Coronakrise

28 neue Fälle: Zahl der Infizierten steigt auf 233

Ärztin Antje Klein entnimmt an einer Drive-in-Teststation einen Abstrich von einem möglicherweise Infizierten.

Ärztin Antje Klein entnimmt an einer Drive-in-Teststation einen Abstrich von einem möglicherweise Infizierten.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Schwankungen durch eingeschränkt arbeitende Labore am Wochenende. Wedel will Kleinstunternehmer finanziell unterstützen.

Wedel.  Nach der „Montagsdelle“ kommt das „Dienstagshoch“: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist nach Angaben des Gesundheitsamtes von Montag auf Dienstag wieder stärker gestiegen. Waren es am Montag noch insgesamt 205 nachgewiesene Infektionen seit dem Ausbruch der Pandemie im Kreis, schnellte die Zahl am Dienstag auf 233 empor – das sind 28 Fälle mehr als am Montag.

Bekanntlich kommt diese Schwankung wegen der verzögerten Meldung der am Wochenende eingeschränkt arbeitenden Testlabore zustande. Dadurch trudeln die Ergebnisse mit leichtem Zeitverzug im Kreishaus in Elmshorn ein. Den Angaben zufolge befinden sich derzeit 37 Menschen wegen der neuartigen, durch das Virus hervorgerufenen Lungenerkrankung Covid-19 in stationärer Behandlung eines Krankenhauses. Weiterhin sind zwei Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus aus dem Kreis bekannt. Eine 87-Jährige verstarb am Donnerstag, eine 81-Jährige am Sonntag – beide litten an Vorerkrankungen und stammen aus einem Altenheim in Tornesch (siehe Text links). Der erste Coronafall im Kreis war am 3. März publik geworden.

Wedel legt ein eigenes Soforthilfeprogramm auf

Schnelle und unbürokratische Hilfe für Wedeler Kleinunternehmen und Soloselbstständige: Das ist das Ziel des „Hilfsfonds Wedel“, den die Stadt in Kooperation mit der Stadtsparkasse, Wedel Marketing und dem Zusammenschluss der Wedeler Kaufleute ins Leben gerufen hat.

Kleine Betriebe mit bis zu zehn Beschäftigten und Freiberufler, die durch die Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus’ besonders stark betroffen sind, können daraus jeweils bis zu 3000 Euro Unterstützung erhalten. „Mich treibt seit Beginn der Coronakrise die Frage um, wie Wedel in einem halben Jahr aussehen wird“, sagt Bürgermeister Niels Schmidt, der den Hilfsfonds initiiert hat. „Es ist nicht auszuschließen, dass viele Geschäfte, Restaurants und Soloselbstständige durch die Folgen der Coronakrise schließen müssen und sich das Wedeler Stadtbild vor allem in der Bahnhofstraße massiv verändert.“

In einem ersten Schritt holte Schmidt die Stadtsparkasse mit ins Boot, die das Startkapital von 100.000 Euro in den Fonds einzahlte. „Uns ist klar, dass das Geld kurzfristig gebraucht wird. Die 100.000 Euro sollen schnell die allergrößten Lücken schließen und sofort bereitstehen“, sagt Marc Cybulski, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse. Als Nächstes sind alle Wedelerinnen und Wedeler gefragt. Mit einem selbst gewählten Geldbetrag, den sie in den Hilfsfonds einzahlen, können sie mithelfen, dass Soloselbstständige und kleine Geschäfte die Krise überstehen. Die Höhe der Beträge sei dabei nicht entscheidend. „Wenn jeder ein bisschen was gibt, kann eine Menge zusammenkommen“, so Bürgermeister Schmidt. „Wir wollen auch nach Corona noch eine lebendige Stadt haben.“

In der aktuellen Krise sei jeder gefragt. „Je länger die Vorgaben wie Ladenschließungen anhalten, desto mehr Wedeler Unternehmen werden in Schwierigkeiten geraten und desto mehr braucht auch der Hilfsfonds einen langen Atem und finanzielle Mittel, hier wird dann das ab jetzt eingehende Geld wichtig“, erläutert Cybulski.

Eine Kommission berät über die eingegangenen Anträge

Wer Geld aus dem Wedeler Hilfsfonds erhält, entscheidet eine Kommission, der neben Bürgermeister Niels Schmidt und Stadtsparkassenvorstand Marc Cybulski auch Claudia Reinhard von Wedel Marketing, Volker Klein von den Kaufleuten Wedel und Friedensaktivistin Irmgard Jasker angehören. Die Jury plane wöchentliche Video-Zusammenkünfte, um über die Anträge zu beraten. Die ersten Auszahlungen sollen so schnell wie möglich erfolgen.

„Wir wollen additiv helfen“, betont Cybulski. Das heißt, auch Soloselbstständige und Kleinunternehmer, die bereits über den Bund oder andere Fonds Hilfe angefordert haben, könnten einen Antrag bei der Stadt einreichen. Die entsprechenden Anträge können ab sofort auf www.wedel.de heruntergeladen und per E-Mail an hilfsfonds-wedel@wedelmarketing.degesendet werden. Fragen zut Antragsstellung werden telefonisch von der Stadtsparkasse Wedel (04103-966230), der Wirtschaftsförderung der Stadt (04103-707234) und Wedel Marketing (04103-707707) beantwortet.

Wer Spenden möchte, kann hier in den Hilfsfonds einzahlen IBAN DE18221517300015020175.

Schenefeld richtet Webseite für die Coronahilfe ein

„Wir lassen niemanden allein“, hat die Schenefelder Bürgermeisterin Christiane Küchenhof angesichts der Coronakrise versprochen. Die neue Facebook-Gruppe „Corona-Hilfe Schenefeld“ hat jetzt in Absprache mit der Verwaltung mit der Organisation der Nachbarschaftshilfe begonnen.

Dafür ist eine Website im Aufbau. Sie soll als Drehscheibe für Infos um die Versorgung mit Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs, aber auch für Angebote der Schenefelder Gastronomie und Läden dienen. Hier sollen auch Kontakte zwischen Hilfesuchenden und Anbietenden vermittelt werden – in geschütztem Rahmen. Angedacht ist auch, Infozettel in größerem Stile in der Stadt zu verteilen, um die Menschen ohne Internet zu erreichen. Hierzu gab es auch bereits einen Brief der Bürgermeisterin zur Nachbarschaftshilfe. Rückmeldungen zu Hilfegesuchen und -angeboten sind unter www.corona-hilfe-schenefeld.de möglich, die Mailadresse lautet helfer@corona-hilfe-schenefeld.de.