Pinneberg
Kreis Pinneberg

Zwei Rentner springen für die Pfadfinder ein

Jürgen Heidorn und Dietmar Wykowski schwangen die Schaufeln, um entlang des Luruper Weges insektenfreundliche Stauden anzupflanzen.

Jürgen Heidorn und Dietmar Wykowski schwangen die Schaufeln, um entlang des Luruper Weges insektenfreundliche Stauden anzupflanzen.

Foto: Katja Engler

Weil Jugendliche sich nicht mehr versammeln dürfen, wird Blühwiese in Halstenbek von Jürgen Heidorn und Dietmar Wykowski gepflanzt.

Halstenbek.  So wie jetzt, sollte es eigentlich nicht laufen. Aber weil die Pfadfinder, die das Halstenbeker Naturschutzprojekt eigentlich tatkräftig umsetzen wollten, beim Anpflanzen einer neuen insektenfreundlichen Wiese wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus nicht mehr durften, schwangen die beiden Halstenbeker Jürgen Heidorn und Dietmar Wykowski nun selbst die Schaufeln.

Am Sonntag pflanzten die Naturfreunde im Ruhestand entlang des Luruper Weges neue, unscheinbare, aber für Insekten nahrhafte Stauden. Weiter unten in der Senke zwischen den Bäumen welche für feuchtere Bereiche. Oben zum Fußweg hin dann die, die auch in der Trockenheit gedeihen. Sie haben ihre Spaten mitgebracht und waren ein paar Stunden damit beschäftigt. Zum Glück schien die Sonne.

Eine echte Wiese, die Lebensraum für viele Insektenarten, Vögel und andere Arten bietet, soll hier entstehen. Den ersten Schritt haben die Pfadfinder der Evangelischen Kirche Halstenbek im vergangenen Jahr noch selbst getan. Da haben sie die ersten 200 Quadratmeter Grünstreifen bearbeitet, Samen und vorgezogene Pflanzen von 40 verschiedenen Arten eingesetzt. Trotz der Trockenheit ist ein Großteil durchgekommen, nur die hübschen Pflanzen hatte schon am nächsten Tag jemand geklaut.

Dass das nicht nochmal passiert, dafür hat Initiator Jürgen Heidorn gesorgt: Diesmal hat er die ansehnlicheren Pflanzen weggelassen und versucht, nur noch Wildpflanzen auszusuchen, die lediglich für Insekten interessant sind, Menschen aber nicht weiter auffallen. Allesamt sind gebietsheimische Gewächse, und Heidorn hat darauf geachtet, von jeder Art gleich drei nah beieinander einzupflanzen, damit sie sich gegenseitig bestäuben können und damit ihre Vermehrung begünstigt wird.

„Es gibt ja nur noch wenige Flächen , die man artenreich gestalten kann“, stellt Jürgen Heidorn fest. „Hier bietet sich das an, denn dieser Grünstreifen wird nur noch zweimal im Jahr gemäht, soll also eine echte Wiese werden.“ Die Idee dahinter ist außerdem, dass bei solchen Projekten Jugendliche etwas Konkretes für die Natur tun können.

300 Euro hat die Gemeinde Halstenbek für die neue Insektenwiese bewilligt, 100 Euro kommen von der Bürgerstiftung Bruno Helms. Und es geht hier nicht nur um Bienenschutz, sondern darum, vielen Insekten eine Palette an Nahrung anzubieten, denn „Raupen brauchen zum Beispiel bestimmte Blätter. Der Aurorafalter etwa ernährt sich von Wiesenschaumkraut“, so Heidorn. Das wird hier wohl bald wachsen.