Kreis Pinneberg

Coronavirus: Zahl der Infizierten steigt auf 455

Ärztin Antje Klein entnimmt an einer Drive-in-Teststation in Elmshorn einen Abstrich von einem möglicherweise Infizierten.

Ärztin Antje Klein entnimmt an einer Drive-in-Teststation in Elmshorn einen Abstrich von einem möglicherweise Infizierten.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

22 neu bestätigte Fälle von Mittwoch auf Donnerstag. Bereits acht Todesfälle im Kreis Pinneberg. Drei Altenheime in der Region betroffen.

Kreis Pinneberg. Auch vor dem Osterwochenende ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus gestiegen. Von Mittwoch auf Donnerstag kamen nach Angaben des Gesundheitsamtes 22 neue bestätigte Fälle hinzu, bis Freitagabend erhöhte sich diese Zahl um zehn. Damit sind im Kreis Pinneberg bisher insgesamt 455 Menschen mit der neuartigen Lungenkrankheit Covid-19 in Berührung gekommen. 69 Menschen mussten deswegen im Krankenhaus behandelt werden, acht Patienten hat die Infektion bisher das Leben gekostet.

Jeweils drei Tote kamen dabei aus den betroffenen Pflegeheimen in Tornesch und Rellingen. Nachdem in Tornesch fast alle 30 Bewohner und sieben von 16 Pflegekräften positiv auf Corona getestet wurden, sind in den zwei Rellinger Heimen inzwischen 13 Mitarbeiter und 40 Bewohner infiziert.

In ganz Schleswig-Holstein wurden seit Beginn der Epidemie insgesamt 2032 Fälle gemeldet. 1134 Personen gelten als genesen. Bisher mussten sich 309 Patienten in klinische Behandlung begeben, 155 Personen sind noch im Krankenhaus. Landesweit sind 39 Todesfälle auf die Viruserkrankung zurückzuführen.

Elmshorn liefert Pässe und Ausweise bis an die Haustür

Aufgrund der aktuellen Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus’ stellt die Stadtverwaltung Elmshorn seit dieser Woche rund 600 fertige Personalausweise und Reisepässe selbst zu. Ausgetragen werden die Dokumente von den Mitarbeitern des Meldewesens, die ab nächster Woche durch die Auszubildenden des Rathauses verstärkt werden.

„Wir wollen es unseren Bürgerinnen und Bürgern so einfach wie möglich machen“, sagt Bürgermeister Volker Hatje (parteilos). „Gleichzeitig steht ihre Sicherheit und Gesundheit für uns an oberster Stelle, weswegen die gewohnte Ausgabe der Dokumente derzeit leider nicht möglich ist. Daher greifen wir nun auf diese unkonventionelle Lösung zurück.“ Zusammen mit ihren Dokumenten erhalten die Empfänger zudem einen kleinen Gruß der Stadtverwaltung: Einen Stoffbeutel mit nützlichen Alltagsgegenständen sowie Infos zu möglichen Karrierewegen bei der Stadt. Auch bei der Direktzustellung gelten verschärfte Vorsichtsmaßnahmen. So erfolgt die kontaktlose Übergabe nur nach vorheriger Terminvereinbarung. Ein Erklärungsschreiben wird per Post zugestellt.

Corona-Soforthilfe für den Kreis Pinneberg – So geht’s!

Die Hilfsbereitschaft sei enorm, was fehlte, war eine zentrale Anlaufstelle für Unterstützungsangebote aller Art. Damit Privatleute und Unternehmen in Zukunft einen einfachen Weg finden, den Kreis bei seinem Kampf gegen die Coronakrise zu helfen, ist nun auf der Internetseite des Kreises sein schnörkelloses Kontaktformular geschaltet worden. Zudem gibt es nun eine Mailadresse, die für Hilfsangebote genutzt werden kann (siehe Textende), und eine eigene Telefonnummer.

Benötigt werden aktuell vor allem Desinfektionsmittel, Atemschutzmasken, Brillen und Handschuhe sowie Personen mit medizinischen oder pflegerischen Hintergrund, die gerne helfen möchten. „Aber auch jede andere Form von Hilfeangeboten ist willkommen“, sagt Kreissprecher Oliver Carstens.

Das Corona-Virus stelle die Menschen im Kreis vor immense Herausforderung. Dennoch hätten sich zuletzt viele Unternehmen und Privatpersonen bei der Kreisverwaltung gemeldet, um zu fragen, was sie in dieser schwierigen Zeit tun können. „Ich bin begeistert von der Einsatzbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger sowie der Firmen und Institutionen in unserer Region.“, sagt Landrat Oliver Stolz. „Wir haben etwa Spenden von Desinfektionsmitteln erhalten, aber auch Unterstützungsangebote von Menschen mit medizinischem oder pflegerischem Hintergrund, die einfach nur helfen wollen.“ Das sei einfach nur „großartig“, so Stolz.

Der Kreis Pinneberg sammele die angeboten Hilfsleistungen und reicht sie weiter. Viele Städte und Gemeinden koordinieren zudem eigene Nachbarschaftshilfen, etwa Einkäufe für ältere Menschen. „Diese Unterstützungsangebote sind dort am besten aufgehoben, das ist tolle, ehrenamtliche Arbeit“, so Oliver Stolz. Auch das Land hat eine Webseite eingerichtet, über die Unternehmen etwa Personal anderen Betrieben überlassen können.

Hilfen an den Kreis: www.kreis-pinneberg.de,„Aktuelles“ klicken, Kontaktformular

Per Mail: wir-gegen-corona@kreis-pinneberg.de.

Telefon ab 14. April: 04121/4502-5000

Nachbarschaftshilfen: www.engagiert-in-sh.de

Für Unternehmen: www.kofw-sh.de