Kreis Pinneberg

Regio Kliniken bündeln Kapazitäten für Coronafälle

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Das Regio Klinikum in Elmshorn.

Das Regio Klinikum in Elmshorn.

Foto: Regio Klinik

Covid-19-Fälle werden in Elmshorn gebündelt und Räume für schwere Verläufe geschaffen. Wedeler Klinik wird geschlossen.

Kreis Pinneberg. Die Regio Kliniken bauen die Zahl ihrer Intensivbetten im Kreis Pinneberg systematisch auf, um auf mögliche Notfallpatienten wegen der Coronavirus-Pandemie vorbereitet zu sein. Zudem sollen die therapeutischen Maßnahmen bei schweren Covid-19-Fällen am Standort Elmshorn gebündelt werden. Damit folgt die Klinik dem Aufruf des Robert-Koch-Instituts.

Auch das Wedeler Krankenhaus spielt bei diesen Notfallplänen weiterhin eine Rolle, sagt Regio-Kliniken-Sprecherin Birga Berndsen auf Nachfrage des Abendblatts. Gleichwohl halte die Klinikleitung an den Umzugsplänen fest, die die lungenmedizinischen, geriatrischen und palliativmedizinischen Abteilungen mit ihren 200 Mitarbeitern nach Elmshorn und Pinneberg bis zum Sommer verlagern sollen.

„Alle Umbauarbeiten bezüglich des Umzugs, die die Leistungsfähigkeit der Kliniken stärken oder der Sicherheit von Mitarbeitern und Patienten dienen, werden unter Hochdruck fortgesetzt“, hieß es. Dies betreffe unter anderem die Herstellung zusätzlicher Intensivbetten – im Fachjargon Intermediate Care (IMC) genannt – die „insbesondere nun auch für die Versorgung von Patienten, die mit Covid-19 infiziert sind, hilfreich werden könnten“, so Berndsen weiter. „Die konkrete Umzugsplanung wird dem aktuellen Stand der Covid-19-Lage angepasst.“

Aktuell waren nach Auskunft der Landesregierung bis Mittwochmorgen landesweit neun Patienten in klinischer Behandlung. Ein 78-Jähriger mit Vorerkrankungen ist in der Uniklinik Lübeck an der Virusinfektion gestorben. Ob es bereits Patienten gibt, die im Kreis Pinneberg stationär behandelt werden, weil sie zum Beispiel an einer schweren Lungenentzündung leiden, möchte Kliniksprecherin Berndsen nicht preisgeben.

Die zusätzlichen Intensivbetten, von denen in der Klinik Elmshorn bereits vier geschaffen worden seien, sollen Patienten bereit stehen, „deren Erkrankung einen hohen Überwachungs- und Betreuungsaufwand verursacht, die jedoch nicht im eigentlichen Sinne intensivpflichtig sind“, so die Kliniksprecherin. „Wenn wir mehr von solchen Betten haben, die von ihrer personellen und räumlichen Ausstattung zwischen einer Normalstation und einer Intensivstation liegen, können wir Patienten mit Erkrankungen behandeln, die sonst auf einer Intensivstation behandelt werden müssten.“

Für die mit dem Virus erkrankten Patienten würden zudem zusätzliche Bettenkapazitäten geschaffen, indem auf den Normalstationen Einzelzimmer mit Schleusen und auf Intensivstationen Einzelzimmer eingerichtet würden, so Berndsen. „Die räumliche Verteilung von Covid-19-Patienten auf die drei Kliniken und auf die Stationen hängt von der allgemeinen Covid-Lage ab.“

Ein mehrmals täglich beratender Krisenstab stehe in ständigem Kontakt zu den Behörden von Land und Kreis, dem Robert-Koch-Institut, der Kassenärztlichen Vereinigung sowie den Hygiene-Experten der Sana AG, zu der die Regio Kliniken gehören. Zudem nehme der Krisenstab der Regio Kliniken an den Lagebesprechungen des Kreises Pinneberg teil. „Es erfolgt eine aktive Unterstützung der Kassenärztlichen Vereinigung mit Material, Ressourcen und Prozessen zur Stärkung ihrer Strukturen.“

Aktuell liege der Fokus aller Maßnahmen auf dem Schutz von Mitarbeitern, Patienten und Angehörigen, betont die Kliniksprecherin. Für Mitarbeiter, die aus dem Urlaub aus Risikogebieten zurückkehrten, würden „engmaschige Vorgaben“ gelten. „Patienten, die an Corona erkrankt sind oder unter dem Verdacht stehen, werden auf einer Station untergebracht, die über Isolierschleusen verfügt.“

In dieser Woche sei damit begonnen worden, in medizinisch vertretbaren Fällen Behandlungen zu verschieben, „um Kapazitäten für Covid-19 Patienten vorhalten zu können“, teilt Berndsen weiter mit. Zudem wurde zum Schutz der Patienten und der Bevölkerung ein generelles Besuchsverbot in den drei Krankenhäusern erlassen, so die Kliniksprecherin.

( bf )

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