Kreis Pinneberg

Moorreger Bienenmuseum zieht ins Internet

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Kitty Haug
Dreharbeiten für einen 360-Grad-Rundgang durch das Museum, Julian Petersen vom Startup Vollwinkel, Hamburg

Dreharbeiten für einen 360-Grad-Rundgang durch das Museum, Julian Petersen vom Startup Vollwinkel, Hamburg

Foto: Bienenmuseum Moorrege

Zu klein, um zu öffnen: Ausstellung in Moorrege ist ab Mittwoch während eines virtuellen Rundgangs zu besichtigen.

Moorrege.  Das Bienenmuseum in Moorrege wird virtuell. Damit geht die kleine Ausstellung einen Weg, den wegen der Coronavirus-Pandemie schon viele Museen und Galerien beschritten haben. Mit wenigen Mausklicks können Besucher durch die Räume schweben und Exponate betrachten, ohne dafür einen Fuß vor die Tür setzen, ja ohne auch nur vom Sofa aufstehen zu müssen.

Für das kleine Bienenmuseum in der Klinkerstraße 82 ist das zurzeit sogar alternativlos, während andere Ausstellungsräume schon wieder für Besucher geöffnet sind. Zusammen mit dem Moorreger Heimat-Museum ist es im ehemaligen Schulgebäude untergebracht. Die Stellfläche ist gering. Um den Mindestabstand von anderthalb Metern zwischen Besuchern zu gewährleisten, ist die Zahl der Besucher bis auf Weiteres limitiert worden. Zudem ist das Museum von Mai bis Oktober ohnehin nur jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat von 14 bis 18 Uhr geöffnet. „Nur zwei Leute könnten gleichzeitig rein. Das lohnt sich nicht“, sagt Andreas-M. Petersen vom Imkerverein Uetersen und Umgebung.

Mit einem 360-Grad-Rundgang, den der Verein gemeinsam mit dem Hamburger Start-up Vollwinkel realisiert hat, stellt sich das Museum seit heute nun also virtuell vor. Dieser Rundgang kann den leibhaftigen Besuch zwar nicht ersetzen, aber er vermittelt dennoch einen guten Überblick über Bienenzucht und Imkerei in Schleswig-Holstein.

Die einzige Ausstellung ihrer Art in Schleswig-Holstein

Das Bienenmuseum Moorrege ist das einzige seiner Art in ganz Schleswig-Holstein. Im Juni 2002 wurde es eröffnet. Mitglieder des Imkervereins Uetersen und Umgebung haben in liebevoller Kleinarbeit eine Ausstellung aufgebaut und betreuen sie bis heute. Den Imker-Verein gibt es bereits seit 1899. Damals hieß er noch Bienenzuchtverein für den Kreis Pinneberg. 1921 wurde der Zusammenschluss dann umbenannt in Imkerverein Uetersen und Umgebung.

Die Betreiber des Museums wollen vor allem ökologisches Bewusstsein wecken und die Angst vor Bienen, aber auch vor Wespen und anderen Insekten nehmen. Sind doch die für das Ökosystem so wichtigen Tiere bedroht.

Neben Schautafeln und Videofilm präsentieren die Imker hinter einer Glasscheibe daher auch eine Besonderheit: Im Museum gibt es einen bevölkerten Bienenstock. Durch ein Flugloch im Fenster können die Tiere rein und raus. Und die Besucher schauen durch Glasscheiben in den Stock. Dort dürfen die Gäste testen, ob sie die Krone der Bienenkönigin entdecken. Denn die ist gekennzeichnet, zumeist mit einem bunten Klebepunkt.

Auch 100 Jahre alte Honigpressen sind zu sehen

Zur Ausstellung zählen auch Strohkörbe, eine mehr als 100 Jahre alte Honigpressen und Honigwaben, außerdem Hornissen- und Wespennester, Schutzkleidung für Imker sowie mechanische und elektrische Honigschleudern, die zeigen, wie Imker damals und heute gearbeitet haben und arbeiten. Historische Bienenwohnungen ermöglichen einen Blick in die Geschichte der Imkerei. Und Schautafeln informieren die Besucher über über all das, was heute über das Leben eines Bienenvolks wissenswert erscheint. Das Museum richtet sich insbesondere an Kinder und Jugendliche.

In der Ausstellung konnten die Besucher vor Corona nicht nur schauen, sondern sie durften auch viele Exponate anfassen und ausprobieren. Das war selbstverständlich insbesondere für Kinder ein Vergnügen. Für Schulklassen, Kindergärten und andere Gruppen ließen sich auch gesonderte Führungen außerhalb der Öffnungszeiten verabreden.

Da Probieren und Anfassen in dem virtuellen Rundgang natürlich nicht möglich sind und junge Besucher der 360-Grad-Rundgang langweilen könnte, möchten die Betreiber des Museums einen eigenen Rundgang speziell für Kinder, Kitas und Schulen anbieten. Diese virtuelle Entdeckungsreise ist bisher nur eine Idee, sagt Bienenfreund Petersen. Eine sehr gute, denn in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling oder Sommerferien zu Hause ist kreative Beschäftigung zu Hause besonders gefragt.

www.imkerverein-uetersen.de/bienenmuseum/rundgang

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