem Punkt optimistisch, schließlich stamme der Anstoß für die ISEK-Neuaufstellung von der CDU. Doch ohne zusätzliches Personal in der Verwaltung könne der Prozess nicht funktionieren. „Im Bereich der Stadtplanung muss deutlich aufgestockt werden“, fordert Schmitz.

Wenn das nicht passiere, gehe die ISEK-Neuaufstellung zu Lasten anderer Projekte wie etwa dem Stadtkern oder den neuen Bebauungsplänen für Teilflächen am Osterbrooksweg und der neuen Kita an der Blankeneser Chaussee. Schmitz hat jedenfalls festgestellt: „Wir spüren die Unzufriedenheit der Mitarbeiter in der Verwaltung.“

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