Kreis Pinneberg

Gesunde Ernährung in der Krise – Rote-Beete-Risotto

| Lesedauer: 6 Minuten
Burkhard Fuchs
Chefkoch Oliver Huckfeldt von der Bokeler Mühle hat ein Rote-Beete-Risotto gezaubert.

Chefkoch Oliver Huckfeldt von der Bokeler Mühle hat ein Rote-Beete-Risotto gezaubert.

Foto: Burkhard Fuchs

Corona-Krise, Restaurants zu – und nun? Chefköche verraten hier einfache Rezepte zum Nachkochen. Heute: Oliver Huckfeldt von der Bokeler Mühle.

Bokel. Einfach mal essen gehen – das war einmal. Besuche in Gaststätten und Restaurants sind in Zeiten der Coronavirus-Pandemie vorsichtshalber nicht mehr erlaubt. Nun ist Selberkochen angesagt. Genug Zutaten müssten die Deutschen ja gehamstert haben. Gleichwohl ist Kochen nicht jedermanns Sache. Beste Voraussetzungen also, um die Chefköche ins Boot zu holen. Wie können wir was Leckeres zubereiten, und zwar ganz einfach und mit relativ schlichten Zutaten? In loser Folge stellen wir schöne Rezepte vor.

Oliver Huckfeldt, seit zwei Jahren Chefkoch im Restaurant Bokeler Mühle, empfiehlt Risotto. „Der Risotto-Reis steht auch noch in den Regalen in den Supermärkten und ist nicht ausverkauft“, sagt der Experte, dessen Spezialität im Restaurant außer der klassischen regionalen Küche vor allem das Abschmecken feinster Soßen ist. Das Gericht, das er empfiehlt, sei einfach zuzubereiten und schmecke sehr lecker, verspricht Huckfeldt. Es sei vegetarisch, damit es auch diejenigen ausprobieren können, die lieber auf Fleisch verzichten möchten. Wer die Butter weglasse, könne sein Risotto sogar vegan genießen. Dann müsse er nur statt der Butter Olivenöl nehmen.

„Nur wenige wissen, wie man Risotto-Reis macht“, sagt Huckfeldt. Darum sei der auch nicht so ein Verkaufsschlager. „Aber wenn man es weiß, ist es eigentlich ganz einfach: Man muss ihn langsam gar kochen.“ Etwas teurer als der normale Reis sei dieser Rundkorn-Reis vielleicht schon, sagt der Chefkoch. Aber die meisten anderen Zutaten dürfte jeder zu Hause noch im Gemüseschrank haben oder könnte sie gleich um die Ecke im nächsten Lebensmittelmarkt für wenig Geld kaufen: Honig, Butter, Olivenöl, Knoblauch und vor allem Rote Beete.

Ganz wichtig ist dem Profi-Koch, dass sich die Menschen weiterhin gesund und abwechslungsreich ernährten. Es mache keinen Sinn, nur noch Nudeln, Tütensuppen, Konserven oder Fertiggerichte zu essen. „Sie sollten weiterhin frische Lebensmittel kaufen und kochen und Obst essen. Das hält sie gesund“, rät der Ernährungsexperte aus Bokel, der schon in der Mühle gelernt hat und danach in mehreren Restaurants in Elmshorn die Gäste mit seiner frischen Kochkunst beglückte, ehe er als neuer Chefkoch wieder an seine Lehrstätte zurückkehrte. „Lieber frisch kochen, als immer das Gleiche essen“, rät Huckfeldt.

Und so ist neben dem Risotto-Reis, der je nach Vorgabe (steht auf der Packung) zwischen 20 und 45 Minuten gekocht werden müsse, vor allem die Rote Beete die Spezialität, die den Kern seines Rezeptes ausmacht. „Rote Beete ist ein tolles Gemüse. Super lecker und sehr gesund“, sagt Huckfeldt. Die Rote Beete könne man frisch beim Gemüsehändler kaufen oder auch welche aus dem Glas nehmen und sie in Würfel schneiden. Dazu werden Knoblauch und Schalotten geschält und ebenfalls in kleine Würfel geschnitten. Anschließend in einem Topf Olivenöl und Butter zum Schmelzen bringen. Knoblauch, Zwiebeln und den Reis hinzugeben und glasig anschwitzen, empfiehlt der Chefkoch. Die Rote Bete, den Honig und den Rosmarin hinzugeben und mit Rotwein und der Brühe ablöschen, sodass der Reis gerade bedeckt ist. Dann nach und nach mit der Brühe auffüllen, bis der Reis gar ist. Danach das Risotto vom Herd nehmen, geriebenen Parmesan unterrühren. Und fertig ist das Chefkoch-Krisengericht. Wer mag, kann es noch mit frischem Salat und Ziegenfrischkäse garnieren, sagt er.

Außer zu gesundem Essen aus frischen Lebensmitteln rät er zu viel Bewegung. „Bleiben Sie nicht nur zu Hause in den eigenen vier Wänden, sondern gehen Sie an die frische Luft und spazieren, sofern es möglich ist.“ Das sei insgesamt das beste Rezept für uns alle, um die schwere Zeit gesund zu überstehen, rät Huckfeldt. „Das Leben geht auch danach weiter. Unser Land hat schon zwei Weltkriege und die Ölkrise überstanden. Da werden wir auch das bisschen Grippe durchstehen“, meint der Chefkoch.

„Vielleicht lernen wir ja was daraus“, glaubt er. Zum Beispiel, dass man seine Lebensmittel nicht sonst wo kauft, sondern in der Region beim Bauern in der Nachbarschaft. „Da weiß man, was man hat.“ Und vielleicht auch, dass Kochen wirklich Spaß machen kann. Das muss ja niemanden davon abhalten, weiterhin in die Restaurants zu gehen, wenn sie wieder öffnen dürfen.

Und so geht’s – Das Rezept zum Nachkochen

Zutaten für 2 Portionen: 2 kleine Rote Beete (frisch) oder ein Glas (250g), 200–300 g Risotto-Reis, 2 Schalotten, 1 Knoblauchzehe, 1 EL Honig, 1 Zweig frischer Rosmarin, 1 Schuss Rotwein, 750ml Gemüsebrühe, 1 EL Butter, 1 EL Olivenöl, 1 Stk. Parmesan.

Zubereitung: Den Knoblauch und die Schalotten schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Rote Beete schälen (bei der frischen) und in grobe Würfel schneiden.

In einem Topf Olivenöl und Butter schmelzen, den Knoblauch, die Zwiebeln und den Reis hinzugeben und glasig anschwitzen. Die Rote Beete, den Honig und den Rosmarin hinzugeben, mit dem Rotwein und der Brühe ablöschen, sodass der Reis gerade bedeckt ist. Dann nach und nach mit der Brühe auffüllen bis der Reis gar ist.

Das Risotto vom Herd nehmen, geriebenen Parmesan unterrühren, auf einem Teller anrichten, dazu passt frischer Salat und Ziegenfrischkäse.

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