Kreis Pinneberg

Barmstedter stoppen Breitband-Pläne für Appen

| Lesedauer: 2 Minuten
Appens Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak hätte notfalls juristische Schritte gegen das Engagement der Barmstedter eingeleitet.

Appens Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak hätte notfalls juristische Schritte gegen das Engagement der Barmstedter eingeleitet.

Foto: Lena Thiele / HA

Stadtwerke Barmstedt verlegen weder in Appen noch in Moorrege Glasfaserleitungen. Der Widerstand in den beiden Gemeinden war zu groß.

Barmstedt/Appen/Moorrege.  Offiziell wissen die Beteiligten davon noch nichts. Aber die Werkleitung der Stadtwerke Barmstedt hat jetzt verlauten lassen, dass sie nun doch auf den Breitbandausbau in Appen und Moorrege verzichten werde. „Wir haben unsere Aktivitäten im Hinblick auf die Erschließung von Appen und Moorrege eingestellt“, teilt Stadtwerkesprecherin Irina Hesselink dazu auf Nachfrage mit.

Grund dafür sei ein Sperrvermerk im Wirtschaftsplan, den der Barmstedter Werkausschuss und die Stadtvertretung erlassen hatten (wir berichteten), weil insbesondere aus Appen und dem Breitband-Zweckverband Marsch und Geest scharfe Kritik an den Plänen der Barmstedter geäußert wurde. Allerdings hatte die Mehrheit der Stadtvertretung angekündigt, diesen Sperrvermerk Ende März wieder aufzuheben, sollte es zustimmende Reaktionen von den Gemeinderäten aus den beiden betroffenen Gemeinden geben. Das dürfte nun überflüssig sein.

Gleichwohl will Appens Bürgermeister Hans-Joachim Banaschak seinen Gemeinderat noch mal daran erinnern, dass er dem Zweckverband beigetreten sei, der im Juni zunächst die am wenigsten erschlossenen Gebiete im Dorf mit Breitband versorgen will. Ziel sei es aber, „den Ort komplett anzuschließen“, sagt Banaschak. „Wir wollen mit dem Zweckverband und dem Glasfasernetz eigene Vermögenswerte schaffen. Da haben wir kein Interesse daran, uns Konkurrenz ins Haus zu holen“, erteilt er der Initiative aus Barmstedt eine deutliche Absage. In einem mehrseitigen Schreiben hatte Banaschak den Stadtvertretern Barmstedts deutlich gemacht, dass ein Engagement der Stadtwerke in seiner Gemeinde unerwünscht sei und er notfalls „rechtliche Schritte“ dagegen einleiten werde.

Etwa 50 Mitarbeiter der Stadtwerke hatten wiederum an die Barmstedter Stadtvertreter plädiert, den Stadtwerken freie Hand zu lassen, um das Wachstum der Breitbandsparte nicht zu gefährden.

Nun offenbar die Kehrtwende bei der Werkleitung. Allerdings sind weder Barmstedts Bürgermeisterin Heike Döpke noch Jürgen Neumann als Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Breitband nach eigener Aussage darüber bislang offiziell informiert. Auch lassen die Stadtwerke auf Nachfrage unbeantwortet, ob sie diese Entscheidung auch aufgrund der Reaktionen aus den Gemeinden getroffen hätten. Verbandsvorsteher Neumann sagt: „Wir haben keinerlei Kontakt nach Barmstedt.“ Er werde aber die beiden betroffenen Gemeinderäte nochmals daran erinnern, dass sie dem Zweckverband angehören und dass das Ziel der Komplettausbau sei. „Das Schlimme ist ja, dass diese Geschichte nur Unruhe erzeugt hat, die wir jetzt ausräumen müssen.“

( bf )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Pinneberg