Ausbruch mit Todesfolgen

Corona überlebt: Pinneberger sucht Stammzellspender

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Jens Imbeck-Schlegel darf die Wochen vor seiner nächsten Behandlung zu Hause verbringen.

Jens Imbeck-Schlegel darf die Wochen vor seiner nächsten Behandlung zu Hause verbringen.

Foto: Familie Schlegel / Privat

Jens Imbeck-Schlegel überlebte Corona auf UKE-Krebsstation. Nun darf er nach Hause. Aber er benötigt dringend einen Spender.

Pinneberg. Nach mehr als drei Monaten im Krankenhaus ohne physischen Kontakt zu seiner Familie durfte Jens Imbeck-Schlegel am vergangenen Freitag endlich nach Hause. „Das ist echt toll. Wir freuen uns ganz doll“, sagt seine Frau Andrea Schlegel.

Die Nachricht aus dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) sei überraschend gekommen. Für den Pinneberger heißt es jetzt: erholen und Kraft tanken. Denn vor dem an Leukämie erkrankten Diplom-Psychologen liegt noch ein langer Weg bis zur Genesung. Zwar überlebte er eine Coronavirus-Infektion auf der Krebsstation des UKE. Um aber auch den Blutkrebs zu besiegen, ist er auf eine Stammzellspende angewiesen.

Gemeinsam mit der DKMS rief seine Familie dazu auf, sich online als potenzieller Stammzellspender zu registrieren. Anfang dieser Woche hätten sich bereits 439 Menschen ein Registrierungsset bestellt. Ein passender Spender wurde jedoch auch in der internationalen Datenbank bis jetzt nicht gefunden. Und die Zeit wird knapp. „Wir haben erfahren, dass die Krebszellen im Knochenmark meines Mannes durch die letzte Chemotherapie nicht reduziert wurden“, sagt Schlegel.

Stammzelltransplantation muss so schnell wie möglich durchgeführt werden

„Die Stammzelltransplantation muss daher so schnell wie möglich durchgeführt werden.“ Sollte bis zur Transplantation in wenigen Wochen kein passender Spender gefunden werden, würden entweder Imbeck-Schlegels Tochter oder seine Nichte spenden. Sie weisen jedoch beide nur eine 50-prozentige Übereinstimmung der Gewebemerkmale zu ihm auf – ideal wären 80 bis 95 Prozent.

Umso wichtiger ist es, dass sich auch weiterhin möglichst viele Menschen bei der DKMS als Spender registrieren – nicht zuletzt um auch anderen Patienten zu helfen. Die Tage zu Hause haben Imbeck-Schlegel gut getan, auch wenn er nach wie vor zweimal in der Woche für Bluttests und Transfusionen in die Klinik muss.

„Er hat schon zugenommen“, freut sich seine Frau. Gemeinsam will die Familie sich jetzt ausruhen, um den nächsten schweren Schritt auf dem Weg zur Genesung von Vater Jens gestärkt durchzustehen.

Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann Jens Imbeck-Schlegel und anderen Patienten helfen und sich die Registrierungsunterlagen der DKMS online unter www.dkms.de/Jens nach Hause bestellen. Wichtig ist, die ausgefüllten Unterlagen und Proben schnellstmöglich per Post an die DKMS zurückzusenden.

( joa )

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