Kreis Pinneberg

Mehr Anfragen für kostenlose Verhütungsmittel

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Der Kreistag hat bis zum Jahresende 30.000 Euro für kostenlose Verhütungsmittel zur Verfügung gestellt (Symbolbild).

Der Kreistag hat bis zum Jahresende 30.000 Euro für kostenlose Verhütungsmittel zur Verfügung gestellt (Symbolbild).

Foto: Ottfried Schreiter / picture alliance / imageBROKER

„Unglücklicher Zeitpunkt“: Kosten-Übernahme läuft langsam an. Kreis zahlt Verhütungsmittel für Menschen mit geringem Einkommen bis Jahresende.

Kreis Pinneberg.  Langwierige Überzeugungsarbeit steht hinter dem kreisweiten Projekt, bei Menschen mit geringem Einkommen die Kosten für Verhütungsmittel zu übernehmen. Denn ungewollte Schwangerschaften sind eine gewichtige Armutsfalle, besonders für Frauen. Doch diese sinnvolle Initiative sei bisher auf kein großes Echo gestoßen. Das liegt laut Kreissprecher Oliver Carstens an dem „unglücklichen Zeitpunkt“ für deren Start am 16. März dieses Jahres. Carstens sagt, dass „durch das Virus und die damit verbundenen Einschränkungen viele interessierte Frauen ihre Termine abgesagt haben“.

Die können sie nun ab sofort nachholen. Der Kreistag hatte bis zum Jahresende 30.000 Euro für kostenlose Verhütungsmittel zur Verfügung gestellt, unterteilt in zwei Tranchen à 15.000 Euro, wenn der erste Teil des Geldes abgerufen wurde. Aber Carstens sieht bereits eine Wende: „Momentan steigen die Anfragen wieder. Vier Anträge auf Kostenübernahme konnten schon bewilligt werden.“

Das ist wenig, aber in Anbetracht der Tatsache, dass alles wochenlang gesperrt war, nicht erstaunlich. Menschen, die älter als 22 Jahre sind und entweder Arbeitslosengeld II, Bafög oder Wohngeld erhalten oder ein zu geringes Einkommen haben, sind berechtigt, das Angebot in Anspruch zu nehmen.

„Die Antragstellung erfolgt bei den Schwangerschafts(konflikt-)Beratungsstellen im Kreis und ist möglichst einfach gehalten“, sagt Mirjam Bargfeld von der Schwangerenberatung der AWO. „Die Frauen und Männer kommen zu einem abgesprochenen Termin in die Beratungsstelle und bringen einen Leistungsbescheid und einen Kostenvoranschlag für das verschriebene Präparat mit.“ Nach Prüfung erhielten sie eine Kostenübernahmeerklärung und könnten das Verhütungsmittel gleich in der Apotheke abholen“, sagt Tatjana Amendt von der Beratungsstelle donum vitae.

Wegen Corona wurde bislang per Videochat, telefonisch und nur ausnahmsweise persönlich beraten.

„Bis Ende des Jahres haben wir Zeit zu überprüfen, ob und wie hoch der Bedarf hier im Kreis Pinneberg ist“, sagt Tinka Frahm, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises. Weitere Informationen stehen auf der Homepage des Kreises unter dem Punkt „Verwaltung/Stabsstellen/Gleichstellungsbeauftragte“ Dort ist das gesamte Faltblatt zum Thema hinterlegt.

( eng )

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