Corona-Krise

Geistervorstellung: Kinos werben um Unterstützung

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Kai Bartels betreibt das Beluga Kino in Quickborn.

Kai Bartels betreibt das Beluga Kino in Quickborn.

Foto: Burkhard Fuchs

Kinofans können sich in Quickborn und Uetersen Filmvorstellungen wünschen. Hingehen darf aber trotzdem niemand.

Kreis Pinneberg. Mit einem ungewöhnlichen Angebot werben die geschlossenen Burg- und Beluga-Kinos in Uetersen und Quickborn um Unterstützung. Sie bieten nun Geistervorstellungen an, um finanziell einigermaßen über die Runden kommen zu können. Das heißt: Kinofans können sich online Geistervorstellungen wünschen, die zwar niemand besuchen darf, aber jeder bezahlen kann.

Die Idee gehe auf viele Anfragen zurück, wie man die Lichtspielhäuser in diesen Tagen unterstützen könne. Daraufhin wurden die Geistervorstellungen für drei der beliebtesten Formate der Kinos online gestellt, und zwar die Pyjama-Party für zehn Euro, die Ladies Night für 15 Euro und die Horrorfilmnacht für 20 Euro. Geneigte Unterstützer können dafür nun per Klick symbolisch Karten kaufen. So würden Cineasten wenigstens einen kleinen Beitrag während der Zeit der Zwangsschließung leisten. Aber, das ist den Kinobetreibern, wichtig: Diese Vorstellungen finden nicht statt, sie sind nur ein symbolischer Akt.

Das Team der Kinos im Kreis habe schon während der bisher kurzen Zeit der Schließung viel Zuspruch erfahren. „Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bedanken für die lieben Nachrichten, die uns in der vergangenen Woche erreicht haben“, heißt es in einer Mitteilung. „Drücken wir alle mal ganz fest die Daumen, das dieser Spuk bald eine Ende hat und wir uns bei einem gemütliche Kinobesuch wieder sehen können.“

Bekanntlich sind wegen der allgemeinen Beschränkungen während der Corona-Krise auch die Kinos in Uetersen, Quickborn und Elmshorn auf Anordnung der Landesregierung von Schleswig-Holstein bis auf weiteres geschlossen. Bereits gekaufte Tickets können wie bei fast allen inzwischen abgesagten Veranstaltungen nach der Wiederöffnung im Kino getauscht werden.

Vier neue Corona-Fälle – 92 Infizierte im Kreis

Die Zahl der am Coronavirus Infizierten im Kreis Pinneberg ist am Montag nur leicht auf 92 gestiegen. Laut dem Gesundheitsamt des Kreises kamen damit von Sonntag auf Montag lediglich vier neue bestätigte Fälle hinzu. Allerdings schränkt die Kreisverwaltung selbst ein, dass es sich um ein verzerrtes Bild handele, da viele Labore am Wochenende nicht oder nur eingeschränkt getestet hätten. Demnach handele es sich um eine „Montagsdelle“ wie Kreissprecher Oliver Carstens sagte. Deshalb werde die gemeldete Anzahl von Neuinfektionen montags von nun an immer etwas geringer ausfallen. Das bedeutet, von einer Entspannung der Lage kann vorerst nicht die Rede sein.

Insgesamt hat die Landesregierung Schleswig-Holsteins am Montag 467 bestätigte Fälle gemeldet. Davon befinden sich 36 Patienten mit der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 in klinischer Behandlung. Nach wie vor ist ein Todesfall vom 17. März in Lübeck zu beklagen. Den ersten Fall im Kreis Pinneberg hatte es am 3. März gegeben. Der Rellinger gilt noch nicht als genesen.

Wedel verschiebt Straßensanierung wegen Corona-Krise

Um die Versorgungssicherheit in Wedel in der Coronakrise nicht zu gefährden, verschieben die Stadtwerke die ursprünglich für Anfang April geplante Sanierung der Gasleitung und der Wasserleitung entlang der Pinneberger Straße. Die Arbeiten sollten bis in den Sommer dauern. Nun werden sie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Damit entgehen die wenigen Autofahrer zurzeit auch den abschnittweise geplanten Vollsperrungen. Der neue Termin werde rechtzeitig bekanntgegeben.

Krankenkasse will Arbeitgeber mit Tipps versorgen

Viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer fragen sich in diesen Tagen, was wann wie zu tun ist. Zumal sich die Rahmenbedingungen fast täglich ändern. Um aktuelle Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber geht es deshalb in einem kostenlosen Online-Seminar, das die Krankenkasse IKK am 31. März von 15 Uhr an anbieten. In 90 Minuten sollen Antworten auf die drängendsten Fragen gefunden werden. Etwa, wie mit der Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen am sinnvollsten umgegangen werden kann. Themen sind unter anderem Entgeltfortzahlung und Erstattungsansprüche, Kurzarbeit, Sozialversicherung und Steuern. Für die Teilnahme werde lediglich ein PC oder Tablet mit Internetzugang und Audioempfang benötigt. Nach der Anmeldung unter www.ikk-classic.de/seminare erhalten Teilnehmer ihre Zugangsdaten und weitere Informationen per E-Mail.

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