Kreis Pinneberg

Helgoland: Die Insel macht sich wieder locker

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Nico Binde
Die Zeit der leeren Stühle – wie hier beim jüngsten Protest der Tourismuswirtschaft auf der Insel – ist vorbei. Helgoland wagt heute den Restart.

Die Zeit der leeren Stühle – wie hier beim jüngsten Protest der Tourismuswirtschaft auf der Insel – ist vorbei. Helgoland wagt heute den Restart.

Foto: Brigitte Rauch / HA

Auf Pinnebergs Außenposten startet der Tourismus am Montag. Doch der Urlaub auf der Hochseeinsel wird in diesem Jahr anders sein als sonst.

Helgoland.  Der sogenannte Re-Start nach all den Corona-Beschränkungen, er wird von heute an auch auf Pinnebergs Außenposten in der Nordsee versucht. Die Insel Helgoland fährt mit einer Reihe von Maßnahmen ihr so wichtiges Tourismusgeschäft wieder hoch. Bislang gilt das Eiland als einer der wenigen Orte in Deutschland, die noch keinen bestätigten Corona-Fall hatten. Aber auch kaum ein Ort in Deutschland ist so sehr auf das Geschäft mit dem Fremdenverkehr angewiesen – allein im vergangenen Jahr waren fast 400.000 Menschen auf der Insel.

Deshalb hatten die Helgoländer um Tourismusdirektor Lars Johannson schon weit vor dem Neustart Handlungsempfehlungen zur Wiedereröffnung des Tourismus entwickelt. Die nun unerwartet schnellen Lockerungen seien einerseits „extrem erfreulich“, so Johannson. „Und die wenigen grundsätzlichen Restriktionen auf Landeseben geben uns die Möglichkeit, ganz besonders individuell und angepasst mit der Situation auf Helgoland umzugehen.“ Andererseits liege nun eine große Verantwortung auf allen, um den Gesundheitsschutz sowie Sicherheit für Gäste und Insulaner aufrechtzuerhalten.

Das beginnt schon mit dem Fährbetrieb. Von Mittwoch an verkehrt der „Halunder Jet“ wieder täglich ab 9 Uhr zwischen Hamburg und Helgoland. Die Fähren ab Cuxhaven legen Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag ab, jeweils um 10.15 Uhr. Unter anderem müssen Gäste nun aber schon vor der Abfahrt am Hafen ihren Aufenthaltsort auf der Insel angeben, damit das Gepäck in die Herberge gebracht werden kann. So sollen Menschansammlungen direkt nach der Ankunft vermieden werden. Die Maskenpflicht und ein Abstand von 1,5 Metern während der Überfahrt sind obligatorisch.

„Wir müssen unseren Gästen erklären, dass ihr Urlaub diesmal anders wird als sonst“, sagt Johannson. „Sie müssen verstehen, warum es Einschränkungen gibt. Dabei spielen Vertrauen und Sicherheit eine entscheidende Rolle.“ Und dazu gehört, dass Gäste von nun an ihre kompletten Kontaktdaten zur möglichen Verfolgung eines Infektionsgeschehens hinterlegen müssen. Desinfektionsspender, nur einen Ein- und einen Ausgang oder feste Sitzplätze sind nur ein paar der vielen neuen Regeln für Herbergen und Hotels.

Da ein Restrisiko trotz aller Sicherheitsvorkehrungen nicht ausgeschlossen werden kann, liegt die Entscheidung über das Verfahren bei einem Infektionsverdacht beim Gesundheitsamt des Kreises Pinneberg. Die Inselärzte und die Nordseeklinik testen. In jedem (positiven) Einzelfall müsse nach bisheriger Sachlage danach abgewogen werden, ob Gäste eine Quarantäne in der Unterkunft oder eine sofortige Rückreise innerhalb von 24 Stunden antreten müssen. In jedem Fall habe sich der Gast an diese Entscheidung zu halten. Die Kosten dafür trage nach bisheriger Sachlage der Gast. In solchen Härtefällen bedürfe es aber noch einer rechtlichen Prüfung.

Um es erst gar nicht soweit kommen zu lassen, gibt es klare Bestimmungen für das Leben auf der Insel. Demnach sind Spielplätze und Outdoor-Fitnessgeräte zwar geöffnet, werden aber nicht desinfiziert. Minigolf kann gespielt werden. Inselrundfahrten mit dem privaten Anbieter sind voraussichtlich erst ab der kommenden Woche möglich und dann auch nur für maximal zwölf Personen pro Fahrt, die Gemeinde startet damit schon am 19. Mai jeweils um 10 Uhr und 13.30 Uhr mit Voranmeldung und ebenfalls nur zwölf Personen pro Fahrt. Die Überfahrt zur Düne ist zwischen 8 und 20 Uhr jeweils zur vollen Stunde für maximal 20 Personen pro Fahrt möglich – wie bei allen anderen Fahrten ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes Pflicht.

Die Öffnung des Hochseekinos und der Nordseehalle ist geplant, aber noch nicht konkret. Das Open Air Kino öffnet von Dienstag an für maximal 50 Personen, eine Registrierung ist Pflicht. Erste Gottesdienste sind ab Pfingsten geplant. Noch nicht gestattet sind Dünenführungen des Vereins Jordsand oder Bunkerführungen. Auch Museum und Schwimmbad sowie -halle sind geschlossen. Dafür hat die Gemeindebücherei geöffnet und - ganz wichtig – sie Tourismus Information.

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