Wedel

Nabu-Vogelstation hat einen neuen Partner

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Marco Sommerfeld leitet die Vogelstation. Besucher können dort durch Leihferngläser schauen. Das Gerät auf diesem Archivbild stammt noch aus dem Haus des früheren Kooperationspartners.

Marco Sommerfeld leitet die Vogelstation. Besucher können dort durch Leihferngläser schauen. Das Gerät auf diesem Archivbild stammt noch aus dem Haus des früheren Kooperationspartners.

Foto: Michael Rauhe

Neuer Sponsor: Österreicher Firma Swarovski stattet das Beobachtungszentrum in der Wedeler Elbmarsch mit neuen Ferngläsern aus.

Wedel.  Die Nabu-Vogelstation in Wedel hat wieder einen Partner aus der Optikbranche. Nachdem die langjährige Kooperation mit Carl Zeiss zum Ende des vergangenen Jahres ausgelaufen ist, steht nun ein neuer Unterstützer in den Startlöchern: das Tiroler Unternehmen Swarovski-Optik, Teil des gleichnamigen Kristallglas-Imperiums. Besucher können die gefiederten Bewohner der Marsch somit weiterhin durch vor Ort vorhandene Ferngläser und Spektive beobachten.

Rund 24 Fußballfelder groß ist das Gebiet rund um die Vogelstation. Etwa 160 Vogelarten finden rund um das Nabu-Zentrum einen optimalen Rast- und Brutlebensraum – Bekassine, Zwergtaucher, Kiebitz, Enten- und Gänsearten und viele mehr. Eine Weite und Vielfalt, die nicht leicht zu überblicken ist. Swarovski hat drei Spektiv-Sets in der Vogelstation installiert, die Besucher bei ihrer Suche nach den Tieren und deren Beobachtung unterstützen. Für alle, die sich auf der Suche auch nach Alpenstrandläufer, Weißwangengans und Löffelente lieber zwischen den verschiedenen Beobachtungsständen hin und her bewegen möchten, anstatt von festen Positionen zu spähen, stellt das Familienunternehmen außerdem etliche Leih-Ferngläser zur Verfügung.

„Wir freuen uns sehr, dass wir den Nabu Hamburg mit seiner Vogelstation dabei unterstützen können, die Natur und ihre besonderen Lebewesen den Menschen näherzubringen, ohne sie in ihrem Rückzugsraum zu stören“, sagt Karl Kneer, Vertriebsleiter von Swarovski Optik Deutschland, zu der neuen Kooperation. Tobias Hinsch, Geschäftsführer des Nabu Hamburg, ergänzt: „Unsere Naturschutzarbeit hilft nicht nur der Tier- und Pflanzenwelt, sondern kommt auch den Menschen zugute. Gerade jetzt, während der Corona-Krise, merken wir alle, wie wichtig schöne Naturerlebnisse sind. Wir sind sehr froh über einen starken Partner, der uns bei dieser Aufgabe hilft.“

Die von Marco Sommerfeld geleitete Station ist seit dem 3. Juni nach der Corona-bedingten Schließung wieder für Besucher geöffnet, natürlich unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften. So darf sich in der Vogelstation immer nur eine begrenzte Anzahl an Menschen gleichzeitig aufhalten. Dies gilt auch für den Außenbereich inklusive der Beobachtungshütten. Somit sollte ein Besuch mit größeren Gruppen vorerst vermieden werden. Ausreichend Desinfektionsstände und eine Maskenpflicht in allen Räumlichkeiten sorgen für weitere Sicherheit.

Was Ende mit einem Wohnwagen begann, gilt heute als eines der ornithologisch am besten erfassten Gebiete Deutschlands. Als das Gebiet durch den Deichbau in den 70er-Jahren zunehmend austrocknete, setzte sich der Nabu erfolgreich dafür ein, das zugleich entstehende Gewässer als Ersatzlebensraum für die Vogelwelt zu deklarieren.

Aber nicht nur Vögel gibt es zu sehen. Am morgigen Mittwoch geht es in Wedel um Nachtfalter. „Ihre Artenvielfalt und Farbenpracht ist erstaunlich und steht den beliebten Schmetterlingen in nichts nach“, sagt Schmetterlingskundlerin Birgitt Piepgras, die mit speziellen Leuchten Nachtfalter anlocken kann, ohne sie zu gefährden. „Viele Menschen kennen die Tiere eigentlich nur aus dem Scheinwerferlicht, haben sie aber noch nie aus der Nähe sehen können“, sagt sie. Dabei gebe es viel zu entdecken. In Schleswig-Holstein leben etwa 850 nachtaktive Großschmetterlingsarten.

Nabu Vogelstation: zu Fuß am Deich entlang vom Parkplatz Fährmannssand aus zu erreichen, Mi, Do, Sa jeweils 10–16 Uhr.

Nachtfalter kennenlernen: Mi 15.7., 22 Uhr, Nabu Vogelstation, frei, Spende erbeten, Anmeldung aufgrund der Teilnehmerbegrenzung unbedingt erforderlich unter Telefon 040/697 08 90.

( HA )

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