Kreis Pinneberg

Quickborn – kleines Las Vegas an der Bundesstraße 4?

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An der Kieler Straße in Quickborn gibt es besonders viele Spielhallen. Die Stadtverwaltung will verhindern, dass weitere hinzukommen.

An der Kieler Straße in Quickborn gibt es besonders viele Spielhallen. Die Stadtverwaltung will verhindern, dass weitere hinzukommen.

Foto: Amelie Hamester

In Quickborn machen sich Spielhallen breit. Stadt befürchtet Abwertung des Viertels rund um die Kieler Straße. Was sie tun will.

Quickborn.  Die Stadt Quickborn droht zu einem Mekka für Spielhallen und Wettbüros zu werden. Ein Las Vegas an der B 4. Denn insbesondere an der Kieler Straße würden immer mehr Vergnügungsstätten andere Geschäfte verdrängen, klagt die Stadtverwaltung und fordert, diesen Trend schnell zu stoppen.

Darum soll auf der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt am kommenden Donnerstag, 12. März, eine Veränderungssperre für dieses Gebiet erlassen werden.

Eile sei geboten, sagt Bürgermeister Thomas Köppl. „Uns liegen Bauanträge für weitere Spielhallen vor. Aber die wollen wir nicht haben.“ Zwar gehörten Vergnügungsstätten innerstädtisch auch zu einem Stadtbild dazu. Aber davon gebe es in Quickborn bereits mehr als genug. „Weitere sollten nicht erlaubt sein.“

Es gibt Anfragen weiterer Anbieter

So seien es bereits fünf Spielhallen und Wettbüros, die sich an der Kieler Straße breitgemacht hätten, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Drei Vergnügungsstätten gebe es seit Längerem im nördlichen Bereich der Kieler Straße. Eine weitere Spielhalle sei einem Wettbüro gewichen. Und an der Kreuzung Kieler Straße/Schulstraße sei eine weitere Spielhalle hinzugekommen.

„Aufgrund von aktuellen Anfragen weiterer Wett- und Geldspielanbieter ist eine weitergehende quantitative Ausweitung dieser Nutzungstypologien zu befürchten“, fasst Rathausmitarbeiterin Susanne Ziesemer die aktuelle Lage zusammen.

„Eine Häufung von Vergnügungsstätten wie Automaten- und Spielhallen, Wettlokale und Wettbüros geht mit dem Sinken der Attraktivität eines Einzelhandels- und Versorgungstandortes einher.“ Dadurch würde die Angebotsvielfalt sinken, und die Einzelhändler müssten mit mietsteigernden Nachfragen konkurrieren, während gleichzeitig ihr Geschäftsumfeld abgewertet wird.

Ein Teufelskreis, der in der Fachsprache „Trading-down-Effekt“ genannt wird und der den Druck auf Einzelhändler und Anbieter anderer Dienstleistungen erhöhe, ihre Geschäfte und Läden an der Kieler Straße aufzugeben, warnt die Stadtverwaltung.

Als gutes und gelungenes Beispiel führt die Verwaltung die an die Kieler Straße stoßende Bahnhofstraße und das Umfeld des AKN-Bahnhofs auf. Dort seien mit dem Bebauungsplan 77 Vergnügungsstätten ausgeschlossen worden. Dies habe den Einzelhandel in der Bahnhofstraße und der angrenzenden sogenannten Klöngasse erheblich gestärkt.

Eigentlich ist eine Aufwertung geplant

Ohnehin plant die Stadt Quickborn, die Kieler Straße zwischen der Ellerauer Straße und dem Harksheider Weg attraktiver zu gestalten. Dazu ist bereits im vorigen Jahr ein Gutachten für 80.000 Euro in Auftrag gegeben worden, um Vorschläge zu erarbeiten, wie dies Stück für Stück umgesetzt werden könnte.

Erste Ideen dazu sind vor allem verkehrsberuhigende Maßnahmen wie zusätzliche Ampeln und Verkehrsinseln, die es den Quickborner Bürgern erleichtern sollen, die elf Meter breite Straße zu überqueren. Auch zusätzliche Radwege und Einschränkung der Parkmöglichkeiten sind im Gespräch.

Der Stadtentwicklungsausschuss berät am Donnerstag, 12. März, ab 18.30 Uhr in der Mensa der Comeniusschule, Am Freibad 3–11.

( bfuchs )

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