Kreis Pinneberg

Holmer Baseballer in Vorfreude auf neuen Platz

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Diese Kraterlandschaft soll bald ein grüner Baseballplatz sein. Andre Schriever, Abteilungsleiter der Sparte Baseball im TSV Holm, freut sich auf die Spiele der Holm Westend 69'ers.

Diese Kraterlandschaft soll bald ein grüner Baseballplatz sein. Andre Schriever, Abteilungsleiter der Sparte Baseball im TSV Holm, freut sich auf die Spiele der Holm Westend 69'ers.

Foto: Thomas Pöhlsen

Nach sechsjähriger Planung haben in dieser Woche die Bauarbeiten begonnen. Die Anlage für die Westend 69’ers soll im Sommer fertig sein.

Holm.  So ein bisschen wie der Marathonläufer beim Einbiegen auf die Zielgerade fühlt sich Andre Schriever gerade. Der Spartenleiter Baseball des TSV Holm beobachtet, wie Arbeiter von der Ruhr das Gelände zwischen dem Fußballstadion und dem Parkplatz am Katastrophenweg inspizieren. Wo jetzt nur graue Erde zu sehen ist, soll im Sommer die Erste Herrenmannschaft der Westend 69’ers um Zweitliga-Punkte kämpfen können. Eine Spezialfirma für Sportstättenbau aus Hattingen hat in dieser Woche mit dem Anlegen des Spielfeldes begonnen, mit dem die Holmer endlich eine geeignete Sportstätte bekommen. „Das war kein Zuckerschlecken“, blickt Schriever auf die sechsjährige Planungsphase zurück.

Denn das alte Spielfeld erfüllte nicht die Normen des Deutschen Baseball Verbandes (DBVV). Es war zu klein. Für die Jugendmannschaften und die unteren Klassen im Erwachsenenbereich war ein Spielbetrieb mit Ausnahmegenehmigung zwar möglich. Richtig Spaß macht das Spielen auf einem zu kleinen Feld allerdings nicht. Man würde auch keine Fußballmannschaft auf einem Platz antreten lassen, der ein paar Meter zu kurz und zu schmal ist. Durch den Aufstieg der Vorzeigemannschaft der Westend 69’ers, der Ersten Herrenmannschaft, erst in die Regionalliga, später in die Zweite Liga veränderte sich die Situation. Sie durften nicht mehr in Holm spielen. In den höheren Liga gibt es diese Ausnahmegenehmigung nicht mehr. Die Alligators aus Elmshorn halfen, indem die Westender ihre Heimspiele auf deren Platz austragen konnten. Doch zufriedenstellend war diese Lösung für die Holmer nicht.

Sechs Jahre ist es also her, da schmiedeten Schriever und die stellvertretende Spartenleiterin Anette Wille den Plan, eine neue, schöne und vor allem ausreichend große Baseballanlage zu schaffen. Die Gemeinde unterstützte sofort den Plan. Es mussten allerdings „viele, viele, viele Gespräche mit Institutionen geführt werden“, so Schriever rückblickend. Die waren unter anderem notwendig, um eine Finanzierung auf die Beine zu stellen. Das Projekt wurde realisierbar, weil aus mehreren Töpfen Unterstützung floss. Der Kreis- und der Landessportverband, das Land und die Gemeinde schossen Geld zu. Durch die Zeitverzögerung wurde das Projekt allerdings teuer. Gingen die Planer in einer ersten Schätzung von 371.500 Euro aus, so sind es mittlerweile 582.850 Euro geworden. Schriever verweist auf die deutlich gestiegenen Kosten für Bauvorhaben.

Das Vorhaben der stetig wachsenden, sportlich erfolgreichen und selbstbewusst auftretenden Randsportart stieß nicht bei jedem im Verein auf Gegenliebe. Das Okay der Mitgliederversammlung war jedoch wichtig, weil ein Darlehn von 156.000 Euro vom Gesamtverein aufgenommen werden sollte, um das Projekt zu finanzieren. Zum Knackpunkt wurde die Aufteilung der begrenzten Fläche des Holmer Sportparks. Die Lösung, dass der Baseballplatz auch von den Fußballern genutzt werden kann, sicherte die Zustimmung des Vereins. Neben dem Kombi-Platz gibt es in dem Holmer Sportpark zukünftig noch zwei Rasenplätze und einen Bolzplatz. Bisher gab es drei Rasenplätze für die Fußballer.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Finanzierung waren die Eigenleistungen der Mitglieder. Alles, was nicht von Firmen gemacht werden musste, wollten die Baseballer selber anpacken.

Sportler investierenmehr als 1000 Stunden Arbeit

Von mehr als 1000 ehrenamtlichen Stunden kann der Spartenleiter berichten – und Stolz schwingt in seiner Stimme mit. Zudem streicht er die Verdienste eines Teams heraus, das ihn und seine Stellvertreterin bei den Planungen unterstützt.

Eine Zeit lang ist über den Bau eines Kunstrasenplatzes nachgedacht worden. Doch mit Blick auf die nähere Umgebung mit dem Landschaftsschutzgebiet Holmer Sandberge, der größten Binnendüne Schleswig-Holsteins, wurde der Plan wieder fallengelassen. Die Westend 69’ers setzen auf einen Naturrasen. Die Natur hat den Machern vom TSV übrigens vor Kurzem noch einen Streich gespielt. Eigentlich sollte früher mit den Bauarbeiten begonnen werden, doch der Boden war zu nass. Auf das Anlegen einer Drainage, was zusätzliche Kosten verursacht hätte, war mit Blick auf den Boden verzichtet worden. Er ist so beschaffen, dass er schnell und viel Regenwasser aufnehmen kann. Doch die Güsse vor einigen Tagen waren zu heftig. „Wir hatten hier eine Seenlandschaft“, erinnert sich Schriever.

Wenn die Platzbauer fertig sind, soll der Rasen gesät werden. Diese Arbeit übernimmt eine Gartenbaufirma. Im Laufe des Frühjahrs sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein, hofft Schriever. Dann sind die Baseballer wieder dran. Die Auswechselbänke sollen in Eigenleistung entstehen. Vor eine zusätzliche Hürde hat die Coronapandemie die Sportler gestellt. Wegen Covid-19 dürfen nur zwei Personen gleichzeitig arbeiten, und das auch nur in dem üblichen Zwei-Meter-Abstand. Jetzt wird an einem Schichtplan gearbeitet, um die Arbeiten dennoch zügig abwickeln zu können. Im Sommer können dann die ersten Bälle geschlagen werden. Wann dies genau geschehen wird, darauf mag sich der Spartenleiter allerdings noch nicht einlassen.

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