Kreis Pinneberg

Moorreger Promenadenkonzert feiert Jubiläum

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Thomas Pöhlsen
Der Dirigent Mike Steurenthaler zeichnet als künstlerischer Leiter seit fünf Jahren für das Promenadenkonzert nach englischen Vorbild in Moorrege verantwortlich.

Der Dirigent Mike Steurenthaler zeichnet als künstlerischer Leiter seit fünf Jahren für das Promenadenkonzert nach englischen Vorbild in Moorrege verantwortlich.

Foto: Privat / HA

Am 12. September geht „Moorrege Proms – Last Night“ zum 25. Mal über die Bühne. Dirigent kündigt Best-of-Programm an. Vorverkauf hat begonnen.

Moorrege.  Als Freund großen Chorgesangs hat sich Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg bei der Vorstellung des Jubiläumskonzerts von „Moorrege Proms – Last Nicht“ zu erkennen gegeben. Der Gefangenenchor aus Verdis „Nabucco“ und das Schleswig-Holstein-Lied, das immer gemeinsam mit dem Publikum zum Abschluss gesungen wird, hätten ihm in der 25-jährigen Geschichte des Promenadenkonzerts am besten gefallen, sagte er bei der Vorstellung des Jubiläumskonzerts, das am 12. September in der Großraumhalle An’n Himmelsbarg stattfinden soll. Der Vorverkauf hat gerade begonnen.

Für Weinberg, der die Konzertreihe vor einem Vierteljahrhundert ins Leben rief, hat der Rückblick ein besondere Bedeutung. Der Bürgermeister hat seinen Rücktritt angekündigt, am 23. März wird sein Nachfolger gewählt. Wie gut, dass der künstlerische Leiter Mike Steurenthaler bereits im vergangenen Jahr einer Besucherin versprochen hat, das Weinberg-Lieblingschorwerk 2020 auf den Programmzettel zu heben. Und an eine Verbannung der „Nationalhymne der Schleswig-Holsteiner“, so Weinberg, würde der Dirigent niemals denken.

Ein Vierteljahrhundert Konzert nach englischem Vorbild in Moorrege erfordert nach Ansicht Steurenthalers auch ein besonderes Programm. Er kündigte ein Best of an. So hat er sich in die Programmhefte der vergangenen 25 Jahre vertieft, um ein „musikalisches Feuerwerk“ zusammenzustellen. Neben Wiener Klassik und Operette werden auch Musical-, Jazz- und Swingmelodien zu hören sein. Wie immer bei der Konzertankündigung im Frühjahr belässt es Steurenthaler bei Andeutungen, lässt so Raum für viele Assoziationen. Und er verspricht „einige Überraschungen, mit denen Sie nicht rechnen“.

Das Best of bezieht sich nicht nur auf das Programm, sondern auch auf die Solisten. Steurenthaler verlässt die erprobte Ausrichtung, hoffnungsvollen Nachwuchstalenten eine Chance auf einer größeren Bühne zu geben. Diesmal werden Solisten zu hören sein, die bereits in Moorrege aufgetreten sind und sich danach einige Meriten erwerben konnten. Dominierten in den vergangenen Jahren vor allem Sopranistinnen sowie Tenöre, so wird Steurenthaler auch Instrumentalisten für Solostücke auf die Bühne bitten können. Freunde von Violinen- und Trompetenwerken können sich freuen. Klar ist nur, dass die HansePhilharmonie Hamburg und der Giuseppe-Verdi-Chor auftreten.

Das Interesse von 30 auf 1000 Zuhörer gesteigert

Die Anfänge von Moorrege Proms – Last Night waren sehr bescheiden. 30 Zuschauer kamen zum erste Promenadenkonzert, wobei nach Aussage des Moorreger Bürgermeisters ein Besucher aus Uetersen gesagt haben soll, dass immer noch mehr Gäste anwesend sind, als in Uetersen zusammengekommen wären, wenn das Konzert dort stattgefunden hätte. Damals trat ein Kammerorchester unter der Leitung von Robert Stehli auf, den Weinberg damals für die Idee begeistern konnten. Ein Geschäftsmann und Hobby-Komponist aus Moorrege hatte ursprünglich die Idee zum Klassikkonzert auf dem Dorf. Er machte den Maestro und das Gemeindeoberhaupt miteinander bekannt.

Die Anzahl der Künstler wuchs – diesmal werden es rund 130 Musiker und Sänger sein – genauso wie die Gästeschar. Die Halle An’n Himmelsbarg ist mit 1000 Gästen regelmäßig ausverkauft. Das Moorreger Konzert gehört damit zu den Klassik-Großereignissen im Land zwischen den Meeren, vom Schleswig-Holstein Musik Festival einmal abgesehen. Der Bürgermeister geht angesichts des Jubiläumsprogramms davon aus, dass spätestens am Beginn der Sommerferien keine Karten mehr zu bekommen sind. Stehli hatte übrigens noch das Jubiläumskonzert zum 20-Jährigen geleitet und danach den Dirigentenstock an Steurenthaler übergeben.

Zu den Traditionen des Moorreger Konzerts gehört der florale Schmuck in der Festhalle An’n Himmelsbarg, den ein Uetersener Rosenzüchter zur Verfügung stellt. 8000 Königinnen der Blühpflanzen werden aufgestellt. Gäste sind so begeistert von der Pracht, dass sie schon mal eine Rose mitgehen lassen, berichtet der Bürgermeister.

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