Kreis Pinneberg

Schenefeld wünscht sich 2023 Umgestaltung der LSE

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Arne Kolarczyk
So wie in dieser skizzenhaften Darstellung sollen die neuen Gebäude entlang der LSE aussehen. Rechts der geplante Hotelbau.

So wie in dieser skizzenhaften Darstellung sollen die neuen Gebäude entlang der LSE aussehen. Rechts der geplante Hotelbau.

Foto: Dipl.-Architekt Bernd Müller

Das wäre ein erster Schritt hin zum neuen Stadtkern. Die vierspurige Trasse soll innerorts den Charakter einer Schnellstraße verliere.

Schenefeld.  Schenefeld will einen neuen Stadtkern errichten – und könnte einen ersten wichtigen Schritt dazu bereits 2023 gehen: Zu diesem Zeitpunkt wünscht sich die Stadt den Umbau der LSE, die laut den Plänen innerorts den Charakter einer Schnellstraße verlieren soll. „Eine erste Kontaktaufnahme zum Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Itzehoe hat es in dieser Sache bereits im Januar gegeben“, bestätigt Andreas Bothing, Fachbereichsleiter Planen, Bauen und Umwelt im Rathaus.

Die LSE, die offiziell den Namen L 103 trägt, war bereits 2017 auf einem 2,3 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Luninezbrücke und der Abfahrt Halstenbek saniert worden. Den innerörtlichen Bereich hatte der Landesbetrieb, der für die Unterhaltung der Landesstraßen zuständig ist, auf Wunsch der Stadt ausgespart. Die hat inzwischen konkrete Pläne vorgelegt, wie sie sich die Umgestaltung dieses Bereichs vorstellt – inklusive Abriss der Luninezbrücke, die dank einer Bedarfsampel unterhalb des Brückenbauwerks ohnehin nur noch selten genutzt wird.

Die LSE würde als vierspurige Straße erhalten bleiben, jedoch würden die Fahrtrichtungen durch eine Baumreihe optisch voneinander getrennt werden. Angedacht ist ein zweieinhalb Meter breiter Pflanzstreifen, der zum Anpflanzen großkroniger Bäume geeignet ist, als grünes Band in der Fahrbahnmitte. Die beiden Fahrspuren in jeder Richtung würden beibehalten, aber auf eine Breite von 6,50 Meter verschlankt. Des Weiteren sind beidseitig drei Meter breite, kombinierte Fuß- und Radwege geplant.

Zwei gepflasterte und farblich abgesetzte Übergänge für Fußgänger und Radfahrer sollen ebenfalls dazu beitragen, der Straße ihren für die Stadt trennenden Charakter zu nehmen. Um den Autofahrern zu signalisieren, dass sie sich innerhalb einer geschlossenen Ortschaft befinden, soll die LSE zudem durch einen beidseitigen Gebäuderiegel eingefasst werden. Letzteres ist allerdings noch Zukunftsmusik – ebenso wie das Bürgerzentrum, das als Herzstück des neuen Stadtkerns auf dem Holstenplatz entstehen soll.

Der Umbau der LSE, an dem sich die Stadt zu einem erheblichen Teil finanziell beteiligen müsste, könnte jedoch bereits 2023 Wirklichkeit werden. Nächstes Jahr lässt der Landesbetrieb in Schenefeld die L 104 (Blankeneser Chaussee/Hauptstraße) sanieren, 2022 ist offenbar eine Sanierung auf der A 23 geplant. 2024 wird die Sanierung der L 104 auf Halstenbeker Gebiet, wo die Landesstraße Dockenhudener beziehungsweise Hartkirchener Chaussee heißt, fortgesetzt.

„2023 wäre für uns ein Zeitpunkt, die Umgestaltung der LSE im innerstädtischen Bereich anzugehen“, sagt Bothing. Eine endgültige Zusage des Landesbetriebs liege jedoch noch nicht vor, noch seien diverse Details abzustimmen. Außer dem Zeitpunkt sei auch die Kostenaufteilung noch Gegenstand der Verhandlungen.

Der Landesbetrieb übernehme nur die reine Sanierung, die gewünschten Umbauten würden allein zu Lasten der Stadt gehen. Vor zwei Jahren lag eine Kostenschätzung für den Umbau bei drei Millionen Euro. 30.000 Fahrzeuge, davon 2000 Lkw, nutzen laut damaliger Zählung täglich die LSE, die in der Stadt Altonaer Chaussee heißt. Es handelt sich mit weitem Abstand um die meistbefahrene Straße der Stadt.

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