Pinneberg

Stele am Bahnhof: Initiative erneuert Forderung

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Sie wollen das Pinneberger Kriegerdenkmal zu einem Mahnmal machen: Dieter Borchardt (v. l.), Jochen Hilbert , Karl-Heinz Boyke , Sandra Hollm , Dieter Grieschat

Sie wollen das Pinneberger Kriegerdenkmal zu einem Mahnmal machen: Dieter Borchardt (v. l.), Jochen Hilbert , Karl-Heinz Boyke , Sandra Hollm , Dieter Grieschat

Foto: Alexander Sulanke

75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs müsse das Denkmal in Pinneberg um eine Kommentierung ergänzt werden.

Pinneberg.  Die Mahnmal-Initiative Pinneberg fordert anlässlich des bevorstehenden 75. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs die Stadt erneut auf, das Kriegerdenkmal am Bahnhof mit einer Ergänzung zu versehen. „Und zwar mit einer Ergänzung zu einem Mahnmal, das die kriegsverherrlichende Botschaft des Denkmals in eine Warnung vor einer Wiederholung übersetzt“, wie Jochen Hilbert, der Sprecher der Initiative, sagt. Er zitiert aus der Rede, die der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestag des Kriegsendes im Bundestag gehalten hat: „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. (...) Wir haben allen Grund, den 8. Mai 1945 als das Ende eines Irrweges deutscher Geschichte zu erkennen, das den Keim der Hoffnung auf eine bessere Zukunft barg.“

Worte, die in Pinneberg nichts sichtbar bewirkt haben, so Hilbert: „Die Lügen, die das Bauwerk am Pinneberger Bahnhof verbreitet, wurden bis heute von der Stadt nicht öffentlich markiert. Erst dann würde das Bauwerk zu einem Mahnmal werden. Mit Lügen wie ,Feld der Ehre‘, den angeblichen ,Helden‘, der nicht belegbaren Zahl von 312 Soldaten, der Ehrung der Münchner Putschisten unterstützten Pinneberger Nazis im Jahr 1934 den Zweck, einen verbrecherischen Vernichtungskrieg vorzubereiten. Das Bauwerk diente damit der Kriegsverherrlichung und kann, ohne Kommentierung, auch heute noch so gesehen werden.“ Diese Kommentierung, sie müsste nach Ansicht der Mahnmal-Initiative ein Kontrapunkt in Form eines Kunstwerks sein.

Hilbert und seine Mitstreiter sprechen sich für einen Künstlerwettbewerb aus. Für die Umsetzung des Siegerentwurfs sollten nächstes Jahr 100.000 Euro zur Verfügung stehen. Das Thema stand bereits auf der Tagesordnung der für den 17. März geplanten Sitzung des Stadtentwicklungs-Ausschusses (wir berichteten). Jochen Hilbert hatte sich im Vorfeld besorgt darüber geäußert, dass eine politische Mehrheit in Pinneberg die Kosten als Argument dafür heranziehen könne, dass auch künftig nichts geschehe.

Doch dann kam alles noch ganz anders. Am 16. März deutete sich der coronabedingte Lockdown zunächst mit der Schließung aller öffentlichen Einrichtungen an. Die Ausschusssitzung am 17. März gehörte zu den ersten im Kreis Pinneberg, die aufgrund der Coronapandemie abgesagt wurden.

( sul )

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