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A7: Quickborn legt neuen Plan gegen den Stau vor

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Burkhard Fuchs
Ein Knackpunkt: Die schmale Brücke über die A7 an der Ulzburger Landstraße.

Ein Knackpunkt: Die schmale Brücke über die A7 an der Ulzburger Landstraße.

Foto: Burkhard Fuchs

Bürgermeister Köppl schlägt eine provisorische Verkehrsführung an der Autobahn-Auffahrt vor. Politiker sind aber skeptisch.

Quickborn.  Ein neuer Verkehrslenkungskreisel im Uhrzeigersinn um die Quickborner Autobahn-7-Auffahrt könnte endlich ein seit Jahrzehnten bestehendes Verkehrsproblem lösen. „Keine 1-A-Lösung“, wie Bürgermeister Thomas Köppl zugibt.

Aber eine Maßnahme, die den Radverkehr in Quickborn maßgeblich fördern, die Verkehrssicherheit auf der 4,90 Meter schmalen Brücke im Zuge der Ulzburger Landstraße erheblich verbessern und dort an der Kreuzung zur Friedrichsgaber Straße den morgendlichen Stau verhindern würde. Davon ist der Verwaltungschef überzeugt.

A7: Quickvorns Verwaltung will Lösung provisorisch testen

Für zunächst zwei Jahre möchte die Verwaltung – erst einmal provisorisch, „nicht in Beton gegossen“ (Köppl) – den Verkehr aus Quickborn-Ort über zwei Einbahnstraßen zur Autobahn (Feldbehnstraße, Schmalmoorweg, Kreisel Pascalstraße) und von der Autobahn weg (Friedrichsgaber Straße, Ulzburger Landstraße) zum Harksheider Weg führen.

Dafür müsste die geltende Einbahnstraßenregelung im Schmalmoorweg umgedreht werden. Die schmale Brücke über die A 7 wäre dann für Kraftfahrzeuge nur noch in südwestlicher Richtung zu befahren, während Radfahrer, die dort zurzeit keinen Radweg haben und „von den Autos geschoben werden“, wie Köppl weiß, eine eigene Fahrspur auf der Brücke bekämen. Nicht einmal Fußgänger könnten heute auf dem 70 Zentimeter schmalen Gehweg sicher über die Brücke kommen.

Durchfahrtverbot für breite Wagen fruchtet wenig

Doch die Politik vermochte Köppl von dieser im ersten Schritt mit 10.000 Euro für Beschilderung und Leitschwellen kostengünstigen Lösung nicht in Gänze zu überzeugen. CDU-Vizefraktionschef Robert Hüneburg war von dieser Kreisel-Idee zwar sehr angetan und appellierte an seine Ratskollegen, jetzt im zuständigen Fachausschuss: „Lasst es uns mal versuchen. Die Situation ist so, wie sie jetzt ist, unzumutbar geworden.“

Doch die Vertreter von SPD, Grünen und FDP störten sich daran, dass nicht zugleich Folge-Radwege geschaffen würden und dass die Baukosten für diese Verkehrsführung nach Einschätzung der Verwaltung 1,2 Millionen Euro betrügen, sollte sie mit Asphaltierungsarbeiten auf dem 800 Meter langen Streckenabschnitt des Ohlmöhlenweges zum Schmalmoorweg dauerhaft gemacht werden.

Gerhard Teepe (SPD) hielt den Vorschlag für „unausgegoren“, Sonja Kruse (Grüne) für „keine wirkliche Verbesserung für die Radfahrer“ und FDP-Ortsverbandschef Thomas Beckmann sogar für „eine Schnapsidee“. Und so vertagte der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt seine Entscheidung darüber bis nach der Sommerpause.

Höhenkontrolle an Ulzburger Straße

Bis dahin, kündigte Köppl an, werde er nun auf jeden Fall als Erstes eine Höhenkontrolle in der Ulzburger Landstraße installieren, die zumindest Lkw und andere Großraum-Fahrzeuge vom Überqueren der schmalen A7-Brücke abhalten soll. Denn wie eine aktuelle Verkehrserhebung ergab, fahren werktäglich fast 1000 Fahrzeuge illegal über die Brücke, heißt es in der Verwaltungsvorlage. 15 Prozent der täglich darüber fahrenden 6400 Fahrzeuge seien breiter als die erlaubten zwei Meter. „Eigentlich dürften nur Kleinwagen über die A-7-Brücke in der Ulzburger Landstraße fahren“, sagt Köppl.

Viele andere Pkw, wie zum Beispiel 3er-BMW, die breiter seien, müssten vor der Brücke umkehren – von den modernen SUV oder Geländewagen ganz zu schweigen. Bis zu 45 Lastkraftfahrer wagten sich zudem trotz des Verbotes jeden Tag über die Brücke – auf die Gefahr hin, bei Gegenverkehr rückwärts die Brücke wieder herunter fahren zu müssen.

Darum kündigte Bürgermeister Köppl drastische Maßnahmen an, sollten weiterhin so viele Verkehrsfrevler die schmale Brücke nutzen. Notfalls müsse er eben „zwei schwere Betonpoller“ aufstellen lassen, die wie über die maroden Rheinbrücken in Nordrhein-Westfalen die Durchfahrt baulich auf die vorgeschriebenen zwei Meter begrenzten.

Fahrradfahrer bleiben auf der Strecke

„Dann fährt da keiner mehr durch. Aber das kann’s doch nicht sein“, warnte Köppl die Politiker und forderte, mehr Rücksicht auf die Radfahrer-Lobby zu nehmen. „Radfahrer haben einen Anspruch darauf, von A nach B zu kommen.“

Das sei den radelnden Bürgern aus dem Ortsteil Quickborn-Heide zurzeit nicht möglich. „Das wird eine Nagelprobe, ob die Quickborner Politik es ernst meint mit der Förderung des Radverkehrs in unserer Stadt“, hofft Köppl auf ein Einlenken der Politik.

„Sonst bleiben wir eben die Autofahrerstadt Quickborn“, sagt der Verwaltungschef, dem sich als leidenschaftlicher Neu-Radfahrer nach eigener Aussage erst seit einem halben Jahr die Verkehrssituation für Radfahrer als dringend verbesserungswürdig herausgestellt habe.

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