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Kreis Pinneberg

Erste Corona-Tote im Kreis: 87-Jährige stirbt in Elmshorn

Coronavirus: Im Kreis Pinneberg gab es den ersten Todesfall (Symbolbild).

Coronavirus: Im Kreis Pinneberg gab es den ersten Todesfall (Symbolbild).

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Wegen ihres Alters gehörte die Frau zur Risikogruppe. Zahl der Covid-19-Fälle um 33 gestiegen. 21 Infizierte in Kliniken.

Quickborn. Das Gesundheitsamt des Kreises Pinneberg hat am Donnerstag den ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem grassierenden Coronavirus gemeldet. Nach Abendblatt-Informationen handelt es sich um eine 87 Jahre alte Frau, die am Mittwoch im Krankenhaus Elmshorn an den Folgen der Lungenerkrankung Covid 19 gestorben ist. Wegen ihres Alters gehörte sie der sogenannten Risikogruppe an, sie soll zudem an Vorerkrankungen gelitten haben. Wie sich die Frau angesteckt hat, werde derzeit ermittelt, sagt Kreissprecher Oliver Carstens. Bis zu ihrem Tod bewohnte die Frau ein Altenheim in Tornesch. Alle möglichen Kontaktpersonen seien in Quarantäne versetzt worden.

Ansteckungsgefahr im Kreis Pinneberg landesweit am höchsten

Im Kreis stieg die Zahl der Infizierten von Mittwoch zu Donnerstag um 33 auf insgesamt 155. Davon befinden sich 21 in stationärer Behandlung. Der höchste Anstieg bisher. Dazu passt, dass das Land Schleswig-Holstein am Donnerstag erstmals das Ansteckungsrisiko in den einzelnen Kreisen benannt hat. Demnach ist die Gefahr im Kreis Pinneberg landesweit am höchsten. Mit 40,6 bestätigten Fällen pro 100.000 Einwohner liegt das Ansteckungsrisiko höher als etwa im Kreis Stormarn (30,1) oder Plön (29,5). Auch Lübeck (28,7) und Kiel (25,4) liegen unter dem Pinneberger Wert.

Insgesamt bestätigt das Land inzwischen fünf Todesfälle infolge einer Coronainfektion. Neben Pinneberg gab es Tote in den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Plön sowie in Kiel und Lübeck. Darunter ist auch ein Ägypten-Urlauber. Von den bisher bestätigten 685 Fällen landesweit sind 312 weiblich und 359 männlich. 71 Patienten befinden sich wegen der Lungenkrankheit Covid 19 in klinischer Behandlung.

Polizei nimmt am Wochenende wieder Ausflugsziele ins Visier

Das Wochenende naht, und es soll sonnig werden. Zwei Faktoren, die in diesen Tagen die Polizei auf den Plan rufen. Beamte werden an Freizeit-Hotspots Präsenz zeigen, um die Einhaltung des geltenden Kontaktverbots zu kontrollieren. Außerdem ist die Einreise nach Schleswig-Holstein zu touristischen Zwecken verboten. Auch die Kreisverwaltung Pinneberg hat am Mittwoch angekündigt, ein Auge auf Ausflügler zu werfen.

Eine touristische Einreise aus anderen Bundesländern betrifft nicht nur Autofahrer, sondern auch Spaziergänger und Fahrradfahrer, die nach Schleswig-Holstein kommen. Die Polizei bittet aber auch Schleswig-Holsteiner, die möglicherweise Ausflüge geplant haben, zu Hause zu bleiben.

Die Polizei hatte schon am vergangenen Wochenende insbesondere nahe der Elbe im Bereich Haseldorf und der Hetlinger Schanze viele Besucher festgestellt. Die Angetroffenen wurden zurückgeschickt. Sie verhielten sich überwiegend einsichtig.

Quickborn will Eltern Kita-Gebühren erlassen

Die Stadt Quickborn setzt die Kita-Gebühren für April und Mai aus. Ausgenommen davon ist die Notbetreuung. Hintergrund ist ist das seit 16. März geltende Betriebsverbot der Einrichtungen.

