Kreis Pinneberg

Der Mann ohne Fingerkuppe legt Berufung ein

Nun muss der „Fingerkuppen-Fall“ noch mal verhandelt werden – dann vor dem Landgericht Itzehoe.

Nun muss der „Fingerkuppen-Fall“ noch mal verhandelt werden – dann vor dem Landgericht Itzehoe.

Foto: Carsten Rehder / picture alliance / dpa

34-Jähriger wurde wegen schwerer sexueller Nötigung verurteilt. Sein Opfer hatte sich gewehrt und kräftig zugebissen.

Ellerbek.  Die abgebissene Fingerkuppe von Ellerbek – sie wird ein Fall für das Landgericht Itzehoe: Omar K. (34), der vom Schöffengericht Itzehoe zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden war, hat über seine Verteidigerin Berufung gegen das Urteil eingelegt. Damit muss sich zu einem späteren Zeitpunkt die Siebte Strafkammer des Landgerichts mit dem Fall befassen, der für Schlagzeilen gesorgt hat.

Dem 34-Jährigen wurde vorgeworfen, in der Nacht zum 3. November 2019 an der Pinneberger Straße in Ellerbek ein Au-pair-Mädchen aus Russland überfallen zu haben. Er trat laut Anklage von hinten an die 23-jährige Frau heran, hielt ihr den Mund zu und berührte sie im Intimbereich. Bei der Abwehr biss ihm das Opfer die Fingerkuppe ab, die später von der Polizei entdeckt und als Beweismittel sichergestellt werden konnte.

Schöffengericht war von Schuld des Angeklagten überzeugt

Das Schöffengericht zeigte sich überzeugt davon, dass Omar K. die junge Frau aus sexuellen Motiven heraus angegriffen hatte. Die Richter verurteilten ihn wegen schwerer sexueller Nötigung in Tateinheit mit versuchter gefährlicher Körperverletzung, weil der Angeklagte HIV-positiv ist. Hinzu kam ein Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, den sich Omar K. bei einer Untersuchung im UKE geleistet hatte.

Omar K. hatte über seine Anwältin Stefanie Martens – sie hatte Freispruch beantragt – ausgesagt, er habe die Frau nur nach dem Weg fragen wollte. Neue Gerichtstermine gibt es noch nicht.

( kol )

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