Schleswig-Holstein

Kreis Pinneberg zählt die meisten Corona-Fälle im Land

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Kreissprecher Oliver Carstens in Elmshorn.

Kreissprecher Oliver Carstens in Elmshorn.

Foto: HA / Burkhard Fuchs

32 Erkrankte im Landkreis. Die Telefone beim Kreis laufen heiß. Ratssitzung in Schenefeld findet trotz der Coronopandemie statt.

Kreis Pinneberg.  Die Zahl der Corona-Fälle im Kreis Pinneberg hat sich innerhalb eines Tages von 23 auf 32 erhöht. Es sind die höchsten Zahlen aller Kreise im Land. „Alle Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne“, sagt der Kreissprecher Oliver Carstens. Es seien „einige wenige Fälle“ darunter, die einen schwereren Verlauf nehmen würden. Carstens: „Diese Betroffenen befinden sich in Krankenhäusern.“ Darunter befindet sich weiterhin auch der 48-jährige Rellinger, der als Labormitarbeiter am UKE arbeitet und erster Corona-Fall im Kreis Pinneberg war.

Die Kreisverwaltung in Elmshorn hat seit dem Montag wie alle Stadt-, Gemeinde- und Amtsverwaltungen ihre Türen für Besucher geschlossen. Auch die Zulassungsstelle ließ keine Kunden ein, der Kreis hatte einen Sicherheitsdienst engagiert. „Alles ist ruhig geblieben. Wer vor geschlossenen Türen stand, hatte Verständnis für die Maßnahme“, so Carstens weiter. Die Kreisverwaltung habe am Montag „so viele Anrufe erhalten wie sonst innerhalb von einer Woche.“ Normalerweise würden 12.500 Anrufe pro Monat gezählt. Allein am Montag habe bei den unterschiedlichen Hotlines 3224-mal das Telefon geklingelt. Beim Bürgerservice seien 2286 Anrufe eingegangen, bei der extra geschalteten Nummer zur Corona-Problematik 576 Anrufer. Carstens: „Teilweise war die Telefonanlage überlastet, am Nachmittag hat sich die Lage beruhigt.“

Die Kreisverwaltung bleibe auch bis auf Weiteres geschlossen. Besuche seien ab sofort nur in sehr dringenden Angelegenheiten nach telefonischer Vereinbarung und nach einer Priorisierung seitens der Kreisverwaltung für den Bereich der Ausländerbehörde sowie der Zulassungs- und Fahrerlaubnisbehörde möglich. Carstens: „Alle bisher vereinbarten Termine für alle Fachdienste der Kreisverwaltung verlieren ihre Gültigkeit.“

Für neue Terminvereinbarungen in den genannten Bereichen steht ausschließlich die zentrale Nummer der Kreisverwaltung unter Telefon 04121/450 20 zur Verfügung. Eine Terminanfrage kann auch per E-Mail unter buergerservice@kreis-pinneberg.de gesendet werden.

Auch in allen Rathäusern sind Termine nur in dringenden Fällen und nach telefonischer Voranmeldung möglich. „Einige Leute sind bei uns quasi gegen die Tür gelaufen“, so Melf Kayser, Büroleitender Beamter in Schenefeld. Es seien deutlich mehr Anrufe als sonst eingegangen, alle Anrufer seien ruhig geblieben. „Ein Anrufer wollte seinen fertigen Ausweis abholen, den haben wir ihm dann gegeben.“ Die Stadt habe sich entschlossen, die für Donnerstag (19 Uhr, Ratssaal) geplante Ratsversammlung stattfinden zu lassen, jedoch die Besucherzahl zu begrenzen und Abstände sowohl zwischen den Politikern als auch zwischen den Besuchern zu schaffen. Kayser: „Wir müssen gesetzliche Fristen einhalten, können nicht absagen.“

Ob die für Montag geplante Sitzung der Halstenbeker Gemeindevertretung stattfindet, konnte der Bürgermeister Claudius von Rüden Montagabend noch nicht sagen. „So eine Situation hatten wir ja noch nie.“ Mitarbeiter könnten auf Wunsch ins Homeoffice gehen. Das gilt laut Verwaltungschef Marc Trampe auch für Rellingen, wo seine Mitarbeiter entweder von zu Hause aus arbeiten, in Urlaub gehen oder auch Überstunden abbummeln können.

( kol )

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