Bürgermeister Thomas Köppl sagt: „Es ist den Fraktionen der Ratsversammlung und mir wichtig, die Eltern jetzt direkt zeitnah und unmittelbar finanziell zu entlasten.“ Der Verzicht auf die Gebühr erfolge aber erst nach der politischen Beschlussfassung durch die Ratsversammlung der Stadt Quickborn und entsprechender Änderung der Gebührensatzung. Köppl weiter: „Ich gehe davon aus, dass die Gremien der Stadt dies so beschließen werden. In einer Videokonferenz mit den Fraktionen gab es darüber Konsens.“

Über eine Erstattung für die Betreuung der Kinder in Notbetreuung werde zu einem späteren Zeitpunkt beschlossen. „Da deren Eltern sich in aktiver Beschäftigung befinden, sollte kein finanzieller Engpass entstehen“, sagt Köppl, „als Anerkennung für ihre Dienste sollten diese Eltern ebenfalls eine entsprechende Befreiung erhalten.“

Die Stadt hat die Quickborner Träger der Kindertagesstätten gebeten, sicherzustellen, dass die Eltern entsprechend von der Zahlung im April und Mai 2020 befreit werden. Die Befreiung gilt für Krippen-, Elementar- und Schulkind-Betreuungsplätze in Quickborn. Im Bereich der Tagespflege hat die Stadt Quickborn keine Zuständigkeit und kann deshalb dazu auch keine Entscheidungen treffen. Das Land Schleswig-Holstein will den Kommunen 50 Millionen Euro aus dem Corona-Soforthilfeprogramm zur Verfügung zu stellen, damit den Eltern die Kita-Beiträge für zwei Monate zurückerstattet werden. Die gesetzlichen Voraussetzungen sollen in der Maisitzung des Landtages geschaffen beziehungsweise verabschiedet werden.

Halstenbek schafft Forum, um Corona-Hilfe zu koordinieren

Unter Miteinander@halstenbek.de will die Gemeinde ein Forum schaffen, um in der Corona-Krise Hilfsbedürftige und Menschen, die Hilfe etwa beim Einkaufen brauchen, zusammenzubringen. Dafür wurde auch extra eine Anlaufstelle im Rathaus geschaffen. Wer kein Internet hat, kann die zuständige Mitarbeiterin auch unter der Handynummer 0162/278 60 20 erreichen. Mailadresse und Handynummer stehen sowohl Personen offen, die niemanden haben, der ihnen aktuell helfen kann, als auch Menschen, die Zeit und die Bereitschaft haben, um zu helfen. Den Kontakt zwischen den Hilfswilligen und den Hilfsbedürftigen stellt dann die Gemeinde her.

Sammlerstücke vorerst nicht mehr im Museum abgeben

Wie vielerorts im Kreis fallen bis auf Weiteres auch sämtliche Veranstaltungen und Treffen des Heimatvereins Bönningstedt wegen der Corona-Krise aus. Nachdem schon die Großveranstaltung des „Fröhlichen Musizierens“ zum Bedauern der vielen Kinder, die fleißig geübt hatten, nicht stattfinden konnte, mussten nun auch der plattdeutsche Kreis, die Arbeit im Garten des Alten Rektorhauses sowie das Offene Singen abgesagt werden – am 7. April sollte im Altenheim Fasanenhof musiziert werden. Ebenfalls bleibt das Museum auf unbestimmte Zeit geschlossen. Neue Sammlungsgegenstände können nicht entgegen genommen werden.

Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehren fällt aus

Wegen der Corona-Pandemie fällt jetzt auch das Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehren in Tangstedt und Rellingen ins Wasser: „Die derzeitige Situation lässt leider keine andere Entscheidung zu“, sagen die Wehrführer der Gemeinden, Rolf Struckmeyer und Kai Uwe Otto. Eine verlässliche Planung sei nicht möglich, und der Schutz der Gesundheit gehe vor. „Wir danken allen Beteiligten, die bereits viel Arbeit und Herzblut in die Organisation gesteckt haben“, so die beiden Bürgermeister Henriette Krohn und Marc Trampe.