Kreis Pinneberg

Neuer Hingucker im Ellerhooper Arboretum

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Arne Kolarczyk
Präsentieren das neue Display: Die Vorstandsmitglieder Richard Bischoff (v. l.), Urte Wurtzel und Professor Hans-Dieter Warda.

Präsentieren das neue Display: Die Vorstandsmitglieder Richard Bischoff (v. l.), Urte Wurtzel und Professor Hans-Dieter Warda.

Foto: Arboretum / Arboretum Ellerhoop

Dank einer Spende verfügt die Norddeutsche Gartenschau nun über ein großes Display für Lehrfilme. Seit 4. Mai ist der Park wieder geöffnet.

Ellerhoop.  In der Corona-Zwangspause hat die Norddeutsche Gartenschau in Ellerhoop ein neues Highlight bekommen. Es handelt sich um ein 85 Zoll großes großes UHD-Display, auf dem neben Lehrfilmen aus der Schulbiologie, der Gehölzkunde und Baumökologie auch aktuelle Kurzfilm-Tipps für Garten- und Naturfreunde gezeigt werden.

Das 480 Kilogramm schwere Gerät, das eine Bildschirmdiagonale von 215,09 Zentimeter hat, kostet inklusive Installation 30.000 Euro. Gestiftet wurde es von der Otto Henneberg-Poppenbüttel-Stiftung. Fünf Lehrfilme sind bereits fertig. Der aktuellste Beitrag ist eine 3D-Filmanimation zu dem schulbiologischen Thema. Gedreht hat die meisten Filme Prof. Hans-Dieter Warda, Vorsitzender des Förderkreises Arboretum Baumpark Ellerhoop. Er ist seit Jahren das Gesicht hinter der norddeutschen Gartenschau, wird jedoch in Zukunft kürzer treten. „Ich habe die gärtnerische Gesamtleitung abgegeben“, sagt Warda. Er gehe mittlerweile „scharf auf die 80 zu“, und daher sei es Zeit, diese Aufgabe in jüngere Hände zu legen.

Künftig ist eine Doppelspitze für den 17 Hektar großen Park verantwortlich. Matina Buttjes und Ute Wurtzel, die Gartenarchitektur beziehungsweise Gartenbauwissenschaften studiert haben, übernehmen das gärtnerisch-operative Tagesgeschäft. Während Matina Buttjes den Park schon länger kennt und seit Jahren für die Wechselbepflanzung verantwortlich ist, ist Ute Wurtzel bereits seit Langem beim Förderkreis angestellt – bisher zuständig für Büro und Café, nun auch für die Parkunterhaltung.

Während die Norddeutsche Gartenschau während der Corona-Schließung unbemerkt erblüht ist, können seit dem 4. Mai wieder Besucher die norddeutschlandweit einzigartige Parkanlage besuchen. In dieser Woche kam auch ein sehr prominenter Besuch – in Person von Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne), der auf einem Rundgang sowohl das neue Display als auch die anderen Höhepunkte wie die Nachbildung des General Sherman Trees bewunderte.

„Wir sind mit der Besucherzahl mehr als zufrieden“, sagt Urte Wurtzel. So sei das Arboretum beispielsweise am Muttertag sehr gut besucht gewesen. „Es funktioniert alles, die Gäste halten Abstand und verhalten sich vorbildlich, was die Hygieneregeln angeht“, so die Büroleiterin weiter.

Um öffnen zu können, hat die Norddeutsche Gartenschau ein Hygienekonzept erstellt und umgesetzt. Es sieht unter anderem vor, dass alle Führungen und Veranstaltungen entfallen müssen. Auch das beliebte Dielencafé bleibt geschlossen. Das ändert sich auch ab Montag nicht, wenn landesweit Restaurants und Cafés wieder öffnen dürfen. Alternativ gibt es einen Kaffee und Kleinigkeiten zum Mitnehmen. Ab diesem Wochenende wird auch der „Kaffee-Express“ wieder durch den Park rollen und die Gäste bei Bedarf mit Kaffee, Süßigkeiten und Eis versorgen.

Die Narzissenblüte fand wegen der Corona-Schließung ohne Öffentlichkeit statt. Dafür wartet jetzt einer der optischen Höhepunkte des Jahres auf die Besucher – nämlich die Blüte der Pfingstrosen. Die Päonien haben in diesen Tagen nahezu ihre volle Pracht entfaltet. Die Blume der Chinesischen Kaiserin, die Strauch-Pfingstrose, die auch über Jahrhunderte Nationalblume der Chinesen war, bietet derzeit tolle Fotomotive. Ihre Farbpalette reicht vom reinsten Weiß über leuchtende Rottöne und Purpur bis hin zu den unendlich zarten Pastelltönen wie Silbrigrosa und Hellviolett. Bei den neuen amerikanischen Züchtungen, die bis in den Juni hinein blühen, findet man auch gelbe und orangefarbene Töne. Hinzu kommt bei vielen Strauch-Pfingstrosen ein herrlicher Duft, den man am besten bei einem morgendlichen Gartenspaziergang genießen kann.

Ihren Namen verdankt die Pflanze Paeon, dem griechischen Gott der Heilkunde, denn sie wurde schon im China der Han-Zeit, etwa 206 vor Christus, und in der Antike als Heilpflanze verwendet. Es gibt Aufzeichnungen aus jener Zeit über ihre blutstillende Wirkung. In China gilt die Päonie als Symbol für alles Positive im Leben und steht für Werte wie Glück, Frieden, Ehre, Ansehen, Vornehmheit, Reichtum und Wohlstand.

A rboretum, Thiensen 4, Ellerhoop: Der Förderkreis, der das Arboretum trägt, hat zwölf Angestellte. Die meisten davon sind Gärtner. Im Sommer, wenn alles blüht, kommen noch mehrere Aushilfen dazu. Geöffnet ist seit dem 4. Mai wieder zu den üblichen Zeiten – und zwar von Montag bis Sonntag von 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet neun Euro, ermäßigt 7,50 Euro. Eine Jahreskarte ist für 50 Euro erhältlich. Für 30 Euro im Jahr ist auch eine Mitgliedschaft im Förderkreis möglich. Für einen ausführlichen Rundgang durch die Norddeutsche Gartenschau sollten mindestens anderthalb Stunden eingeplant werden.

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