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Kreis Pinneberg

700 Namensvorschläge für den Wedeler Findling

Sind gespannt auf den finalen Namen des Findlings in Wedel: Museumsdirektor Holger Junker, Sven Kamin und Sarah Kaminski.

Sind gespannt auf den finalen Namen des Findlings in Wedel: Museumsdirektor Holger Junker, Sven Kamin und Sarah Kaminski.

Foto: Joana Ekrutt

Bis der Name für den 60-Tonnen-Koloss am Wedeler Elbstrand ausgewählt wird, dauert es aber noch – wegen der Corona-Krise.

Wedel.  Das neue Wahrzeichen der Stadt Wedel, der Großfindling am Schulauer Strand, soll einen Namen bekommen. Die Frist für den von der Stadt ausgerufenen Wettbewerb, an dem sich jeder beteiligen konnte, ist nun abgelaufen. Und: „Wir haben 700 Einsendungen bekommen“, sagt Stadtsprecher Sven Kamin. Die meisten Vorschläge seien per E-Mail eingereicht worden. Aber auch in der an der Rathausinfo aufgestellten Sammelbox sowie per Post seien etliche Briefe eingegangen.

Die Beteiligung habe sich dabei nicht auf Wedelerinnen und Wedeler beschränkt. „Es kamen auch Vorschläge aus anderen Orten.“ Wann der 60-Tonnen-Koloss einen Namen erhält, ist jedoch nicht absehbar. Wegen der Corona-Pandemie ruht auch die Auswertung. „Alle Einreichungen sind sicher angekommen und erfasst worden“, sagt Kamin, und verspricht: „Wir werden die Namenssuche wieder aufnehmen, aber momentan liegen die Prioritäten woanders.“

Findling lockt viele Besucher ans Elbufer

Wie die Auswertung vonstatten gehen soll, stehe noch nicht fest. „Eine Woche vor Einsendeschluss kam Corona.“ Eines sei laut Stadtsprecher Kamin jedoch sicher: „Der Stein wird einen Namen bekommen!“ Der Findling, der vermutlich im Zuge der vorletzten Eiszeit nach Norddeutschland gekommen war, lockte bereits viele Besucher ans Elbufer. Ende Februar wurde der Stein, der bei Baggerarbeiten zur Fahrrinnenanpassung in der Elbe entdeckt worden war, mit einem riesigen Schwimmkran an seinen jetzigen Standort, den Strandabschnitt östlich des Willkomm Höfts gebracht. Dort ragte er zunächst aufrecht in den Himmel.

Zweieinhalb Wochen später fiel er jedoch um. Das sorgte wegen der Guerilla-Aktion einer lokalen Band, deren Sänger sich mit einer Kinderschaufel am Stein buddelnd gefilmt hatte, für Aufruhr. Die Stadt prüfte rechtliche Schritte, die Band dementierte, für das Umfallen verantwortlich zu sein. Sicher scheint, dass eine Unterspülung durch die Flut den Positionswechsel verursacht hatte.

Da die Stadt ohnehin überlegt hatte, den Findling aktiv umlegen zu lassen, blieb er in der Seitenlage. Der eiszeitliche Koloss hat also trotz der kurzen Zeit, die er nun in Wedel weilt, bereits eine bewegte Geschichte hinter sich – jetzt fehlt nur noch der passende Name.