Corona-Krise

Welche Hilfsangebote es in den Gemeinden gibt

| Lesedauer: 5 Minuten
Einkaufen für Nachbarn ist derzeit eine große Hilfe.

Einkaufen für Nachbarn ist derzeit eine große Hilfe.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Mit der Pandemie kommt vielerorts auch die Solidarität. Viele Menschen bieten ihren älteren und schwachen Nachbarn Dienste an.

Kreis Pinneberg. Einkaufen für Ältere? Wegen der Corona-Krise organisieren sich in fast allen Städten und Gemeinden des Kreises Pinneberg Hilfsangebote, die besonders ältere Menschen im Ort unterstützen sollen. Doch dazu müssen die ehrenamtlichen Helfer auch wissen, wer in Not ist oder Hilfe braucht.

Darum fordert Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof jetzt ihre Bürger auf, ihre Nachbarn zu fragen und anzusprechen, ob sie etwas brauchen, zum Beispiel Hilfe beim Einkaufen oder dem Erledigen von alltägliche Dingen. Wer sich nicht traut, kann vielleicht nur einen Zettel in den Briefkasten werfen, dass er auf Hilfe angewiesen sei. Hilfesuchende könnten sich auch werktags von 9 bis 13 Uhr an die Sozialberatung der Stadt Schenefeld (Telefon: 040/83037373) wenden. „Wir lassen niemanden allein“, verspricht Küchenhof.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das Sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Händewaschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten, die Infektionssymptome zeigen
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen

Auch in Elmshorn rät die Beratungsstelle und Nachbarschaftshilfe „Elmshorn engagiert“, sich zuerst im eigenen Umfeld solidarisch zu verhalten, also direkten Nachbarn zu helfen oder um Hilfe zu bitten, Risikogruppen zu schützen und diejenigen zu unterstützen, die im Alltag vor Probleme gestellt werden. Kontakt unter Telefon 041 21/780 84 44 oder 0176 836 86 761.

In Pinneberg heißt der Zusammenschluss von Hilfsangeboten „Nachbarschaftshilfe Pinneberg“ und ist als öffentliche Gruppe bei Facebook zu finden. Vor allem Ältere können Einkäufe oder Hunderunden von wechselnden hilfsbereiten Menschen erledigen lassen.

Zu einer ähnlichen Aktion ruft auch die Stadt Barmstedt ihre Bürger und die aus dem Amtsbereich von Hörnerkirchen auf. Auf der Homepage der Stadt (www.vg-barmstedt-hoernerkirchen.de) kann unter dem Punkt „Nachbarschaftshilfen“ ein Schreiben eingesehen und ausgedruckt werden, das vor allem den älteren Menschen Hilfe anbieten soll. Dieses könnten sowohl diejenigen an ihre Nachbarn verteilen, die ihre Hilfe anbieten möchten, als auch jene, die Hilfe brauchen, erklärt Stadtsprecherin Saskia Frantz. Die Zettel liegen auch im Barmstedter Rathaus aus und könnten dort abgeholt werden.

Lesen Sie auch:

In Klein Nordende ruft Pastor Lars Därmann hilfsbedürftige Menschen dazu auf, sich an die Bugenhagen-Kirchengemeinde zu wenden, wenn sie Hilfe brauchen. Diese ist unter der Rufnummer 04121/9081544 oder Email helfer@kirche-klein-nordende.de zu erreichen. Auch Ulrike Weers vom Nordender Sozialausschuss kümmere sich darum, Telefon: 04121/94407, Email: ulrike.weers@klein-nordende.de

Die Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde in Ellerbek hat ebenfalls eine solche Hilfsaktion initiiert. Bürger im Ort, die Hilfe für Besorgungen oder Ähnliches brauchen, können sich auf der Internetseite www.ellerbek-hilft.de als Hilfesuchende registrieren lassen und eintragen, was sie brauchen. Helfer können angeben, wem sie wie und wann helfen könnten.

Auch die vier Ratsfraktionen in Moorrege starten eine gemeinsame Corona-Hilfsaktion unter dem Motto „Bürger helfen Bürgern“. „Uns Moorreger Politiker treibt zurzeit besonders die Sorge um unsere älteren Bürger und die chronisch Kranken um“, sagt der Initiator und CDU-Sprecher Martin Balasus auch im Namen von FWM, SPD und Grünen.

UKE-Virologin zur Corona-Krise:

UKE-Virologin: "Können Corona-Ausbreitung nicht verhindern"
UKE-Virologin: "Können Corona-Ausbreitung nicht verhindern"

Je Fraktion soll es zwei Ansprechpartner geben. An diese können sich die Menschen, die Unterstützung brauchen wenden, etwa beim Einkaufen oder dem Gang zur Apotheke. Die Organisatoren haben dabei die beiden größten Risikogruppen während der Corona-Pandemie im Blick. Doch bei den Kontaktpersonen können sich auch alle Bürger melden, die helfen wollen. Sie sollten junger als 50 Jahre sein. Jede Art der Hilfe, jede noch so kleine Tat könne die Situation verbessern, so Balasus. Die Organisatoren empfehlen allen Helfern, den persönlichen Kontakt zu den Personen der Risikogruppe zu vermeiden. Absprachen sollten telefonisch getroffen werden.

Eine Liste der Kontaktpersonen wird bei Bäckerei Eggers, Klinkerstraße 89, Rewe, Wedeler Chaussee 43B, und dem Amtshaus, Amtsstraße 12, angeschlagen. Später sollen auch die Listen der Helfer dort angebracht werden. Martin Balasus ist unter Telefon 0170/3440188 erreichbar.

( bf/pö )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg