Pinneberg
Hamburg/Schleswig-Holstein

Hamburger dürfen Yachthafen in Wedel nicht betreten

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Hamburger fühlen sich ausgegrenzt – sie dürfen nicht nach Wedel zu ihren Booten. Ab sofort gelten sogar noch schärfere Regeln.

Wedel. Am Sonntag wurde Hamburgern das Betreten des Yachthafen in Wedel (Schleswig-Holstein) verboten. Dort stehen ihre Boote noch an Land. Schleswig-Holsteiner durften indes noch an ihren Yachten arbeiten.

"Wir haben die Anweisung der Wasserschutzpolizei befolgt, keine Hamburger mehr auf das Gelände zu lassen", sagt eine Sprecherin im Hafenmeisterbüro auf Abendblatt-Anfrage am Montagmorgen. Die Polizei habe dies damit begründet, dass es sich um "Freizeitgestaltung" handle.

Schleswig-Holstein verbietet auch Tagestouristen die Einreise

Zudem gelten für Hamburg und Schleswig-Holstein unterschiedliche Regelungen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu berhindern. So hat Schleswig-Holstein bereits seit Mittwoch Touristen die Einreise komplett verboten.

"Es sind jetzt die Winterarbeiten zu erledigen, für die man gutes Wetter braucht", sagt Bootsbesitzerin Brigitte Wollmann aus Hamburg. Der Unterwasserbereich muss mit Schutzfarbe gestrichen, die Bordwand imprägniert, der Motor überholt werden. "Diese Arbeiten können jetzt nicht mehr erledigt werden, obwohl nun die Krantermine anstehen."

Wasserschutzpolizei verbietet das Betreten des Yachthafens

Der idyllisch zwischen dem Tonnenhafen und der Auemündung gelegene Hamburger Yachthafen ist der größte tideunabhängige Sportboothafen in Nordeuropa und Heimat von mehr als 50 Vereinen. Mit rund 2000 Liegeplätzen bildet er das Zentrum des Wassersports in der Metropolregion Hamburg.

Das Kranen, also ins Wasser setzen einiger Boote hat bereits begonnen. Die Mehrzahl steht aber noch aus. "Bereits gekrante Schiffe sind ohne Aufsicht", sagt Brigitte Wollmann. Holzschiffe müssten zudem ins Wasser, damit das Holz nicht austrocknet und sich somit Risse bilden, die zum Sinken führen.

Hamburger Yachthafen von Montag an für alle gesperrt

"Die vorgegebenen Kran-Termine werden mit der Winterlager-Miete bezahlt", sagt sie. "Ein Verschieben des Termins ist kostenpflichtig und teuer."

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Am 19. März war zur Eindämmung des Coronavirus zunächst die Hafenbetriebsordnung auf Erlass der Landesregierung befristet bis zum 19. April wie folgt geändert worden:

  • Es ist nicht gestattet auf den Schiffen zu übernachten.
  • Die sanitären Einrichtungen bleiben geschlossen, sofern wir keine andere Empfehlung erhalten.
  • Die Hafenmeisterbüros sind für Publikumsverkehr geschlossen.

Die Arbeiten zur Saisonvorbereitung, Boote/ Yachten zu Wasser lassen und diese zu bewegen war bis dahin weiterhin gestattet. Das hat sich nun geändert. Der Hamburger Yachthafen ist von Montag, 23. März, an für alle gesperrt - egal ob aus Hamburg oder aus Schleswig-Holstein.

Die verschärfte Regelung gilt zunächst bis Sonntag, 5. April. Der Vorstand des Hamburger Yachthafen-Gemeinschaft e.V. prüft die aktuelle Lage auch in Zukunft mehrmals täglich und wird situationsabhängig neue Entscheidungen treffen.