Wedel

Bundesliga startet: Es läuft wieder für Sportsbar

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Johannes (l.) und Simon Kunze haben die Highlight Sportsbar vor acht Jahren gegründet.

Johannes (l.) und Simon Kunze haben die Highlight Sportsbar vor acht Jahren gegründet.

Foto: Katy Krause

Die Insolvenz des Highlight in Wedel ist abgewendet, am Montag läuft das erste Spiel. Auch hier gelten strenge Hygienevorschriften.

Wedel.  Ein richtiges Loch drohte die Insolvenz der Wedeler Highlight Sportsbar zu reißen. Jung und Alt, Familien und einsame Herzen hatten das Restaurant im ehemaligen Vereinsheim des Wedeler TSV an der Bekstraße gleichermaßen zu ihrem Lieblingstreffpunkt auserwählt, sie feierten dort Hochzeiten, Konfirmationen und Geburtstage, freuten oder ereiferten sich über Fußballspiele, schlugen der Einsamkeit zu Hause ein Schnippchen. Doch es geht weiter! Inhaber Simon Kunze (32) konnte mit Hilfe des Insolvenzverwalters die drohende Pleite abwenden, acht Jahre Aufbauarbeit waren also nicht umsonst.

Voraussetzung dafür, dass es mit der Highlight Sportsbar überhaupt weitergehen kann, sind Einnahmen. Und die kann es vom kommenden Montag an wieder geben, wenn die Gastronomen in Schleswig-Holstein endlich wieder öffnen dürfen – und die Bundesliga wieder beginnt. „Wir freuen uns auf die Unterstützung der Gäste“, sagt Kunze. Die Vorschriften hat er erst vor Kurzem erhalten, sein Glück ist, dass er dank eines Veranstaltungssaals Platz hat, um die Sitzordnung zu entzerren, zudem besitzt er fahrbare Fernseher für draußen, „so können wir alle Abstände einhalten“, sagt er.

Einzig an den Sitzreihen auf der Tribüne muss er etwas ändern, hier bauen er und seine fünf Angestellten jede zweite Reihe aus und freuen sich auf das erste Fußballspiel, wenn Leverkusen gegen Bremen antritt, am Montag um 20.30 Uhr, pfeif auf den Ruhetag.

Die Spezialität in der deutsch-amerikanisch orientierten Küche des Restaurants sind frisch zubereitete Burger mit selbst gemachten Frikadellen, „jeden Monat denken wir uns neue Kreationen aus“, so Kunze. Ein Knaller sei der FKK-Burger gewesen, ein Burger ohne Brötchen für Leute, die die Winterpfunde loswerden wollten. Den wird es wohl wieder geben, und immer wieder etwas Lustiges zum Ausprobieren.

Einnahmen waren schlagartig weg, Ausgaben blieben

Zu der Insolvenz war es wegen der Corona-Pandemie gekommen, „wir haben alles versucht, um von unseren Fixkosten runterzukommen. Doch das ist nicht gelungen, sodass wir Angst haben mussten, in einen Schuldenberg zu laufen“, hatte Kunze noch Mitte April im Gespräch mit dem Abendblatt gesagt. Kosten wie Miete, Strom, Rechnungen und der Lohn für das Personal hätten weiter bezahlt werden müssen. Auf der anderen Seite habe es schlagartig keinerlei Einnahmen mehr gegeben, und selbst sein Antrag auf Kurzarbeitergeld sei nicht beantwortet worden.

Damit steht Kunze nicht allein, massenhaft ist es Einzelhändlern und Gastronomen so gegangen wie ihm. Aber jetzt ist erst mal Land in Sicht, gemeinsam mit seinem Insolvenzverwalter hat Simon Kunze einen Sanierungsplan erarbeitet, und „alles bleibt beim Alten“, freut er sich.

Die Kegelbahn im Keller muss noch weitgehend ungenutzt bleiben, da dürfen höchstens Familien hin. Wegen Corona. Ein Glück sei, dass das Lokal einen separaten Ein- und Ausgang habe, sodass das zu nahe Über-den-Weg-Laufen vermieden werden könne. Nur spontanes Handeln ist zur Zeit nicht angesagt: Gäste müssen, so die staatliche Vorgabe, vorher telefonisch reservieren. Und sie müssen auf dem Weg zum Sitzplatz eine Maske tragen.

( eng )

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