Quickborn

Johanniter-Unfallhilfe baut neue Dienststelle in Quickborn

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Burkhard Fuchs
Bereichsleiter Matthias Rehberg vor dem Zweckbau am Justus-von-Liebig-Ring, in den die Johanniter in Kürze umziehen.

Bereichsleiter Matthias Rehberg vor dem Zweckbau am Justus-von-Liebig-Ring, in den die Johanniter in Kürze umziehen.

Foto: Burkhard Fuchs

Neue Büros und Schulungsräume entstehen auf 360 Quadratmetern. Vor der Tür ist genug Platz für die Dienstfahrzeuge.

Quickborn.  Mit der Schule ist es nichts geworden. Aber die Johanniter-Unfallhilfe baut jetzt doch in Quickborn neu. Einen Steinwurf entfernt von dem Gelände der früheren Schokoladenfabrik, wo die Hilfsorganisation vor acht Jahren noch den Neubau einer christlich ausgerichteten Schule plante, entsteht zurzeit eine komplett neue Dienststelle am Justus-von-Liebig-Ring.

Johanniter bauen neue Dienststelle für Unfallhilfe

Der Regionalverband Schleswig-Holstein-Südost mit Sitz in Lübeck hat dort ein Grundstück von dem benachbarten Medizintechnik-Unternehmen Söring erworben.

„Eigentlich wollten wir schon zum Jahresende dort einziehen“, berichtet Bereichsleiter Matthias Rehberg. Aber der Neubau habe sich etwas verzögert, sodass die Johanniter nun wohl erst in diesem Monat von ihrem bisherigen Standort in der Pinneberger Straße in die neuen Räumlichkeiten umziehen könnten. „Wir haben mit dem Vermieter vereinbart, dass wir solange noch am bisherigen Standort bleiben können.“

Neue Büros, Schulungsflächen und Parkplätze

360 Quadratmeter umfasst der eingeschossige Zweckbau mit der Adresse Justus-von-Liebig-Ring 16, in den die Johanniter-Unfallhilfe nach Rehbergs Angaben etwa 1,5 Millionen Euro investiert. Darin sind neue Büros für die fünf hauptamtlichen Mitarbeiter untergebracht. Und es gibt dort neue Schulungsräume für die verschiedenen Hilfsangebote und Dienstleistungen des Verbandes, der allein im Süden Schleswig-Holsteins 800 Mitarbeiter und 500 aktive Ehrenamtler beschäftigt.

So sollen sich hier die 50 ehrenamtlichen Helfer der ambulanten Hospizarbeit für den Raum Quickborn treffen und absprechen können, deren Arbeit Sabine Schwarzhoff koordiniert. Hier fänden auch die 30 Hilfskräfte der Sanitätsdienste ihr neues Zuhause, und die Erste-Hilfe-Kurse würden bald in den neuen Räumen abgehalten, kündigt Bereichsleiter Rehberg an. Auch die Trauerbegleitung des Lacrima-Projektes für Kinder, die ihre Eltern und andere nahe Verwandte verloren haben, werde künftig vom neuen Quickborner Hauptquartier aus koordiniert.

Große Fahrzeughalle nur für Johanniter

„Unser Mietvertrag an der Pinneberger Straße läuft aus“, begründet Bereichsleiter Rehberg die Entscheidung der Johanniter für einen Neubau. Zudem habe sich das Neubauvorhaben auch aufgrund der niedrigen Zinslage angeboten, weil die Hilfsorganisation der Schuldendienst für den Baukredit weniger Geld koste als die bisherige Miete.

Außerdem biete der neue Standort mehr Platz zum Parken für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter sowie für Einsatzfahrzeuge. In der neuen, 135 Quadratmeter großen Fahrzeughalle würden die oft bei Einsätzen und Schulungen benötigten Mannschaftstransport- und Ausrüstungsfahrzeuge sicher untergebracht werden. Zurzeit müssten sie auf dem Gelände der Stadtwerke stehen, die den benachbarten Johannitern dabei behilflich seien, sagt Rehberg.

Drei Kindertagesstätten der Johanniter in Quickborn

Die Johanniter betreiben in Quickborn drei Kindertagesstätten. Erst im vergangenen Sommer haben sie an der Zeppelinstraße eine neue Kita in Quickborn-Heide für 120 Kinder in jeweils drei Krippen- und Elementar- sowie zwei Hortgruppen eröffnet, die der früher dort ansässige Baumaschinenkonzern Zeppelin für rund fünf Millionen Euro errichtet hat.

Zuvor, vor etwa zehn Jahren, waren die Johanniter in die ehemalige Polizeiwache Quickborn an der Pinneberger Straße gezogen. Dort hatten sie auch eine Grundschule mit vier Klassen betrieben und planten, auf dem früheren Schokoladenfabrik-Gelände eine private christliche Schule zu erreichten. Gemeinsam mit dem Hamburger Projektentwickler Frank Lorenz hatten sie dafür bereits ein etwa drei Hektar großes Gelände erworben.

Zufällig auf neues Gelände in Quickborn gestoßen

„Doch das Projekt passte nicht zusammen“, begründet Rehberg, warum die Johanniter davon wieder Abstand nahmen und das Grundstück dann an den jetzigen Träger der Privatschule, Campus-Region Hamburg, veräußert hatten, der für 15 Millionen Euro dort ein viergeschossiges Gebäude errichtet hat.

Und so mussten sich die Johanniter, als sie die Entscheidung zum Neubau in Quickborn jetzt trafen, nach einem neuen Grundstück in Quickborn umsehen. Eher zufällig seien dann auf das noch freie Gelände ganz in der Nähe gestoßen, berichtet Rehberg. Ein günstig gelegenes Gelände. Denn wichtig sei dafür auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr gewesen, damit die vielen ehrenamtlichen Helfer die neue Dienststelle gut erreichen könnten.

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