Corona-Krise

Chöre und Orchester spielen in Zwangspause online

Musik aus finden sich im Internet zu gemeinsamen Konzerten zusammen.

Musik aus finden sich im Internet zu gemeinsamen Konzerten zusammen.

Foto: Marvin Mertens

Musiker spielen Online-Konzert. Begrenzungsregeln bei Arztsprechstunden per Video gelockert. Das soll Hausarztpraxen entlasten.

Kreis Pinneberg.  Wenn sich Schlagzeuger, Geigerinnen und Sänger schon im wahren Leben nicht mehr als Gruppe begegnen dürfen, tun sie es eben im Internet. Zwei wirklich schöne Videos gibt es davon schon – und nun soll jede Woche ein neues Stück dazukommen.

Auf der Internetseite www.corona-orchester.de bietet der Wewelsflether Jens Illemann eine Plattform für vereinsamte Gruppenmusiker. Das Prinzip: Die notgedrungenen Einzelinstrumentalisten, die wegen der Corona-Pandemie nicht mehr im Chor oder Orchester proben dürfen, studieren wöchentlich einen neuen Song ein, um ihn in einem zusammengeschnittenen „Corona-Spezial“ als virtuelle Gemeinschaft zu präsentieren. „Eye of the Tiger“ und „Rock you like a Hurricane“ wurden schon von fast 500 Einzelmusikern aufgenommen – und bieten als Video ein erbauendes und erheiterndes Gruppenerlebnis auf Youtube.

Initiator Jens Illemann will, dass Orchester und Chöre wieder proben, nur eben anders. Montags gibt es dazu die Infos zum aktuellen Stück, Einsendeschluss ist Freitagabend um 18 Uhr. Musiker können sich per Formular anmelden, bekommen Noten und Klangbeispiele, nehmen ihren Part auf und schicken das Video an info@deinprobenraum.de. Weitere Infos: www.corona-orchester.de.

Nur 150 Kinder in Notbetreuung von Kitas und Schulen

Nach der landesweiten Schließung von Kitas und Schulen vor einer Woche haben viele Eltern im Kreis Pinneberg die Betreuung ihrer Kinder offenbar selbst organisieren können. Das lässt sich zumindest aus den Zahlen des Kreises zur angebotenen Notbetreuung ablesen. Demnach mussten täglich im ganzen Kreis nur zwischen 120 und 95 Kita-Kinder betreut werden, in den Grundschulen waren es durchschnittlich 50. Zum Vergleich: Normalerweise besuchen etwa 12.000 Kinder die 160 Kitas des Kreises. Für die Notbetreuung hatten in der vergangenen Woche 59 Kindertagesstätten geöffnet.

„Vieles spricht dafür, dass es die Eltern unter großen Anstrengungen geschafft haben, Beruf und Familienbetreuung in dieser schwierigen Zeit in Einklang zu bringen“, sagt Kreissprecher Oliver Carstens. Der Verwaltung sei klar, das dies ein gewaltiger Kraftakt sei. Bekanntlich ist die Notbetreuung vor allem für Eltern gedacht, die in sogenannten systemrelevanten Berufen tätig sind. Dazu zählen Ärzte, Pflegepersonal, Polizisten, Feuerwehrleute, aber auch Supermarktmitarbeiter und Apotheker.

Ärzte sollen mehr Videosprechstunden abhalten

Wegen der fortschreitenden Ausbreitung des Coronavirus haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Krankenkassen die Begrenzungsregeln bei Videosprechstunden für Ärzte und Patienten gelockert. Das heißt: Für das zweite Quartal sollen niedergelassene Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verstärkt auf die Videosprechstunde zurückgreifen können, um Patienten den Kontakt zu erleichtern. Besonders Hausarztpraxen sollen damit entlastet werden.

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg: „Hausärztinnen und -ärzte leisten einen essentiellen Beitrag bei der Versorgung von Covid-19-Patienten, die zu Hause in Quarantäne sind. Dabei kann die Video-Sprechstunde eine wertvolle Hilfe sein.“ Insbesondere zu Quarantäne-Patienten sollen Ärzte per Videosprechstunde Kontakt aufnehmen, sie ist aber bei allen Indikationen möglich. Auch dann, wenn Patienten zum ersten Mal Kontakt zu einem Arzt haben. Im Unterschied zu einem Telefonat bieten Videosprechstunden den Vorteil, dass sich Ärzte einen Eindruck vom äußeren Zustand verschaffen können. Außerdem entfallen längere Anfahrtswege. Für die Nutzung der Videosprechstunde benötigen Ärzte die Lizenz eines Anbieters. Zudem wird eine Internetverbindung und ein Endgerät mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher benötigt. Patienten benötigen keine zusätzliche Software.

500 Kurse bei der Familienbildung verschoben

Relative Gelassenheit herrscht zurzeit in den Familienbildungsstätten des Kreises – trotz des grassierenden Coronavirus’. „Unsere Kursteilnehmer sind recht entspannt, auch wenn zurzeit leider alle Kurse ausfallen müssen“, sagt Beatrix Grünwald, die in der Familienbildungsstätte Elmshorn die 500 Kurse koordiniert. Etwa 6000 Menschen besuchen diese Kurse pro Jahr. Das gilt auch für alle Veranstaltungen außerhalb der Familienbildungsstätte sowie für die beiden Schwester-Einrichtungen in Wedel und Pinneberg.

„Die meisten Leute, die sich bei uns melden, lassen sich die Kursgebühren für meinen späteren Zeitpunkt gutschreiben, wenn wir den Kurs wieder anbieten können“, erklärt Beatrix Grünwald. Bislang habe es noch keine Bitte gegeben, die Kursgebühr zurückzuzahlen. Einzelne Veranstaltungen wie etwa Vorträge, die bereits bezahlt wurden, würden von der FBS erstattet. Die Absage traf die meisten Kurse mittendrin, sodass sie durchaus nach Ende der Krise fortgesetzt werden könnten. „Wir nehmen jetzt natürlich auch kein Geld ein“, sagt sie. „Aber wir hoffen, dass wir bald wieder Kurse anbieten können.“ Auf der Homepage der FBS bittet sie um Verständnis für die Umstände.

Schuleingangsuntersuchungen bis 17. April ausgesetzt

Weil viele Eltern fragen: Der Kreis hat beschlossen, die Schuleingangsuntersuchungen wegen der Corona-Pandemie bis auf weiteres auszusetzen. Das teilt die Verwaltung nun mit. Bekanntlich hat die Kreisverwaltung geschlossen, Kundentermine finden nur in einigen wenigen Bereichen und nur nach Terminvergabe statt. Deshalb werden nun auch die Untersuchungen abgesagt. Der Kreis informiert rechtzeitig, ob ab dem 20. April wieder entsprechende Untersuchungen stattfinden werden.