Prisdorf

Großbrände im Kreis beschäftigen Pinneberger Feuerwehren

| Lesedauer: 5 Minuten
Alexander Sulanke und Arne Kolarczyk
Am Dienstagnachmittag kam es aus noch unbekannten Gründen zu einem Großbrand auf dem Gelände der Golfanlage Peiner Hof.

Am Dienstagnachmittag kam es aus noch unbekannten Gründen zu einem Großbrand auf dem Gelände der Golfanlage Peiner Hof.

Foto: Alexander Sulanke / HA

Aus unbekannten Gründen war am Dienstag ein Feuer im Peiner Hof ausgebrochen. Schon zuvor hatte es gebrannt.

Pinneberg. Ein bis auf die Grundmauern niedergebranntes Gästehaus in Prisdorf, ein Waldbrand in Quickborn, Flammen auf dem Elbewanderweg in Wedel – und all das bei extremer Trockenheit, angefacht durch starken Westwind: Großeinsatz für die Feuerwehren im Kreis Pinneberg am Dienstag.

Es ist 18.40 Uhr, als der Alarm vom Peiner Hof in Prisdorf eingeht. „Die Kameraden haben schon auf der Anfahrt starke Rauchentwicklung wahrgenommen“, sagt Dennis Fuchs, Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands. „Nach ersten Informationen sollen sich Menschen in dem Gebäude befunden haben.“

Als die ersten Feuerwehrleute eintreffen, steht das Gebäude auf der Golfanlage lichterloh in Flammen. Fünf Bewohner haben sich aber schon in Sicherheit bringen können; sie werden vorsorglich vom Rettungsdienst auf Rauchgasvergiftungen untersucht. Nach Abendblatt-Informationen muss eine Polizistin im Rettungswagen behandelt werden. Das Feuer ist so groß, dass die Pinneberger und die Tornescher Wehr in die Nachbargemeinde ausrücken.

Feuerwehr rettet reetgedeckte "Goldscheune"

Dann der nächste Schock: Funkenflug hat auch den Giebel der benachbarten, reetgedeckten „Goldscheune“ – eine beliebte Eventlocation – in Brand gesetzt. Es gelingt den Einsatzkräften aber, das Haus zu retten. „Die Kameraden haben massiv von innen und von außen gelöscht“, sagt Feuerwehrsprecher Fuchs. Der Schaden am Gebäude dürfte erheblich sein.

Die Freiwillige Feuerwehr aus Borstel-Hohenraden rückt derweil zu einem weiteren Reetdachhaus aus, das etwa 400 Meter entfernt in Windrichtung liegt. „Die Bewohner hatten Funkenflug wahrgenommen und vorsichtshalber schon mal begonnen, das Dach mit dem Gartenschlauch zu wässern“, sagt Dennis Fuchs. Im Bahnverkehr kommt es unterdessen zu Verspätungen, weil Rauch die Sicht behindert.

Weitere Brände am Dienstag – in Wedel und an der Autobahn

Was zu dem Feuer auf dem Peiner Hof geführt hat, ist noch ebenso unklar wie die Frage, wer sich dort warum aufgehalten hat; im Internet wird das jetzt abgebrannte Gebäude als Monteursunterkunft angeboten. Fast zeitgleich muss die Feuerwehr in Wedel ausrücken. Nahe dem Kraftwerk brennt die Vegetation am Elbewanderweg. Wieder sind es Trockenheit und Wind, die das Löschen erschweren.

Genauso wie am Nachmittag in Quickborn. 14 Uhr, Harksheider Weg, schon östlich der A 7. Ein Holzschuppen steht in Flammen. Innerhalb kurzer Zeit wird daraus ein größerer Flächenbrand.

Einsatzleiter Daniel Dähn, Quickborns Vize-Wehrführer, fordere sofort alle verfügbaren Kräfte seiner Feuerwehr an und lässt zur Unterstützung weitere Feuerwehrleute aus Norderstedt alarmieren. Die Flammen drohen auch auf zwei Wohngebäude überzugreifen. Die werden mit Löschwasser gekühlt, um einen Funkenübersprung zu verhindern. Das gelingt auch.

1000 Quadratmeter Wald brennen bei Quickborn

Nicht verhindern können die Einsatzkräfte, dass der starke Westwind das Feuer in den angrenzenden Wald hineintreibt. Letztlich erfasst der Brand etwa 1000 Quadratmeter Waldfläche, ehe die Feuerwehrleute nach rund einer Stunde die Flammen unter Kontrolle bekommen. Um weitere Glutnester suchen und ablöschen zu können, kommt auch die Drohne der Feuerwehr Barmstedt zum Einsatz, die Bilder aus der Luft liefert. Gegen 17.15 Uhr können die Einsatzkräfte in die Wache zurückkehren.

Parallel zu dem Einsatz muss die Feuerwehr Bilsen zweimal in Quickborn aushelfen. An der Ulzburger Landstraße müssen zwei Bäume gefällt werden, die umzustürzen drohten. Außerdem hat ein Bürger Theaternebel, den die Stadtwerke zur Überprüfung in einen Kanal eingeleitet hatten, für Brandrauch gehalten und die 112 gerufen.

Die Ermittlungen zur Ursache des Flächen- und Schuppenbrandes hat die Kripo übernommen. Möglicherweise könnte die Gartenhütte, aus der die Einsatzkräfte noch drei Gasflaschen geborgen haben, der Ausgangspunkt gewesen sein. In den ersten Zeugenmeldungen war von einer brennenden Gartenhütte die Rede.

Feuerwehr warnte bereits vor Brandgefahr wegen Trockenheit

Erst am Dienstag hatte der Landesfeuerwehrverband in Schleswig-Holstein vor der erhöhten Brandgefahr wegen der anhaltenden Trockenheit gewarnt. Teilweise ist landesweit bereits die zweithöchste Warnstufe ausgerufen worden, so Holger Bauer vom Landesfeuerwehrverband. Er sagt weiter: „Nur durch den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur lassen sich Wald- und Flächenbrände vermeiden.“ Daher gibt die Landesfeuerwehr Sicherheitstipps, die dringend beachtet werden sollten. So ist offenes Feuer in Wäldern verboten – dies gilt auch für Grillfeuer. Wer nicht auf das Grillen verzichten will, sollte nach dafür ausgewiesenen Plätzen fragen und natürlich auch Abstandsregeln einhalten.

Ebenso ist es streng verboten, in den Wäldern zu rauchen. Keinesfalls sollten noch brennende Zigaretten aus dem Autofenster geworfen werden. Falls Ausflüge in die Natur mit dem Auto erfolgen, darf das Fahrzeug nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Denn: Grasflächen unter Fahrzeugen können sich durch heiße Katalysatoren entzünden. Zufahrten zu Wäldern, Mooren und Heideflächen sind freizuhalten.

Wer einen Brand oder eine Rauchentwicklung bemerkt, sollte sofort den Notruf 112 informieren. Wenn möglich, sollten erste Löschversuche unternommen werden, um die Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Dies gilt aber nur, wenn man sich selbst nicht in Gefahr bringt.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg