Kreis Pinneberg

Zwei Parteien für Erhalt der Wedeler Naturkita

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Wie es mit dem Wedeler Naturkindergarten weitergeht, ob die Einrichtung gerettet werden kann oder die Kinder auf andere Einrichtungen aufgeteilt werden, ist unklar (Symbolbild).

Wie es mit dem Wedeler Naturkindergarten weitergeht, ob die Einrichtung gerettet werden kann oder die Kinder auf andere Einrichtungen aufgeteilt werden, ist unklar (Symbolbild).

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Grüne und SPD fühlen sich bei der Entscheidung der Verwaltung im Bezug auf die insolvente Betreuungseinrichtung übergangen.

Wedel. Jetzt hat sich auch die Politik in Wedel in den Streit um die Naturkita eingeschaltet. So fordert die SPD die Verwaltung auf, sich für den Erhalt des Standorts am Fährenkamp einzusetzen – und die Grünen bemängeln, dass die Politik an der bisherigen Entscheidungsfindung nicht beteiligt worden ist.

Wie berichtet, musste der Trägerverein der Einrichtung kurz vor Weihnachten 2019 zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren Insolvenz anmelden. Die Insolvenzverwalterin Jennie Best hatte nun einen Wechsel der Trägerschaft zum April angekündigt. Doch die Stadt lehnte überraschend alle Träger ab und erklärte, am Fährenkamp keine Kita mehr bezuschussen zu wollen. Stattdessen will sie einen Teil der Kinder auf eine Einrichtung des Trägers Fröbel schicken und die restlichen von der Lebenshilfe in den Räumen des TSV betreuen lassen.

„Natürlich sind wir froh, dass für die betroffenen Familien eine alternative Lösung gefunden wurde, auch wenn wir diese Information vorerst nur aus der Presse erfahren haben“, sagt Claudia Wittburg von der SPD. Sie verlangt jedoch von der Verwaltung eine Stellungnahme, warum angesichts von 300 auf der Warteliste stehenden Kindern nicht proaktiv neue Trägerkonzepte für die Einrichtung am Fährenkamp begleitet werden und die Stadt auch die Möglichkeit, dass ein Elternverein die Trägerschaft übernimmt, abgelehnt hat. Einig ist sich die SPD mit der Stadt, dass ein dritter Versuch mit dem insolventen Trägerverein keinen Sinn mache.

Auch Petra Kärgel (Grüne), die Vize-Vorsitzende des zuständigen Bildungs-, Kultur- und Sportausschusses (BKS), fordert einen Erhalt des Standorts am Fährenkamp. Außerdem kritisiert sie, dass auch in Coronazeiten der Ausschuss nicht ausgehebelt werden dürfe. Eine Zustimmung der Politik zur Fortführung des Betriebs der Naturkita wäre nur Formsache, auch eine BKS-Sondersitzung möglich gewesen.

Nun will Kärgel von der Verwaltung wissen, warum diese trotz erfolgreicher Trägersuche der Insolvenzverwalterin einen Weiterbetrieb der Kita ausschließt. „Die Eltern der Kita-Kinder wären gern vor Ort geblieben, wo ihre Kinder gut und mit Naturkonzept betreut werden“, so Kärgel. Die Verwaltung wolle diese 45 Plätze nun ohne Beschluss der Politik streichen, obwohl es in der Stadt an Plätzen fehle. Die Grüne fordert eine BKS-Sondersitzung, online oder per Videokonferenz. Außerdem will sie wissen, warum es jetzt plötzlich möglich sein soll, kurzfristige Zwischenlösungen zu schaffen, was bisher verneint worden sei.

( kol )

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