Moorrege

SPD wählt in geheimer Sitzung den Vorsitzenden ab

| Lesedauer: 2 Minuten
Ein Teiö des neuen Fraktionsvorstands der SPD Moorrege: Günter Becker (v.l.), die neue Vorsitzende Cordula Seiss, Janina Schildt, Thorsten Dührkop.

Ein Teiö des neuen Fraktionsvorstands der SPD Moorrege: Günter Becker (v.l.), die neue Vorsitzende Cordula Seiss, Janina Schildt, Thorsten Dührkop.

Foto: Thomas Pöhlsen

Der (ehemalige) Ortsvereinsvorsitzende Thomas Kasimir verliert erneut Machtkampf bei Sitzung der Moorreger Sozialdemokraten.

Moorrege.  Nächste Eskalationsstufe im Machtkampf in der Moorreger SPD. Der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Kasimir ist während einer Mitgliederversammlung hinter verschlossenen Türen abgewählt worden. Den Parteivorsitz hat Cordula Seiß übernommen. Sie gehört zur „Gruppe zwei“. So wird parteiintern eine Gruppe von Kasimir-Kritikern genannt. „Da steckt ein Plan dahinter, das Heft an sich zu reißen“, steht für den geschassten Vorsitzenden fest.

Teilnehmer berichten, dass es hoch hergegangen ist im Restaurant Lindenhof in Heist. Heftig wurde Kasimir für seine Amtsführung kritisiert, aber auch für ihn Partei ergriffen. Besonders moniert wurde, dass er nicht gemeinsame Sache mit CDU und Grünen gemacht und eine schnelle Einberufung einer Wahl des Nachfolgers von Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg gefordert hatte. Kasimir verteidigt sich mit den herrschenden Corona-Regeln. Die Kommunalaufsicht hatte dem Vorgehen des amtierenden Bürgermeisters Carsten Niedworok Absolution erteilt

Als Aufpasser wohnten sechs Vertreter des SPD-Kreisvorstandes der Versammlung bei, geleitet wurde sie vom Kreisvorsitzenden Thomas Hölck. Denn eine zuvor einberufene Fraktionssitzung im Mai, bei der Kasimir schon als Fraktionsvorsitzender abgewählt und durch das „Gruppe-zwei“-Mitglied Janina Schildt ersetzt worden war, war nicht rechtmäßig. Die Verstöße gegen Parteisatzung und Gemeindeordnung hatte eine Justiziarin im Auftrag des Kreisvorstandes herausgearbeitet. Kasimir ist damit weiterhin Fraktionsvorsitzender.

Von den 32 in Moorrege eingeschriebenen Genossen waren zwölf zur Abwahlversammlung gekommen. Die geringe Beteiligung soll damit erklärt worden sein, dass ältere Mitglieder mit Rücksicht auf ihre Gesundheit verzichtet hätten. Die „Gruppe zwei“ war mit sieben Politikern vertreten, verfügte damit über die Mehrheit und konnte alle Personalvorschläge durchdrücken. Zum Stellvertreter wurde der Hemdinger Günter Becker gewählt, Kassenwartin ist Janina Schildt. Mit Peter Gottschalk, Dirk Behnisch und Thorsten Dührkop gibt es neue Beisitzer.

Der bisherige Schriftführer Uwe Mahnke, er saß 40 Jahre für die SPD im Gemeinderat und gilt als Kasimir-Vertrauter, stellte sein Amt zur Verfügung. Ein Nachfolger konnte nicht gefunden werden. Der SPD-Kreisvorstand hatte zuvor vergeblich vorgeschlagen, Aktive aus beiden Lagern zu wählen.

Cordula Seiß will nun die Moorreger SPD „inhaltlich voranbringen“. Ihre Partei werde im Dorf nicht wahrgenommen. Stellvertreter Becker bleibt auf Kollisionskurs zu Kasimir. Er will die Dinge angehen, die der Vorsitzende „verschleppt hat“. Der Kreisvorsitzende dankt dagegen ausdrücklich Kasimir für seine Arbeit als Parteivorsitzender.

( )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg