Tornesch/Uetersen

Bahnbetrieb soll trotz Unglück in Tornesch weitergehen

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Der Triebwagen der NEG an der Endstation in Tornesch.

Der Triebwagen der NEG an der Endstation in Tornesch.

Foto: Chantale Rau / HA

Nach tödlichem Unfall, der die letzten Stunden des Probebetriebs überschattete, spricht sich auch Verkehrsclub für Fortführung aus.

Tornesch/Uetersen.  Nun ist es traurige Gewissheit: Der 79-Jährige, der am Freitagnachmittag an der Jürgen-Siemen-Straße in Tornesch von einem Triebwagen der Norddeutschen Eisenbahngesellschaft (NEG) erfasst worden ist, ist an den Folgen des schrecklichen Unfalls gestorben. Das teilte die Polizei am Montag offiziell mit.

„Der Mann wurde mit einem Rettungshubschrauber in das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf geflogen. Er verstarb jedoch noch während des Fluges“, sagte ein Polizeisprecher. Von den 26 Fahrgästen, die während des Unfalls im Zug saßen, wurde keiner verletzt. Der Zugführer musste nach dem Unfall betreut werden.

Unfall am letzten Tag des Testbetriebs

Der Unfall hatte die letzten Stunden des neuntägigen Testbetriebs auf der Strecke überschattet. NEG-Geschäftsführer Ingo Dewald sagte danach, das Ereignis erfülle alle Mitarbeiter der Eisenbahngesellschaft mit großer Trauer. Er kündigte zudem an, dass im Fall einer dauerhaften Reaktivierung der Strecke alle Bahnübergänge eine technische Sicherung mit Lichtzeichen erhalten, „gegebenenfalls auch mit Schranken.“

Denn ungeachtet dieses tragischen Unglücks möchte die NEG von dem Projekt, die Bahnstrecke zwischen Tornesch und Uetersen nach 65 Jahren für den Personennahverkehr zu beleben, nicht abrücken. Grundsätzlich sei der Testbetrieb erfolgreich gewesen. Die Grünen und die CDU hatten bereits bekundet, einen regelmäßigen Betrieb zu begrüßen. Auch die norddeutsche Sektion des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland (VCD) macht sich dafür stark.

"Stärkung des regionalen Nahverkehrs"

Der VCD sehe das Engagement der NEG positiv, die Strecke habe einen großen Nutzen für Uetersen. „Neben dem Umweltaspekt und der Stärkung des regionalen Nahverkehrs sorgt eine dauerhafte Reaktivierung auch für eine Entlastung der Straßen. Zudem sind die vorhandenen Strecken in einem guten Zustand, sodass eine baldige dauerhafte Reaktivierung möglich erscheint“, sagte Alexander Montana, Vorstandsmitglied beim VCD Landesverband Nord.

Wegen der positiven Resonanz fordert der VCD das Land auf, die erforderlichen Maßnahmen in die Wege zu leiten, die Bahnstrecke zu reaktivieren und einen dauerhaft Regelbetrieb zwischen Tornesch und Uetersen einzuführen. Sollte es soweit kommen, schlägt der VCD eine angemessene Taktung, vor allem in den Abendstunden und am Wochenende, mit direktem Anschluss an die Regionalzüge in Tornesch oder Pinneberg in Richtung Hamburg vor.

"Rasende Emma" erhielt großen Zuspruch

Der Unfall am Freitagnachmittag fiel wie berichtet in die letzten Stunden eines Testbetriebs auf der Strecke. Bis dahin hatten 9208 Fahrgäste die „rasende Emma“ genutzt, wie die Passagiere den NEG-Triebwagen in Anlehnung an den einst auf dieser Strecke verkehrenden Schienenbus schnell tauften.

Die Probefahrten hatten am Donnerstag vorvergangener Woche begonnen und sollten eigentlich am Dienstag vergangener Woche wieder enden. Wegen des großen Zuspruchs entschied sich die NEG aber, das Projekt um drei Tage zu verlängern. Von Mittwoch bis Freitag kosteten die bis dato freien Fahrten einen Euro.

( nib )

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